Korsika

Reisetipp

Restaurants, Cafes & Bars

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Korsika: 4 Sterne bei 1 Bewertung

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  • Korsika: Bewertet mit 4 Sternen
    Hubertz 22.06.16

    Casanovas in Korsika

    Auf der Suche nach dem wahren Casanova
    Bei einem Besuch Korsikas wird man sehr schnell feststellen, dass der Name Casanova nicht viel mit dem venezianischen Schöngeist des 18. Jahrhunderts zu tun hat, sondern viel mit Alltäglichkeit. Er begegnet einem beim Bäcker, Osthändler, im Restaurant, als Straßenname oder beim Stadion des ehemaligen Tabellenletzten der Französischen Ligue 1, Gazelec FC Ajaccio.
    Auf Casanovas trifft der Besucher des Belgodère-Beckens auch in der nordlichen Provinz Balange. Dazu warten viele Überraschungen der Natur. Die Balagne im Nordwesten der Insel wird auch der Garten Korsikas genannt. In dem Gebiet zwischen der Désert des Agriates im Osten und Calvi im äußersten Nordwesten blühen dank des fruchtbaren Bodens Oliven, reihen sich Zitrusplantagen aneinander und auf den sanften Hügeln wachsen die besten Vermentinu-Trauben der Insel. Kulturelles und wirtschaftliches Zentrum von Nordwest-Korsika ist das mondäne Küstenstädtchen Calvi, berühmt für seinen kilometerlangen Sandstrand, seine wuchtige Zitadelle, die den ganzen Golf zu beherrschen scheint, und die lebhafte Unterstadt mit ihren Bars, Kneipen und Geschäften.
    Aber die Korsen in der Balagne leben nicht nur von der Landwirtschaft, eine der wichtigsten Einnahmequellen ist der Tourismus - nicht zuletzt die unglaublich schönen Strände von Calvi, Algajola oder Ile Rousse machen die Balagne mit zu beliebtesten Ferienorten der Insel. Im Süden reicht die sanfte Hügellandschaft der Balagne bis an das Monte Cinto-Massiv: die höchsten Berge Korsikas bilden die natürliche Grenze zwischen der Balagne und dem gebirgigen Zentralkorsika, ein Paradies für Wanderer, Kletterfans und Bergsteiger. Unweit des Strandes von Losari biegt die Hauptstrasse Nr. N197 rechts ab, hinauf nach Belgodère, ein Weg, der sich zweimal lohnt. Für eine Besichtigung, Wanderung oder Rundfahrt weiter auf der D71 über Speloncato bis nach Le Fango, rechts kurz auf der D151 und dann nach Sant Antonino abbiegen. Zurück bis L’lle Rousse bieten sich verschiedene Möglichkeiten an.
    Der Weg nach Belgodère lohnt sich aber auch (noch einmal) für ein grandioses Abendessen im Freiluftrestaurant, Tables d’Hotes „Mezzario“. Paul Etienne Casanova bietet in seinem versteckt gelegenen Haus 5 Tische für private Gäste an, eine einmalige Atmosphäre. Handgemachtes Geschirr, Besteck aus der Designwerksatt für Silberschmiede und halbhohe Gläser vom Flohmarkt der Extraklasse ergänzen sich mit einem Tischschmuck, der leicht auch als Selbstverständlichkeit übersehen werden könnte.
    Das Menü kann man sich nicht aussuchen, der Chef entscheidet, Vegetarier werden aber berücksichtigt. Wir hatten Salat frisch vom Feld, selbst gepflückt, von der Sonne verwöhnte Tomaten in der Tonschüssel mit Vinaigrette und afrikanischen Kräutern. Danach Ossobuco alla Corse oder gebratene Auberginen, Risotto mit Weisswein und Gewürzen von der Terrassenmauer dahinter. Weiter gab es Käse und Fruchtsalat. Getränke: Rose- oder Rotwein, Wasser, Kaffee.
    Die Tür zur Küche stand immer offen, nicht aber die Tür zur Toilette, die hinter der alten mit groben Brettern kreuz und quer zusammengenagelt zum Keller führt, wo ein geflochtener Paravent den Blick auf das Örtchen verstellt, ein eisernen Leuchter sorgt für Licht, dessen Kegel auch das kleine Waschbecken mit duftigen Seifen und Waschflüssigkeiten auf der anderen Seite einfängt
    Der Komplettpreis von 25 € pro Person hat uns genau so überrascht, wie die Flasche selbstgepresstes Öl, das Paul Etienne Casanova, weil es ohne Konservierungsstoffe ist, nicht über den Winter bringt und es deshalb bei uns besser aufgehoben wäre, uns noch als Geschenk mitgibt.

    Paul Etienne Casanova, Tables d’Hotes „Mezzario“, Tradinaghia, 20226 Belgodère, Korsika,
    Tel.06 72 05 49 16
    Aregno, Korsika Balagne Foto
    Speloncato Korsika Panorama Foto
    Speloncato Gassen Korsika Balagne Foto
    Balagne Korsika Dörfer
    Für einen Ausflug in die Dörfer der Balagne sollte man mindestens einen Tag einplanen. Auf den engen, kurvigen Panoramawegen wie der Route Departemental D 71 gibt es jede Menge Halte- und Aussichtspunkte, zahlreiche Seitenstraßen führen in weiter abgelegene Orte. Den besten Blick hat man übrigens von dem 1100 Meter hohen Pass Col de Bataglia zwischen Speloncato und Pioggiola. Auch für Aktivurlauber haben die Berge rund um das Reginu-Tal jede Menge zu bieten: Neben zahlreichen Wanderwegen sind die wenig befahrenen Bergstraßen ideal zum Radfahren. In Monticello kann man Reiten und auf dem Green des Golf du Reginu an seinem Abschlag feilen. Aber auch Shoppen und Genießen ist angesagt: Bei den zahlreichen Kunsthandwerkern in Pigna kann man korsische Souvenirs, Töpferwaren und handgefertigte Musikinstrumente erwerben und auf den hübsch renovierten Plätzen von Monticello oder Speloncato bei einem Café au lait oder einem guten korsischen Tropfen die typische Dorfatmosphäre erleben. In der Glasbläserei von Feliceto kann man kunstvolle Glasgegenstände erwerben und in Sant’Antonino Wein und Olivenöl aus der Gegend kaufen. Unzählige Osterie, Restaurants mit Panoramaterrassen bieten eine große Auswahl, von korsischer Hausmannskost bis hin zu Haute Cuisine.
    Dazu schreibt der Tourismusverband: „Kleine Weiler mit romantischen Ecken, windschiefen Häusern mit Natursteinfassaden, verklinkerten Höfen und gemauerten Kellern, die so manche Überraschung bieten, dazu der weite Blick auf die Küste und das Meer: Ein Ausflug in die kleinen Dörfer in den Bergen ist ein Muss für jeden Balagne-Urlauber. Die reizenden, liebevoll gepflegten Weiler wie Lavatoggio, Cateri, Muro, Feliceto, Speloncato, Belgodere und Aregno haben eine besondere, typisch korsische Dorf-Atmosphäre und ihren ursprünglichen Charme bewahrt, und das obwohl zahlreiche Tagesausflügler mit Cabrios, Rennrädern oder Motorrädern durch das Hinterland der Balagne ziehen.
    Die kleinen Weiler kleben strategisch günstig an schwer zugänglichen Hängen des Reginu-Tals oder liegen hoch auf den Spitzen der Granitberge und überblicken die gesamte Küste samt der umliegenden Täler.
    Den Überblick zu behalten war einst sehr wichtig, denn im Mittelalter war die fruchtbare Balagne vielen Überfällen und Piratenübergriffen ausgesetzt. So ist zum Beispiel der Flecken Sant’Antonino besonders gelungenes Beispiel mittelalterlicher Wehrarchitektur. Viele Gassen in Dörfern wie Pigna, Sant’Antonino, Avapessa und Speloncato kann man nur zu Fuß erkunden, weil kein Auto durch die engen, leicht überschaubaren Häuserschluchten passt.
    Einst waren die mehr als 20 Ortschaften in den Bergen der Balagne, von denen einige nur aus wenigen Häusern bestehen, wohlhabende Bauerndörfer, die es dank der fruchtbaren Hügel zu einem bescheidenen Wohlstand gebracht haben. Wein und Öl aus Feliceto, Mandeln und Orangen aus Aregno, und Zitronen und Clementinen aus Corbora haben heute zwar nicht mehr die große wirtschaftliche Bedeutung von einst, doch immer noch gelten die landwirtschaftlichen Erzeugnisse aus den Hügeln der Balagne als Spitzenqualität. Die Rotweine aus der „Domaine Renucci“ in Feliceto gewinnen regelmäßig internationale Preise, die Clementinen aus der Balagne werden in ganz Frankreich als Spezialität verkauft und in der alten Ölmühle U Fragnu in Sainte-Restitude wird das bernsteinfarbene, kräftige Olivenöl noch mit einem eselgetriebenen Mühlstein gepresst.
    Glaube und Religion waren in den Hügeln rund um das Reginu-Tal einst tief verwurzelt: Kaum ein Dorf, das nicht von einem wuchtigen barocken Glockenturm dominiert wird. In Speluncato ist das ehemalige Sommerpalais des Kardinals das schönste Gebäude am Platz. Das Kloster von Marcasso, zwischen Lumio und Cateri gelegen, gilt als das älteste der Insel. Corbora hingegen ist für seine unzähligen Kapellen und die Eglise de l’Annonciation bekannt, die mit ihren Dekors aus Carrara-Marmor zu den schönsten Beispielen korsischer Barockkunst zählt. Das große Kloster Couvent de Saint-Dominique zwischen Pigna und Corbora ist bis in die Ferne zu sehen.“


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