Südafrika-Informationen aus dem GEO-Themenlexikon
Südafrika lässt sich in die drei Landschaftsformen Küstenregion, Randstufenbereich und Hochland gliedern. Auf die Küste folgt eine deutlich ausgeprägte Randstufe, mit der das Land Höhen von bis über 3000m erreicht. Diese Gipfel gehören zu den Drakensbergen, die sich als Gebirgskette parallel zur Ostküste am Indischen Ozean ziehen. Im Süden liegen die niedrigeren Gebirge Swartberge und Langeberg. Zum Landesinneren geht die Randstufe in ein flacheres Hochland über. Dessen höchster Teil, das Hochveld, liegt auf 1200 bis 1800m Höhe. Der Norden flacht zum Kalaharibecken ab, das nur auf 800 bis 1200m liegt und dessen größter Teil zu Botswana gehört.
Schutz für Tiere und Pflanzen Südafrikas Natur und Landschaften ziehen viele ausländische Touristen an. Zu den bekanntesten Strecken gehört die »Gartenroute«, die parallel zur Südküste verläuft. Ihr Kern beginnt bei Mossel Bay im Westen und endet am Tsitsikamma-Nationalpark im Osten. Die gut ausgebaute Panoramastraße erinnert an Südafrikas Geschichte – in der Nähe von Mossel Bay landete 1488 der Portugiese Bartolomeu Diaz als erster Europäer – und präsentiert einen Teil der vielfältigen Natur des Landes. Sie durchquert die malerischen Städtchen George und Knysna, die den Besucher aus Übersee mit ihrer an kleine europäische Orte erinnernden Architektur vergessen lassen, in Schwarzafrika zu sein.
Der Tsitsikamma-Nationalpark erstreckt sich rund 80km entlang der Küste und umfasst auf 5km Breite auch das dazugehörige Meer; dort können mit etwas Glück Wale und Delfine beobachtet werden. Auf dem Land zieht sich der rund 40km lange Wanderweg »Ottertrail«, der nach dem dort lebenden Kapotter benannt wurde.
Seltene Tierarten leben auch in Südafrikas anderen Nationalparks. Zwei von ihnen liegen nördlich von Port Elizabeth und verraten ihre Hauptsehenswürdigkeiten in ihren Namen: Der Mountain-Zebra-Nationalpark wurde 1937 eingerichtet, um das Bergzebra, von dem damals weltweit nur noch weniger als 100 Tiere lebten, vor dem Aussterben zu bewahren. Der Bestand des ersten kleinen Schutzgebiets umfasste damals sechs Tiere, heute leben rund 350 Bergzebras auf dem 200km² großen Gelände des Nationalparks. Bis 1999 waren 1100 Bergzebras vom Mountain-Zebra-Nationalpark in andere Schutzgebiete umgesiedelt worden.
Ähnlich erfolgreich verlief die Rettung der Elefanten im heutigen Addo-Elephant-Nationalpark. Da die auf dem ursprünglichen Gelände lebenden Wildtiere den Farmern des 19.Jh. im Weg waren, wurden sie von ihnen ausgerottet: Ab 1849 gab es dort keine Löwen mehr, 1853 starb das letzte Nashorn. Die Elefanten konnten sich am längsten behaupten, aber bis 1931 – dem Jahr der Einrichtung des Nationalparks – war auch ihre Zahl auf elf zurückgegangen. Inzwischen konnte sich der Bestand auf heute wieder rund 300 Tiere erholen. Auch anderen Tieren wird ein geschützter Rückzugsraum geboten: Aus den in den 1960er-Jahren aus Kenia importierten Spitzmaulnashörnern hat sich eine Population von über 30 Tieren gebildet.
Südafrikas Wildtiere mögen spektakulär sein, einmalig aber ist die Vegetation an der südwestlichen Spitze des Landes. In dem so genannten Kapländischen Florenreich kommen etwa 7000 Pflanzenarten vor, die sich deutlich von den Arten in den angrenzenden Regionen unterscheiden. Blumenfreunden sind die dort in vielen Arten wachsenden Amaryllis und Fresien vertraut. Deutschland, das viermal so groß ist wie das Florenreich am Kap, hat nur ein Drittel von dessen Pflanzenvielfalt.