Buchbesprechung: Bildband von Markus Lanz "Grönland – Meine Reisen ans Ende der Welt"

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Buchbesprechung: Bildband von Markus Lanz "Grönland – Meine Reisen ans Ende der Welt"

Buchbesprechung: Bildband von Markus Lanz "Grönland – Meine Reisen ans Ende der Welt": 5 Sterne bei 1 Bewertung

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  • Gerd-Krauskopf (RP) 03.02.16

    Ein traumhaft schöner Bildband von Markus Lanz: Grönland – Meine Reisen ans Ende der Welt

    Grönland ist die größte Insel der Erde und wird geologisch zum arktischen Nordamerika gezählt. Sie ist nicht nur landschaftlich vielfältig und interessant. Sie hat auch ihre eigene Kultur, ihren eigenen Lebensstil und eine eigene Sprache.

    Markus Lanz kennt jeder als smarten, talentierten Moderator aus dem Fernsehen. Hier nun lernt man eine ganz neue Seite von ihm kennen.

    Da berichtet er in einem großartigen Bildband „ Grönland – Meine Reisen ans Ende der Welt“ über seine Erlebnisse, die ihn auf seinen mühsamen Wegen besonders beeindruckt haben. Zum Beispiel der Jäger Duumaji Jonathansen, den er über einige Tage beobachtet hat. Der hat weit draußen auf einem Fjord in Ostgrönland zwei Robben für seine Familie erlegt. Und diese beiden schweren Tiere zieht er ganz allein einen mühsam weiten Weg zu seinem Dorf. Dabei durfte der Autor nur ein einziges Bild von diesem scheuen Jäger machen. Denn der hatte Angst darum, missverstanden zu werden. Waren doch die beiden erlegten Robben nach alter Tradition nur für seine Familie gedacht. Lanz schreibt dazu: "Tote Robben lösen in unserer heilen Kuschelwelt Empörung aus. Und Heuchelei."

    Da berichtet er aber auch von der kleinen alten Handelsstation Thule, die einem barbarischen Akt zum Opfer fiel. Da haben amerikanische Militärs 1951 unter größter Geheimhaltung einen Stützpunkt genau neben den dort in Erdhäusern lebenden Inuit errichtet, um in einem eventuellen Krieg gegen die Sowjetunion einen entscheidenden Vorteil zu haben. So fuhren nun die Inuit in Sichtweite atomarer Sprengköpfe mit ihren Hundeschlitten, um Walrosse mit Harpunen zu jagen. "1968", so berichtet Lanz in seinem aufwendigen Bildband, "fielen beim Absturz einer Militärmaschine vier Wasserstoffbomben ins Eismeer. Nur drei konnten geborgen werden, bis heute ist unklar, wo die vierte liegt." Kurzerhand wurden wenig später die Ureinwohner 100 Kilometer weiter nach Norden verpflanzt in die dann neue Siedlung Qaanaaq.

    Da erfährt der Leser aber auch, dass die Kultur der Inuit auch eine Kultur des Schweigens ist. Und sie hadern mit der Welt um sie herum, die sich so schnell verändert. Daher finden sie das Auftreten von Europäern häufig als laut und lärmig. Dabei staunt der Leser aber auch über unbeschwertes Baden von Kindern im eiskalten Wasser von unter 10 Grad. Oder wie Lanz in Bärenkleidung mit Eisfischern am Jahresanfang bei minus 40 Grad in deren Biwaks schlief. Auch lebensbedrohliche Schneestürme lernte er zu überleben.

    Der Fotograf und Reisebegeisterte beschreibt in seinem Bildband außerdem faszinierende Naturschauspiele in Wort und Bild. Darin überrascht der Autor den Betrachter stets aufs Neue mit traumhaft schönen Landschaften. Mit Farben, wie es sonst nur die Natur und ihre Elemente können. Dazu gehören die Morgen- und Abendstimmungen, einsame Eislandschaften, die Atmosphäre in kleinen Siedlungen, einsam malerische Buchten und das Polarlicht am Himmel. Lanz Fotos erzählen auch von Menschen, die dieses extreme Land so sympathisch machen.

    Markus Lanz: Grönland – Meine Reisen ans Ende der Welt. National Geographic, Bedrucktes Hardcover, 6. erweiterte Auflage, 287 Seiten, ISBN: 978-3-86690-195-7, 39,95 Euro.

    Gerd Krauskopf



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