USA-Informationen aus dem GEO-Themenlexikon
Als Territorien bzw. Außengebiete gehören außerdem zu den USA: Puerto Rico und die westlichen Virgin Islands in der Karibik, die Nordmarianen, Guam und Amerikanisch-Samoa im Pazifik sowie zehn weitere kleine Pazifik- und Karibikinseln.
nAlte Rumpfgebirge, junge Küstenebenen Das Kernland der USA hat Anteil an allen sechs Großlandschaften Nordamerikas: am sehr alten Rumpfland des Kanadischen Schildes im Norden, am ebenfalls alten Gebirgssystem der Appalachen im Osten, an den weiten und flachen Inneren Ebenen, am jungen Bruchfaltengebirge der Kordilleren im Westen und an den Küstenebenen am Atlantik und am Golf von Mexiko.
Die Rundhöckerlandschaft des Kanadischen Schildes, des geologisch ältesten Teils Nordamerikas, ist auf eine vergleichsweise kleine Fläche südlich des Oberen Sees und auf die Gebirgsgruppe der Adirondacks östlich des Ontariosees beschränkt, während sich das bis 600km breite Gebirgssystem der Appalachen über rund 2500km in Südwest-Nordost-Richtung erstreckt Es wird von einer Senke entlang des Hudson und des Champlainsees in zwei Komplexe unterteilt, in eine etwa 750m hohe Rumpfflächenlandschaft im Norden und in einen von mehreren Längstalzonen untergliederten Gebirgszug im Süden. Die stark abgetragenen und eingerumpften Appalachen haben Mittelgebirgscharakter; in den White Mountains im Norden erreichen sie im Mount Washington 1918m ü.M., die Blue Ridge im Süden gipfelt im 2037m hohen Mount Mitchell. Die westlichste Gebirgskette, die Great Smoky Mountains, begrenzt die Appalachen zu den Interior Plains, den Inneren Ebenen hin. In den Neuenglandstaaten reichen die Appalachen bis an den Atlantik und bilden dort eine Fjord- und Schärenküste. Im Süden tauchen sie im Piedmont Plateau unter die östliche Küstenebene ab.
Die atlantische Küstenebene ist das geologisch jüngste Formenelement des amerikanischen Kontinents. Ab der Mündung des Hudson River in New York verbreitert sie sich nach Süden, wo sie die Halbinsel Florida einschließt, auf bis zu 400km; im Nordwesten Floridas geht sie unmerklich in die Küstenebene am Golf von Mexiko mit dem Mississippidelta über.
nDie großen Ebenen Die vom Stromsystem des Mississippi und Missouri nach Süden entwässerten Inneren Ebenen erstrecken sich von den Großen Seen im Norden bis zu den Rocky Mountains im Westen und der Golfküstenebene im Süden. Zu den Interior Plains zählen das Zentrale Tiefland des »Mittleren Westens« um die Großen Seen, das eigentliche Kernland der USA, die nach Süden anschließenden Plateaulandschaften des Mississippi-Tieflands sowie die vor dem Ostabfall der Rocky Mountains liegenden Great Plains. Der größte Teil der Inneren Ebenen, die von einzelnen Schichtstufen und Gebirgsinseln wie den Ozark Mountains oder den Black Hills unterbrochen werden, liegt unter 500m ü.M, nur die Great Plains steigen von Osten nach Westen allmählich auf etwa 1500m an.
nGebirgiger Westen Das gesamte westliche Drittel des Landes ist gebirgig und wird von den bis 1500km breiten, sich in Nord-Süd-Richtung erstreckenden Kordilleren eingenommen. Sie gliedern sich von Osten nach Westen in die Rocky Mountains, die Cascade Range und, südlich anschließend, die Sierra Nevada sowie die Coast Range und sind durch zahlreiche Plateaus, Becken und Täler getrennt.
Die Rocky Mountains beginnen in Nordalaska mit der Brooks Range und durchziehen den gesamten nordamerikanischen Kontinent bis nach New Mexico und Texas, wo sie dann in einzelnen niedrigen Gebirgszügen ausklingen. Ihre höchste Erhebung mit 4402m ü.M. ist der Mount Elbert in Colorado. Die pazifischen Gebirgsketten der Sierra Nevada mit dem 4419m hohen Mount Whitney und der im Mount Rainier 4395m hohen Cascade Range werden durch eine Senke mit dem über 700km langen Kalifornischen Längstal und der Puget-Willamette-Senke im Norden von den niedrigeren, bis 2700m hohen Coast Ranges getrennt.
nGroße Seen, lange Flüsse Insgesamt etwa 360000km2 der Landesfläche werden von den zahlreichen Binnengewässern eingenommen. Allein 155535km2 davon entfallen auf den amerikanischen Anteil an den Großen Seen – Oberer See, Michigan-, Huron-, Erie- und Ontariosee –, der mit insgesamt rund 245000km2 größten Binnensüßwasserfläche der Erde.
Bedeutendster Fluss ist der Mississippi mit etwa 3770 Kilometern; er entwässert etwa ein Drittel der Landesfläche. Zusammen mit seinem Nebenfluss, dem 4086 km langen Missouri, ist er der drittgrößte Strom der Erde. Die nächstgrößeren Flüsse sind der 3057km lange, in den Golf von Mexiko mündende Rio Grande, Grenzfluss zu Mexiko, und der 2334km lange Colorado, der in den Golf von Kalifornien mündet.
nSumpfzypressen und Sequoien Die geografische Gliederung in Gebirgsland im Westen, zentrales Tiefland, Appalachen und Küstenebene spiegelt sich auch in der natürlichen Vegetation wider. Die niederschlagsreichen höheren Lagen der westlichen Gebirge werden von Nadelwald eingenommen. Im pazifischen Nordwesten herrschen Sitkafichte und Douglasie vor. Für den Küstenbereich von Südoregon und Nordkalifornien ist die Sequoia charakteristisch, für die Sierra Nevada der Mammutbaum.
Die Ebenen und Plateaus des zentralen Tieflands waren östlich des Mississippi von sommergrünen Laubwäldern bedeckt, die im zunehmend trockeneren Westen allmählich in Steppe, die Prärie, übergehen. Bis auf das südliche Texas, wo Dornstrauchsavanne an ihre Stelle tritt, ist die Prärie weitgehend unter den Pflug genommen worden.
Das Übergangsgebiet zwischen Nadelwaldzone im Norden und atlantischer Laubwaldzone im Osten wird im Bereich der Großen Seen, der Adirondacks und der höher gelegenen Teile der Appalachen von durch Fichten und Tannen dominierten Mischwald eingenommen, der nach Süden zu in einen artenreichen Kiefernmischwald mit Buchen-Ahorn- oder Eichen-Hickory-Beständen übergeht.
In der östlichen Küstenebene, in Nordflorida und am Golfküstenbereich bis nach Texas herrschen Kiefernwälder vor. In Südflorida und Teilen der Küste Lousianas finden sich Waldinseln mit Kiefern und immergrünen Eichen sowie zahlreichen Farnen, Lianen und Epiphyten. Für die Sumpfgebiete sind Mangroven und Sumpfzypressen charakteristisch.
nKojoten und Klapperschlangen Aufgrund der Größe des Landes mit seinen unterschiedlichsten Lebensräumen ist die Tierwelt äußerst vielfältig, durch Besiedlung und Landwirtschaft, durch Pestizide und Bejagung wurden viele Tierarten aber stark dezimiert oder sind ausgestorben.
So waren die Bisons, von denen es in den Prärien und lichten Wäldern 1830 noch mehr als 60Mio. gab, um 1890 fast völlig ausgerottet – inzwischen haben sie sich in Schutzgebieten aber wieder stark vermehrt. Die größten Landraubtiere der Erde, die Grizzly- und Kodiakbären, sind – außer in Alaska – ebenfalls selten geworden. Zu den bedrohten Tierarten zählt auch der Puma, der im gesamten Gebiet der USA heimisch war, heute aber nur noch in den Gebirgen des Westens anzutreffen ist. Auch den Präriehunden, murmeltierähnlichen Hörnchenverwandten, wurde mit dem Rückgang der Prärie die Lebensgrundlage entzogen, sodass sie allmählich vom Aussterben bedroht sind. In freier Wildbahn inzwischen ausgestorben ist der Kalifornische Kondor. Selbst der Weißkopfseeadler, als »Bald Eagle« das Wappentier der USA, ist durch Pestizidvergiftung und Abschuss in seinem Bestand bedroht.
Streifen- und Fleckenskunks, die zu den Mardern zählenden Stinktiere, sind dagegen weit verbreitet, ebenso der Waschbär, das Opossum und der Kojote oder Präriewolf. Ebenfalls nicht selten, in ihrem Lebensraum aber auf die Gebirge beschränkt, sind Dickhornschaf, Wapiti, Elch und Schwarzbär. In den Sumpfgebieten von Florida und feuchten Niederungen des Mississippideltas lebt der bis 4m lange Mississippialligator. Gefürchtet sind die rund 2,5m langen giftigen Klapperschlangen, die mit einem halben Dutzend Arten fast überall südlich von Kanada vorkommen.