Slowakei-Informationen aus dem GEO-Themenlexikon
Die Slowakische Republik ist ein bergiges Land: Vier Fünftel des Territoriums liegen höher als 750Meter. Das Landschaftsbild wird zum größten Teil durch die geologisch sehr vielfältigen und von breiten Tälern und Becken gegliederten Westkarpaten bestimmt. Sie erstrecken sich mit den Kleinen Karpaten und den Weißen Karpaten über das Javornikgebirge in einem weiten Bogen von der Donau im Westen bis zum Duklapass im Osten. Den nördlichen Teil des äußeren Gebirgsbogens bilden die lang gestreckten und stark bewaldeten Sandsteinrücken der Beskiden. Die innere Kette bilden die Niedere und Hohe Tatra, die erzreichen Gebirgszüge der Großen Fatra und der Kleinen Fatra sowie das Slowakische Erzgebirge.
Im Südosten des Slowakischen Erzgebirges liegt der Slowakische Karst, eine spektakuläre Landschaft mit zahlreichen Höhlen und tiefen Schluchten. Den Ostteil des Gebirges nimmt das nicht minder beeindruckenden Slowakische Paradies ein. Die Hohe Tatra gilt als kleinstes Hochgebirge der Welt. Mit 2655 m ist die Gerlsdorfer Spitze der höchste Punkt des Landes. Am Fuß der Hohen Tatra liegt – umsäumt von steil aufragenden Felsen – eine Vielzahl kristallklarer Seen. Diese so genannten Meeraugen bildeten sich beim Abschmelzen des eiszeitlichen Gletschereises.
Im äußersten Osten hat das Land jenseits der Ostslowakischen Ebene mit dem Laborecbergland und dem vulkanisch geprägten Vihorlatgebirge Anteil an den Waldkarpaten. Im Südwesten geht das hügelige Karpatenvorland mit seinen Wein- und Obstbaukulturen in die zum Teil lössbedeckte Slowakische Tiefebene über, die Kornkammer des Landes. Hier, zwischen Donau, Kleiner Donau und Waag befindet sich Europas größte Flussinsel, die 1540 km² einnehmende Große Schütt, ebenfalls ein bevorzugtes Obst- und Gemüseanbaugebiet.
Reich an schützenswerten Wäldern Rund 40% des Landes sind mit Wald bedeckt. In Lagen bis 500m wachsen Eichenwälder, die mit zunehmender Höhe von Buchen- und Fichtenwäldern abgelöst werden. Oberhalb der Waldgrenze (1500m) erstreckt sich die Zone der Latschenkiefern, die in eine alpine Moos- und Graslandschaft übergeht. In höheren Lagen wachsen seltene Pflanzen wie das Edelweiß, das Karpaten-Alpenglöckchen oder das Moris-Habichtskraut. In abgelegenen Regionen haben Bären, Luchse, Wölfe, Fischottern, Steinadler und Tatra-Gämsen ein Rückzugsgebiet gefunden. Um einen wirksamen Schutz der einmaligen Landschaftsgebiete mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt zu gewährleisten, wurden seit Ende der 1940er-Jahre insgesamt sieben Natur- und Nationalparks ausgewiesen.
Blaufränkisch und Rhein-Riesling Seit Jahrhunderten wird im Gebiet der Slowakischen Republik Wein angebaut, die berühmteste Weinbauregion bilden die südwestlichen und südöstlichen Gebirgshänge der Kleinen Karpaten im Westen des Landes. Zwar können die slowakischen Weine nicht mit den Spitzenweinen berühmter europäischer Anbaugebiete konkurrieren, doch stellen die Winzer eine große Auswahl Tafelweine von guter Qualität her. Die verbreitetste Rotweinsorte ist die Frankovka, ein Blaufränkischer. Als der König slowakischer Weine gilt jedoch der Rizling rynsky´, ein Rhein-Riesling, der auf den Rebflächen um die Hauptstadt gedeiht.