Polen-Informationen aus dem GEO-Themenlexikon
Zwischen Ostsee und Karpaten Polen besteht zu drei Vierteln aus Tiefland, das sich durchschnittlich nicht über 200m erhebt. Auf die Küstenebene folgt das Jungmoränenland, das seine Erhebungen und Seen den Gletschern der Weichseleiszeit zu verdanken hat, die vor rund 10000 Jahren zu Ende ging. Neben der Küste mit ihren Sandstränden gehören die Pommersche und die Masurische Seenplatte zu Polens traditionellen Touristenzielen. Mit jeweils knapp über 100km² sind der Spirdingsee und der Mauersee Polens größte Seen – sie sind nur wenig kleiner als die Müritz, Deutschlands größter See in der Mecklenburgischen Seenplatte. An die Jungmoränenlandschaft schließt sich im Süden das Altmoränenland an, Zeugnis des maximalen Gletschervorstoßes der Saaleeiszeit, die vor rund 130000 Jahren ihr Ende hatte.
Polens südliches Drittel wird von Bergen geprägt, die anfangs Mittelgebirgscharakter haben. Die mit 612m höchste Erhebung dort ist die L/ysica östlich von Kielce. Die beiden höchsten Gebirge des Landes markieren jeweils die Landesgrenze. In den Sudenten im Südwesten verläuft die Grenze zu Tschechien direkt auf dem höchsten Gipfel, der 1602m hohen Schneekoppe. Im Südosten liegt die Hohe Tatra, der nordwestliche Ausläufer der Karpaten. Mit ihrer Länge von 80km und einer Breite von 50km gilt sie als kleinstes Hochgebirge der Welt; ein Fünftel gehört zu Polen. Vom höchsten Gipfel des Landes, dem 2499m hohen Rysy (Meeraugspitze), fällt der Blick auf den in der Slowakei liegenden Hauptteil der Hohen Tatra.
Die Küste ist im Westen durch die Pommersche Bucht, im Osten durch die Danziger Bucht gegliedert. Durch die Verlagerung von Sand entstanden sind die Halbinsel Hela, die eigentlich eine Nehrung ist, und die sich anschließende Frische Nehrung, die das Meer zum Frischen Haff abgetrennt hat. Sand spielt auch bei den Wanderdünen westlich von L/eba eine Rolle, die mit bis zu 50m Höhe zu den größten Exemplaren in Europa zählen.
Die Weichsel, Polens längster Fluss, passiert auf ihrem 1047km langen Lauf einige der bedeutendsten polnischen Städte – darunter Krakau (Kraków), Warschau und Thorn (Toru´n) – und mündet bei Danzig (Gda´nsk) in die Ostsee. Die Oder ist mit 910km nicht nur der zweitlängste Fluss des Landes, sondern auch der symbolträchtigste. Ihr Unterlauf bildet die Grenze zwischen Polen und Deutschland und war bis zum Eintritt Polens in die Europäische Union 2004 östliche Außengrenze der Staatengemeinschaft.
Wertvolle Naturlandschaften Wälder bedecken heute nur noch rund 28% der Landesfläche, überwiegend in den Karpaten, in den Sudeten und in dem Gebiet der Masurischen Seenplatte. Vorherrschend sind Nadel- und Mischwälder. Neben den Resten urzeitlicher Wälder ist aber auch die an Sümpfen und Moorwäldern reiche Schwemmlandebene der Biebrza im Nordosten des Landes von großer Bedeutung. In dieser nahezu unberührten Flusslandschaft, die zu den letzten ihrer Art in Mitteleuropa gehört, wurde 1994 zum Schutz von Adlern, Schwarz- und Weißstörchen, Bibern, Ottern, Elchen und Wölfen Polens größter Nationalpark eingerichtet.
Insgesamt gibt es in Polen über 20 Nationalparks mit einer Gesamtfläche von 306 464 ha, rund 400 Landschaftsschutz- und 1300 Naturschutzgebiete sowie 120 Landschaftsparks. Der Bial⁄owiez.er Urwald gehört zum Weltnaturerbe der UNESCO.