Rye, ein Kleinod an der südenglischen Küste

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Rye, ein Kleinod an der südenglischen Küste

Rye, ein Kleinod an der südenglischen Küste: 5 Sterne bei 1 Bewertung

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  • Rye, ein Kleinod an der südenglischen Küste: Bewertet mit 5 Sternen
    tumtrah 03.07.18

    Rye, ein Kleinod an der englischen Südküste

    Wer von Dover über Folkestone an der englischen Küste auf der A 259 gen Westen strebt, vielleicht auf dem Weg zur Isle of Wight oder gar der Halbinsel Cornwall, kommt unweigerlich am kleinen Städtchen Rye vorbei. Es liegt auf einer felsigen Anhöhe über der feuchten Niederung Romney Marsh, dort wo die Grafschaften Kent und East Sussex aneinander grenzen. Die meisten Autotouristen zieht es nach ihrer Ankunft in Dover normalerweise sogleich in die Städte an der Südküste mit den klingenden Namen - Hastings und Eastbourne. Ersteres ist untrennbar verbunden mit dem Normannen William the Conqueror (Wilhelm der Eroberer), der hier im Jahre 1066 die Engländer schlug, Eastbourne ist bekannt als Seebad mit einer langen Tradition und herrlicher viktorianischer Architektur.

    Was aber ist es, das Rye so reizvoll macht?
    Es ist kaum vorstellbar, dass die Stadt mit ihren heute knapp 5000 Einwohnern einst von überregionaler Bedeutung war. Mit Dover, Hythe, Romney und Winchelsea gehörte Rye zu dem Bündnis Cinque Ports, das der englischen Krone Schiffe stellen musste und dafür im Gegenzug besondere Rechte und Steuererleichterungen erhielt. Von dem einst so wichtigen Hafen ist nichts mehr zu sehen. Dort wo einst die See war, breitet sich schon lange Farmland aus. Verheerende Stürme im 13. Jahrhundert und spätere Überflutungen veränderten die Küstenlinie total, Sand und feinster Schlick ließen die Gegend mehr und mehr verlanden. Heute liegt Rye am River Rother 3 Kilometer von der offenen See entfernt und nur noch kleine Fischerboote und Segeljachten können den Flusshafen von Rye erreichen - und auch das nur bei Flut. Die Stadt erlebte einen wirtschaftlichen Niedergang, der durch Überfälle der Franzosen und die Pest noch verschärft wurde. Auch der schon lange an der Südküste betriebene Schmuggel konnte die Stadt nicht vor dem Gang in die Bedeutungslosigkeit retten. Die berüchtigte Hawkhurst Gang plante vom "Mermaid Inn" in Rye ihre Schmuggelaktivitäten, bis sie gegen Ende des 17. Jahrhunderts am Galgen endete.
    Und doch konnte der Niedergang etwas sehr Positives bewirken: Die Altstadt von Rye bewahrte ihren Charakter! Schmale, kopfsteingepflasterte Gassen ziehen sich den Hang bis zur Kirche auf der Höhe hinauf. Sie sind gesäumt von zahlreichen Häusern im schwarz-weißen Tudor-Fachwerkstil und georgianischen Häusern aus dem 18. Jahrhundert. Kein moderner Neubau stört das Ensemble. So ist es kein Wunder, dass Rye viele Literaten anzog, die hier eine Zeit lang ihr Leben verbrachten. Zu ihnen gehören die Amerikaner Joseph Conrad und Stephen Crane, vor allem aber Henry James, der das georgianische Lamb House von 1889 bis 1918 zu seinem Zuhause machte. Es ist auch kein Wunder, dass Rye Drehort für mehrere Filme wurde, darunter "Captain Horatio Hornblower RN" ("Des Königs Admiral") mit Gregory Peck in der Hauptrolle (1951).

    Durch die Gassen der Altstadt zu bummeln und abschließend im "Tudor Tea Room" des alten Piratennests "The Mermaid Inn" eine Tasse zünftigen englischen Tees zu schlürfen, wird die Gedanken des Liebhabers von "good old England" zweifellos zurückschweifen lassen in eine wechselvolle Geschichte.








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