Spanien-Informationen aus dem GEO-Themenlexikon
Für den Mitteleuropäer der Inbegriff für sonnige Küsten, ist Spanien auch das nach der Schweiz höchstgelegene Land Europas. Der größte Teil ist Hochland oder Gebirge. Die Mitte des Landes wird von einer Hochfläche, der Meseta, eingenommen. Sie ist von Gebirgen umrahmt, im Norden vom Kantabrischen Gebirge mit den Picos de Europa, im Süden von der Sierra Morena, im Nordosten vom Iberischen Randgebirge. Der Westen der Nordmeseta geht in das Nordportugiesische Bergland (Serra da Estrêla) über. Das Galicische Bergland erhebt sich ganz im Nordwesten des Landes. Zwischen den Pyrenäen (3404m) und dem Iberischen Randgebirge öffnet sich das Becken des Ebro, der mit 910 km der längste Fluss innerhalb Spaniens ist, zum Mittelmeer hin. Die höchsten Gipfel der Halbinsel besitzt die Sierra Nevada (3478m) im Süden.
Ein ungelöstes Problem: die Bodenerosion Mit der schon in vorrömischer Zeit einsetzenden Waldvernichtung sind an vielen Hängen die Böden erodiert und in die Flusstäler abgespült worden. Die Bodenzerstörung auf den Ackerflächen ist auch heute noch ein großes Problem. Die Starkregen auf weitgehend vegetationslosen Böden können besonders nach der sommerlichen Trockenheit nur wenig versickern. Durch die Flusstäler wälzen sich dann die braunen Wassermassen und überschwemmen die Talauen. Mithilfe großflächiger Aufforstungen versucht man daher, die Bodenerosion zu verringern. Durch die gezielte Anlage von Staustufen soll außerdem die jahreszeitlich stark schwankende Wasserführung mit früher verheerenden Schmelzhochwassern ausgeglichen werden, um Überschwemmungen vorzubeugen. Jedoch begegnen dem Reisenden in Spanien nach wie vor viele Erosionslandschaften.
Über 3000km Küsten Die Küsten allein des spanischen Festlandes sind 3144km lang, davon 1663 km am Mittelmeer. Spektakulär sind die bis 100m hohen Kliffs an der Steilküste, die von den hohen atlantischen Wellen der stürmischen Biskaya bearbeitet werden. Hier kann der Tourist noch idyllische Sandbuchten finden.
Am Mittelmeer mit seinen geringen Tiden haben sich hingegen schmale, flache Küstenebenen herausgebildet. Diese »Küstenhöfe« mit ihren fruchtbaren Böden werden seit maurischer Zeit durch Bewässerungslandwirtschaft intensiv genutzt. Seit 1950 wurde die gesamte Mittelmeerküste in einem beispiellosen Bauboom für den Strandtourismus erschlossen. Erst westlich von Gibraltar geht es wieder ruhiger zu.
Spanische Inselwelten – Balearen
und Kanaren Die Balearen mit den Inseln Mallorca, Menorca, Cabrera, Ibiza und Formentera, östlich des Golfs von Valencia gelegen, sind vor allem als Paradies für Sonnenanbeter bekannt, haben jedoch auch herr- liche Berglandschaften zu bieten. Im Nordwesten von Mallorca erreicht die Sierra de Tramuntana im Puig Mayor 1445m Höhe und imponiert durch eindrucksvolle Karstformen und steile Kliffs. Hier spürt man noch den romantischen Zauber, den George Sand im 19.Jh. in ihrem Reisebericht »Ein Winter in Mallorca« beschrieb.
Die Kanaren vor der Nordwestküste Afrikas bestehen aus sieben größeren und sechs kleineren Inseln und bilden – wie die Balearen – eine eigene Region mit der Hauptstadt
Las Palmas de Gran Canaria (354900 Einwohner). Bewohnt sind Teneriffa, Gran Canaria, Gomera, La Palma, Hierro, Fuerteventura, Lanzarote und Graciosa. Höchster der mächtigen Vulkanberge – und gleichzeitig der höchste Berg des spanischen Staatsgebiets – ist mit 3718 m der Pico de Teide auf Teneriffa.
Ein ungewöhnlich gleichmäßiges Klima mit milden Wintern und gemäßigten Sommern zeichnet die Inselgruppe aus. Die schon von den Römern so bezeichneten »Glücklichen Inseln« sind Ziel vieler Erholungsreisender, besonders im Winterhalbjahr.