Wunder aus Eis und Fels

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Wunder aus Eis und Fels

Wunder aus Eis und Fels: 5 Sterne bei 1 Bewertung

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  • Wunder aus Eis und Fels: Bewertet mit 5 Sternen
    tumtrah 21.10.15

    Wunder aus Eis und Fels

    Die Dachstein-Eishöhle
    Wer hat sich nicht schon in seiner Kindheit von Höhlen magisch angezogen gefühlt, eigneten sie sich doch so wunderbar zum Versteckspielen. Irgendwie scheinen wir Menschen in unserem Verhältnis zu Höhlen noch Ur-Gefühle und Ur-Instinkte nach Schutz und Geborgenheit zu hegen, doch auch allein ihre bizarren Formen rufen in uns immer wieder Bewunderung hervor.
    So wandte sich auch mein Interesse mit dem Größer- und Älterwerden den Tropfsteinhöhlen auf der Schwäbischen und Fränkischen Alb, im Karstgebirge Sloweniens, auf Mallorca und in Spanien zu. Als ich aber jüngst im österreichischen Salzkammergut weilte, hörte ich zum ersten Mal etwas von „Eishöhlen“. Das klang interessant und gleichzeitig etwas rätselhaft. Was ist unter einer „Eishöhle“ zu verstehen? Etwa ein Hohlraum in einem Gletscher? Oder ein künstlich geschaffenes Eishaus, wie ich es auf den Lofoten erlebt habe? Ich wurde neugierig und der Entschluss war schnell gefasst: Auf der Heimfahrt einen Abstecher an den Hallstatter See einbauen und mir vor Ort selbst ein Bild machen!
    Was ich dann in der Dachstein-Eishöhle bestaunen durfte, war so eindrucksvoll, dass es mich jetzt diesen Reisetipp verfassen lässt, der vielleicht „Nachahmer“ zu einem Besuch dort veranlasst. Die Höhle ist Teil des UNESCO- Weltnatur- und Weltkulturerbes Hallstatt – Dachstein – Salzkammergut. Allein das besagt schon viel.
    Mit der Dachstein-Krippenstein-Seilbahn fährt man zunächst von der Talstation bei Obertraun bis zur Schönbergalm hinauf. Von dort läuft man zu Fuß auf einem gut ausgebauten Wanderweg etwa eine Viertelstunde weiter aufwärts bis zum Höhleneingang, wo die 50-minütige Führung (in Deutsch und Englisch) beginnt. Man darf sogar seinen Hund mitnehmen.
    Zunächst geht es durch eine Tropfsteinhalle abwärts in den „König Artus Dom“. Von Eis ist noch nichts zu sehen. Für „alte Höhlen-Hasen“ ist diese Halle nicht unbedingt etwas Neues, wenn auch die mächtigen Felsblöcke, die da wirr herumliegen, recht beeindruckend sind.
    Dann aber geht es in den „Eiskeller“ und ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus! Skulpturen aus blankem Eis, Stalaktiten als Rieseneiszapfen, Eis-Stalakmiten wie Termitenhügel, regelrechte Eisvorhänge! Das Ganze wird während der Führung in wechselnde, künstliche Farben getaucht.
    Wie sind diese Gebilde entstanden? Ist es ein abgeschlossener Vorgang oder wachsen die Eisformen noch weiter? Unser Guide weiß natürlich die Antwort darauf: Im Frühjahr, wenn die Schneeschmelze beginnt, dringt durch Fugen und Klüfte im Gestein Sickerwasser in die Tiefe. Es gelangt in die Hohlräume, in denen noch die kalte Luft des Winters lagert, so dass es gefriert. Im Sommer kommt es durch die steigenden Temperaturen und das wärmere Regenwasser zu einem geringfügigen Abschmelzen, doch insgesamt ist der Zuwachs an Eis von Jahr zu Jahr um ein paar Millimeter größer. Die bizarren Eisgebilde werden uns also noch lange erhalten bleiben.
    Wie bei Höhlen üblich, tragen auch hier einzelne Hallen und Eisformen Namen wie Gralsburg und Parzivaldom. Als ob ein Dramaturg dahinter stünde, erwarten den Besucher die absoluten Höhepunkte gegen Ende des Rundgangs. Da ist zunächst der „Große Eisberg“, ein Kegel aus purem Eis von über neun Metern Höhe, und es folgen der „Tristandom“, wo die Stärke des Bodeneises 25 m beträgt, und die atemberaubende „Große Eiskapelle“. Schließlich erreicht man den Ausgang der Höhle, wo sich ein schöner Ausblick zum tief unten gelegenen Hallstätter See bietet.
    Die Eishöhle ist während der Öffnungszeiten der Dachstein-Krippenstein-Seilbahn von Mai bis Oktober geöffnet. Führungen finden vom 1. Mai bis zum 13. Juni täglich von 9 Uhr 20 bis 16 Uhr und vom 14. Juni bis 7. September von 9 Uhr 20 bis 16 Uhr 30 statt.
    Weitere Details - auch zu den Preisen – unter:
    http://www.dachstein-salzkammergut.com/sommer/unterirdisch/dachstein-eishoehle/
    Abschließend noch ein Hinweis – auch wenn mir dazu leider das persönliche Erlebnis fehlt. Jedes Jahr im August verwandelt sich der Parsifaldom in einen spektakulären Konzertsaal. Es muss ein Ohren- und Augenschmaus sein, einem der Konzerte unter dem Motto „Eisklang“ beizuwohnen, die von Klassik bis Jazz und Blues international renommierte Solisten und weltbekannte Orchester aufbieten.
    Genaueres ebenfalls unter der o.a. Webseite.

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