Filitosa

Reisetipp

Sehenswürdigkeiten, Kunst & Kultur

Filitosa

Filitosa: 5 Sterne bei 1 Bewertung
Site préhistorique de Filitosa, Corse

Die Ausgrabungsstätte Filitosa liegt in einem alten Olivenhain und ist Korsikas berühmtester prähistorischer Fundort: für seine einzigartig kunstvollen Menhirstatuen und für die Vermischung von megalithischer und der sie ablösenden torreanischen Kultur aus dem 2. Jahrtausend v.Chr. am selben Ort. Die Menhire wurden 1954 entdeckt; man nimmt an, dass das Gelände seit ca. 8.000 Jahren bewohnt ist. Über die Funktion der gefundenen Gemäuer und Gebäudereste ist bis heute nichts Genaues bekannt.
Auch wenn ihr kein spezielles Interesse an prähistorischer Kunst und Kultur besitzt, lohnt sich ein Besuch der Anlage auf jeden Fall, allein schon wegen der faszinierenden Landschaft - und auch ohne viel Fachwissen ist es ein Erlebnis, sich in Filtosa einmal den Atem der Geschichte kräftig um die Nase wehen zu lassen...

Öffnungszeiten: 8.00 bis Sonnenuntergang

Das erlebten unsere Mitglieder

  • Filitosa: Bewertet mit 5 Sternen
    ruma94 05.11.09

    Prähistorische Ausgrabungsstätte auf Korsika

    Was ich erlebt habe? Einen verzauberten Ort im Abendlicht. Ein unscheinbares Dorf etwas nordöstlich der Bucht von Propriano im Südwesten Korsikas, an dessen Ausgang betritt man den "Site préhistorique de Filitosa", wo uns der freundliche Museumsleiter, Sohn des Entdeckers der Menhire, versicherte, wir hätten bis 21 Uhr Zeit für unsere Besichtigung. Ende August, nicht mehr viel Betrieb, wunderschöne Abendsonne, ein kleiner Palmengarten; an dessen Ende ein steinernes Etwas, das die großen Kinder spontan als "Steinzeit-Croissant" identifizierten, dann eine lauschige Kiefernallee, rechts und links Wiesen in Sommerfarben mit Olivenbäumen, Steineichen, dem einen oder anderen Rindvieh und in Sichtweite einer an diesem Ort irritierenden gipsweißen Madonnenstatue. Am Ende der Allee eine Lichtung, auf der "Filitosa V", also die als fünfte gefundene Statue, der angeblich am besten ausgearbeitete Menhir der jungsteinzeitlichen Megalither plaziert ist: 2.50m hoch, klare Gesichtszüge, langes Schwert und Dolch im Futteral, am Rücken Andeutungen von Rippen und Wirbelsäule, irgendwas zwischen 3- und 4000 Jahre alt...da ergreift auch den wenig bewanderten Wanderer der Schauder der Geschichte...
    Das Gelände besteht aus zwei Hügeln mit einer sumpfigen Senke um den Barcajolo-Bach, wohl der Wasserquelle der Siedler dieses Gebietes seit ca. 6000 v.Chr., heute wie eh und je durchstampft von korsischen Rindviechern, heute auch von nichtkorsischen Touristen... Ein großer Vorteil dieser Stätte ist die Kleinteiligkeit des Terrains: die vorhandenen Besucher verteilen sich recht gut zwischen Olivenbäumen, Felsbrocken jeder Größe und Form, Mauerresten, Gängen, Kammern, kleinen Hügeln und Pfaden; außerdem hat man von fast überall einen phantastischen Blick ins weite Umland, in dem bei uns die Farben Dunkelgrün und Weizengelb dominierten. Im Reiseführer wurde für die Besichtigung der Morgen bis mittlere Vormittag empfohlen, da das Licht auf den Gesichtern der meist nach Osten blickenden Menhirstatuen am besten sei; das ist sicher richtig, wenn man es vor allem auf diese abgesehen hat. Bei uns war es nun der frühe Abend gegen 19 Uhr, sicher nicht ganz optimal für die Menhire, dafür aber für das "Gesamtkunstwerk" dieses verwunschenen Ortes und seiner Atmosphäre einfach perfekt. Da wir mit 5 Kindern unterwegs waren, war leider niemand von uns imstande, die "Exponate" richtig zu studieren, weder mit der angebotenen kleinen Broschüre, noch mit Hilfe der an den beiden wichtigsten Punkten der Stätte angebrachten Tonbandgeräte, die in vier Sprachen, die von weitem alle wie Französisch klingen, Informationen abspulen - neben der gelegentlich aus in die Erde eingelassenen Lautsprechern dringenden Säuselmusik das einzige, was ich wirklich als störend empfand. Wer also Details über Megalither, Torreaner und ihr rätselhaftes Verhältnis, über die verschiedenen Theorien zur Bedeutung der Statuen sowie über die einzelnen Gebäude und Allignements (Reihenanordnung von Menhiren) erfahren möchte, ist bei mir leider an der falschen Adresse und wende sich vertrauensvoll an Gurgel & Co. - oder fahre selbst hin, möglichst in der Nebensaison, mit viel Zeit und ohne Kinder...
    Das heißt aber keineswegs, dass der Besuch vergeblich war, nein, man darf nur keine falschen Erwartungen haben - es war ein großer Spaß, mit den Kindern zwischen den Felsblöcken und Bäumen herumzuklettern, die dunklen und kühlen Naturstein-"Verliese" zu untersuchen, zu spekulieren, was natürliche Höhlen und was von Menschen angelegte Anordnungen von Steinen sein könnten und wozu sie gedient haben mögen... Die Durchquerung der Senke auf einem schmalen Holzsteg Auge in Auge mit den Sumpfkühen ist ein Abenteuer für sich; auf dem gegenüberliegenden Hügel lässt sich endlos "Felsformationenraten" betreiben und herausfinden, vieviele Kinderarme nötig sind, um einen der uralten Olivenbäume zu umfassen. Wenn gar nichts mehr geht und die Großen nur noch fotografieren, gibt es auch noch Hunderte von "Ameisenautobahnen" samt - löchern zu studieren, die sich über Dutzende von Metern durch das trockene Gras ziehen. "Groß und Klein, für jeden was dabei"...und wer am Ende noch nicht genug hat, kann sich ein kleines Museum mit stein- und bronzezeitlichen Ausgrabungen und zwei weiteren, teilweise restaurierten Statuen anschauen.
    Sicher hat dieser Ort noch viel mehr zu bieten als wir in der kurzen Zeit und in unserer Situation erfassen konnten, und wenn man ihn gar mit viel Ruhe für sich alleine haben kann, ist es ein wahrer Traum, aber auch so kann ich einen Ausflug nach Filitosa allerwärmstens empfehlen, mit oder ohne Kinder und zu jeder Jahres- und Tageszeit. Der Ort wird in jedem Fall seinen besonderen Zauber entfalten können, davon bin ich überzeugt!

    Wer mehr über Korsika wissen möchte, dem kann ich folgende Seite empfehlen:
    http://www.paradisu.de/

    Bilder von ruma94 zu Filitosa

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