Menschen auf Reisen fotografieren

Reisetipp

Allgemeine Hinweise & Reisevorbereitungen

Menschen auf Reisen fotografieren

Menschen auf Reisen fotografieren : 4 Sterne bei 5 Bewertungen

Habt Ihr auch schon aus größerer Entfernung Menschen fotografiert? Wie war das Ergebnis?
Wenn Ihr nicht nur Brauchbares sondern Beeindruckendes mitbringen möchtet, dann geht auf Euer Gegenüber zu. Sprachen sind hilfreich, es geht aber auch ohne sie. Zeigt Eure Absichten, bietet eine Zigarette usw. an. Je intensiver der Austausch, desto besser werden die Fotos! Mit einem 85mm bis 135 mm Tele erreicht Ihr das beste Ergebnis. Damit wird der Hintergrund unscharf, das Gesicht gestochen scharf abgebildet. Vorausgesetzt, die Scharfstellung erfolgt auf die Augen und nicht auf die Ohren... Ein kurzer Blitz sorgt für Gesichtsaufhellung und schöne Reflexe in den Augen. Ein weiches, diffuses Licht ist vorteilhafter als ein hartes (Blitzaufsatz).

Das erlebten unsere Mitglieder

  • darek (RP) 21.12.07

    Zum Kommentar des Bildes "Der Wandermönch" von asienfan

    Hallo Asienfan,

    Wie ich Menschen fotografiere? In diesem konkreten Fall bin ich alleine nach Pashupatinath gefahren und habe mir viel Zeit mitgenommen. Hier trifft man jede Menge Sadhus (s. meinen Text "Und Du Kathmandu?"), die echten und die weniger echten. Ich bin durch das gesamte Tempelgelände gewandert und mir diesen einen ausgesucht. Ich spreche ein wenig Nepalesisch, das hat die Kontaktaufnahme erleichtert. Wir kamen ins Gespräch, er wurde lockerer, ich habe ihn gefragt, ob ich ein Foto machen darf. Das Bild ist das Ergebnis einer ganzen Fotoreihe - mit Kopfbedeckung und ohne, mit Lächeln oder einem strengen Blick...
    Als ich mit dem Fotografieren anfing, fotografierte ich Menschen aus der Distanz und die Fotos waren nichts. Man muß auf die Menschen zugehen, erst die Nähe erlaubt einen engen Kontakt zur fotografierten Person und damit ein zumindest zufriedenstellendes Ergebnis.
    Zu Deiner Frage: Nach Möglichkeit zahle ich nichts. In diesem Fall handelte sich um einen Wandermönch, der von Almosen lebte und mir viel Zeit widmete. Ich gab ihm etwas Geld und verabschiedete mich mit einem "Namaste"...

    Bilder von darek zu Menschen auf Reisen fotografieren

  • Menschen auf Reisen fotografieren : Bewertet mit 5 Sternen
    Saibic 03.02.10

    Teleobjektiv

    Zu unserer Freude bekommen wir hier häufig positive Rückmeldungen zu unseren Portrait-Fotos. Bei unserem Bild "Junge Qashqai-Frau" sind wir auch gefragt worden, ob diese junge Frau für uns posierte oder ob wir Tele-Objektive verwenden. Dazu habe ich bei dem Bild folgende Antwort gegeben. Ich denke, sie passt auch zu dieser Diskussion, deshalb möchte ich sie hier wiederholen:
    Wenn Menschen posieren, werden die Fotos nichts. Nicht einmal bei professionellen Models. Gute gestellte Fotos bekommt man nur mit professionellen Schauspielern hin. Oder man ist Steve Mc Curry, von dem ich immer mehr glaube, dass seine Fotos phantastisch inszeniert sind.
    Wir lassen uns bei unseren Portraitfotos immer viel Zeit. Bei dieser Qashqai-Familie waren wir einen ganzen Nachmittag. Irgendwann vergessen Sie die Kamera, dann kriegt man gute Fotos hin. Das klappt natürlich nicht, wenn man mit der Reisegruppe unterwegs ist.
    Längere Telezooms nehmen wir nur für Tieraufnahmen. Man sieht es unseren Fotos an, dass wir immer nah an den Menschen dran sind. Das geht natürlich nur, wenn sie nichts gegen das Fotografiert Werden haben.
    Anschließend sehen wir uns dann immer gemeinsam die Fotos an. So kann man auch mit Menschen kommuninzieren, deren Sprache man nicht kennt.
    Wir sind mehrere Tage durch Ladakh gelaufen, haben bei Familien in den Dörfern übernachtet. Konnten unsere Sprachen nicht, hatten aber Riesenspaß beim gemeinsamen Anschauen der gemachten Fotos.
    Michael Martin nimmt immer Polaroid-Cameras mit, würde ich auch, aber bei unseren Reisen liegen wir (leider nicht nur beim Gepäck) gewichtsmäßig am Limit.

    Bilder von Saibic zu Menschen auf Reisen fotografieren

  • visufix (RP) 03.01.08

    Zusätzlicher Tipp:

    Polaroitfotos waren lange Zeit die einzige Möglichkeit, sofort Ergebnisse zu zeigen und oft hilfreich eine gute Fotoatmosphäre zu schaffen. Das Display der Digitalkamera bietet den nicht zu unterschätzenden Vorteil, direkt Bilder zu präsentieren oder die Funktion einer Kamera zu erläutern. Das Ideale ist natürlich [wer mit einem Auto unterwegs ist] ein kleiner, mobiler Fotodrucker. Dieser erspart das eventuell versprochene, spätere Zusenden der Fotos und die gleich erstellten Prints sind ein schönes Gastgeschenk.

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  • Menschen auf Reisen fotografieren : Bewertet mit 3 Sternen
    asienfan 22.12.07

    Hallo Darek,

    ich hatte mir das schon so ungefähr gedacht. Meine Tele-aus-dem-Versteck-heraus-Fotos waren nämlich auch selten wirklich beeindruckend (von Zufallstreffern mal abgesehen).

    Spricht man natürlich die Sprache, gestaltet sich vieles einfacher. Nichts desto trotz habe ich immer noch Bedenken der entsprechenden Person zu nahe zu treten. Manche Sitten und Gebräuche sind für uns dann doch so fremd, dass wir nicht bemerken, wenn wir unbeabsichtigt "zu weit gehen".

    Ich kann dich nur noch einmal beglückwünschen! Insbesondere das Bild des Mönches fand ich sehr eindringlich.

    LG, Melanie

  • Thomas12 (RP) 12.03.10

    meine Meinung: "ZEIT" haben, "ZEIT lassen und "ZEIT" geben

    hallo zusammen,

    ich halte den persönlichen Kontakt zu den Menschen für wichtiger, als eine Be-
    zahlung in Form von Geld oder Sachwerten, seien es Ausdrucke oder damals
    eben Polaroids.

    Gerade die Polaroids waren auch lange Jahre eine "Pest", wenn jemand sie in Massen an Einheimische verteilt hat um anschließend die Bilder zu machen, die
    der Fotograf für seine Dia-Schau (Bildband, Agentur, ...) haben wollte.

    Wer selber einmal bei einem 8-10 tägigen Fest in Asien gewesen ist, wo einem jeder Einheimische nach 2 Tagen bereits sein Polaroid entgegen hielt und es unmöglich wurde ohne Bezahlung durch Polas überhaupt noch Bilder zu machen, der weiß wovon die Rede ist.

    Wer sich mit den Menschen beschäftigt, Zeit mitbringt und sich auf sie und ihre Geschichten einläßt, dem gelingen auch Bilder die etwas zu erzählen haben.

    Daß geht eben nicht im Vorbeigehen, oftmals muß man auch wiederkommen, am besten knüpft man die ersten Kontakte sowieso ohne Kamera.

    Und bloß weil man die Sprache nicht kann, zu behaupten Kommunikation wäre nicht möglich, ist da ja auch nur eine Ausrede. Die Menschen sind immer neugierig, dann "redet" man eben mit Gesten, kommuniziert mit Blicken oder sucht sich einen Ein-
    heimischen, und sei es bloß ein Kind mit Schulenglisch-Kenntnissen, der "über-setzen" kann.

    Was mir persönlich auch wichtig ist, wer Bilder verspricht, sollte sich auch daran halten sie zu schicken, zu bringen oder beim nächsten Besuch dabei zu haben.

    Für mich der wichtigste Faktor überhaupt: "ZEIT".

    Grüße
    Thomas12
    Thomas Wilden

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