Uruguay-Informationen aus dem GEO-Themenlexikon
nFlachwelliges Hügelland Uruguay nimmt den äußersten Süden des Brasilianischen Schildes ein, der im Süden als 200km breiter Saum zutage tritt und an der Nordküste des Río de la Plata sein sichtbares Ende findet. Den größten Teil des Landes nimmt die Schichtstufenlandschaft der Paranámulde ein, wo paläozoische und mesozoische Gesteine den präkambrischen Sockel des Brasilianischen Schildes aus kristallinen Schiefern und Graniten bedecken. Die markanteste Schichtstufe ist der Abbruch der Paraná-Basaltdecken in der Cuchilla de Haedo (spanisch »Hackmesser«) im Nordwesten des Landes.
Der im Küstengebirge von Südbrasilien entspringende, 1650km lange Río Uruguay folgt dem westlichen, geologisch-tektonisch bedingten Abbruch des Brasilianischen Schildes. Die ihm zuströmenden Flüsse, so der etwa 800km lange Río Negro, gliedern Uruguay in Ost-West-verlaufende Hügelreihen, die Cuchillas. Insgesamt hat das Land den Charakter eines flachwelligen Hügellandes, das nur hier und dort von Schichtstufen und Härtlingen überragt wird. Nur 10% des Landes liegen höher als 200m ü.M., die höchste Erhebung im Land ist mit 514m ü.M. der Cerro Catedral in der Sierra de Carapé.
Der östliche Küstenstreifen am offenen Atlantik wird von Schwemmland mit Lagunen und Landzungen gebildet; die Laguna Merín an der Grenze zu Brasilien ist der größte See des Landes. Den Küstenbereich am Río de la Plata bildet ein bis 120km breites, lössbedecktes Tiefland, das nur durch gelegentliche Kristallinaufbrüche unterbrochen wird.
nGrasreich und baumarm Die vorherrschende Vegetations- und Landschaftsform Uruguays sind die weiten, heute baumarmen oder baumlosen Grasflächen der Campos, des uruguayischen Pendants der argentinischen Pampas. Nur an trockenen Standorten sind die Campos gelegentlich von natürlichen Gehölzen und Einzelbäumen durchsetzt. Auf den trockenen Schotterflächen der Cuchillas wachsen Xerophyten, unter anderem Kakteen.
Die ursprünglich weiter nach Süden reichenden Wälder des brasilianischen Berglands, die durch Beweidung und Holzeinschlag weitgehend zerstört wurden, sind heute auf die Flussauen und feuchten Niederungen beschränkt. Im Tal des Uruguay dringt der subtropische Feuchtwald in einem bis zu 10km breiten Streifen nach Süden vor und säumt die Unterläufe der Nebenflüsse mit maximal 100m breiten Galeriewäldern. Heute sind nur noch knapp 5% der Landesfläche bewaldet; Uruguay ist damit das waldärmste Land Südamerikas.
Die Fauna ist artenreich und entspricht weitgehend jener der argentinischen Pampas mit Gürteltieren, Pampashirschen und Nandus als den auffälligsten Tieren. Vereinzelt ist auch noch der Jaguar anzutreffen. An den Flüssen ist das Wasserschwein, mit einer Körperlänge von bis zu 1m das größte Nagetier der Erde, weit verbreitet.