Österreich-Informationen aus dem GEO-Themenlexikon
Gebirge, Hügel, weite Becken Die Ostalpen gliedern sich in die Nördlichen Kalkalpen, die Zentralalpen und die Südlichen Kalkalpen, die sich nach Osten fächerförmig verbreitern und dabei merklich an Höhe verlieren. Zwei Längstalzonen, die zugleich auch wichtige Verkehrsleitlinien sind, trennen die Alpenketten voneinander: Die nördliche wird von Teilen des Inn-, Salzach- und Ennstales gebildet, die südliche vom Drautal und dem Klagenfurter Becken. Die Nördlichen Kalkalpen sind auf weite Teile ein schroffes, stark verkarstetes und unzugängliches Gebirge. In den Zentralalpen, deren höchste Teile die Hohen Tauern bilden, liegt der Großglockner, mit einer Höhe von 3798m die höchste Erhebung des Landes. Von den Südlichen Kalkalpen liegen nur die Gailtaler Alpen sowie die nördlichen Teile der Karnischen Alpen und der Karawanken auf österreichischem Gebiet.
Mühlviertel und Waldviertel im Nordwesten gehören zum geologisch viel älteren Granit- und Gneishochland des Böhmischen Massivs, das sich auch noch jenseits der Donau fortsetzt und den Fluss zwingt, Engtalstrecken wie die Wachau auszubilden. Zwischen diesen Mittelgebirgslandschaften und den Alpen erstreckt sich die fruchtbare Hügel- und Terrassenlandschaft des Alpen- und Karpatenvorlandes mit dem Innviertel und dem Weinviertel. Den Osten des Landes bilden das zwischen Alpen und Karpaten eingebrochene Wiener Becken, das durch die Donau in das eigentliche Wiener Becken und das Marchfeld getrennt wird, sowie die Randbecken des Pannonischen Tieflandes, zu denen die Grazer Bucht und die Buchten von Oberpullendorf und Neusiedl gehören, vom Weinbau geprägte flachwellige Hügel- und Terrassenländer.
Die Donau und andere Gewässer Mehr als 95% des Staatsgebietes liegen im Einzugsbereich der Donau, die Österreich im Nordosten auf einer Länge von 350km von Westen nach Osten durchfließt. Dem letzten Stück unberührter Donau-Aauenlandschaft zwischen Wien und der Grenze zur Slowakei drohte 1984 durch den Bau eines Donaukraftwerkes die Zerstörung. Heftige Proteste von Naturschützern führten zur Einstellung der Bauarbeiten, 1996 wurde bei Hainburg an der Donau der »Nationalpark Donau-Auen« eingerichtet.
Vorarlberg gehört überwiegend zum Einzugsbereich des Rheins, randliche Teile des Mühl- und Waldviertels zu dem der Elbe. Neben zahlreichen kleinen Karseen in den Alpen und künstlichen Stauseen besitzt Österreich zwei großartige Seenlandschaften, die sich in eiszeitlich entstandenen Zungenbecken gebildet haben: das Salzkammergut u.a. mit Atter-, Mond-, Traun- und Sankt Wolfgangsee und das Gebiet der Kärntner Seen mit Millstätter, Ossiacher und Wörther See sowie Weißensee. Außerdem hat Österreich Anteil am Neusiedler See im Osten sowie einen kleinen am Bodensee im Westen.
Dunkle Wälder und grüne Almmatten Auffallend ist der große Waldbestand. Am dichtesten bewaldet sind die Hänge der Nördlichen Kalkalpen und die vorgelagerten Berge sowie die Mittelgebirge Kärntens und der Steiermark. In Höhenlagen über 900m wachsen hauptsächlich Fichten, auf kargeren Böden und in höheren Lagen Kiefern. Andere wichtige Baumarten sind Lärche, Buche und Eiche. Im trockenen Steinfeld im Wiener Becken wachsen Schwarzkiefern, aus denen früher Harz gewonnen wurde. Im nördlichen Landesteil kommen Buchen-Tannen-Fichten-Mischwälder vor. Über den alpinen Nadelhölzern hat sich in den höchsten Gebirgsteilen bis rund 3300m hochalpine Vege- tation mit Grasheiden und Polsterpflanzen, darunter auch das Edelweiß, die Alpenpflanze schlechthin, angesiedelt. Am südöstlichen Gebirgsrand trifft man noch Vertreter aus Südosteuropa wie Hopfenbuchen, Eschen und Edelkastanien an.