Akrotiri - das "Pompeji der Ägäis"

Reisetipp

Reisetipps

Akrotiri - das "Pompeji der Ägäis"

Akrotiri - das "Pompeji der Ägäis": 5 Sterne bei 1 Bewertung

Bei einem Aufenthalt auf Santorin bietet sich ein hochinteressanter Ausflug in die frühe Geschichte der Insel an; genauer gesagt in die Bronzezeit, als im 17. Jahrhundert vor Christus hier bereits eine hohe Zivilisationsstufe erreicht war. Das beweisen die Ausgrabungen einer Stadt, die bei dem gewaltigen Ausbruch des Santorin-Vulkans verschüttet wurde.

Das erlebten unsere Mitglieder

  • Akrotiri - das "Pompeji der Ägäis": Bewertet mit 5 Sternen
    tumtrah 16.09.17

    Akrotiri - das "Pompeji der Ägäis"

    Ein Aufenthalt auf der Kykladeninsel Santorin ist unvollständig, wenn man nicht einen Abstecher in den Süden der Insel macht, wo den Besucher nur wenige Kilometer vom Dorf Akrotiri entfernt eine Ausgrabungsstätte erwartet, die in mancher Hinsicht mit Pompeji und Herculaneum bei Neapel vergleichbar ist.
    1967 entdeckte der griechische Archäologe Spyridon Marinatos an dieser Stelle eine unter einer bis zu 60 Meter mächtigen Bimssteinschicht verschüttete antike Stadt - sozusagen das "Pompeji der Ägäis". Durch Erosion war diese Schicht teilweise bis auf 7 Meter geschrumpft. Professor Marinatos, der schon auf Kreta Bimsstein untersucht und mit der "Explosion" des Santorin-Vulkans in Verbindung gebracht hatte, erfuhr durch Zufall, dass in der Nähe des Ortes Akrotiri ein Esel in einen Hohlraum eingebrochen war und die Bauern aus dem Hohlraum Steinmörser geborgen hatten. Dort setzte Marinatos die Ausgrabungen an und legt nach und nach mehr und mehr von einer antiken Stadt frei. Wissenschaftler haben den Zeitpunkt des Ausbruchs des Santorin-Vulkans und der damit einhergehenden Verschüttung der Stadt durch Bimsstein und Asche auf die Jahre zwischen 1627 und 1600 vor Christus datieren können.

    Tragischerweise kam Professor Marinatos 1974 bei einem Sturz von einer Mauer im Ausgrabungsfeld - sozusagen inmitten seines Lebenswerks - zu Tode.

    Bis heute sind erst knapp zwei Hektar der wesentlich größeren Stadtfläche freigelegt worden. Die Ausgrabungen belegen, dass die Bewohner dieser Stadt bereits 1000 Jahre vor der klassischen Periode Griechenlands eine hohe Zivilisationsstufe erreicht hatten. Die Gebäude waren zwei- bis dreistöckig und verfügten über Bäder und Abwassersysteme. In mehreren Häusern fand man großartige Wandmalereien, teils als Fresken, teils auf den trockenen Grund aufgemalt. Daher rührt ihr unterschiedlicher Erhaltungsgrad. Was noch gerettet werden konnte, wurde in das Nationalmuseum in Athen und das Prähistorische Museum in Fira verbracht. Offenbar waren die Bewohner durch Erdbeben und kleinere Vulkanausbrüche gewarnt und hatten die Stadt mindestens ein Jahr vor der Katastrophe verlassen. Wissenschaftler nehmen an, dass dies der Grund sei, warum man im Gegensatz zu Pompeji keine Leichen und nur wenige Gebrauchs- und Kunstgegenstände gefunden hat.
    Zum Schutz gegen Wind, Regen und Sonne ist die gesamte Ausgrabungsstätte seit 2011 überdacht. Hölzerne Wege leiten den Besucher durch die Stadt, Infotafeln auf Griechisch und Englisch geben die nötigsten Erläuterungen, so dass man auch ohne Führung durch die Anlage spazieren kann. Um Gegenstände aus der Stadt wie Keramiken, Figuren, Vasen und vor allem die berühmten Wandmalereien zu sehen, muss man sich allerdings in Fira in das Prähistorische Museum im Stadtzentrum begeben.

    Bilder von tumtrah zu Akrotiri - das "Pompeji der Ägäis"

Teilen auf

Akrotiri - das "Pompeji der Ägäis" 5.00 1

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps