Namibia-Informationen aus dem GEO-Themenlexikon
Seit mindestens 5Mio. Jahren, seit sich der kalte Benguelastrom an der Küste etabliert hat, zieht sich die Wüste Namib wie ein Gürtel an der Atlantikküste entlang. Sie ist insgesamt 1500km lang, aber nur 80 bis 120km breit und reicht im Süden und Norden noch über die Landesgrenzen hinaus. Im Norden ist sie meist von steinig-felsiger Beschaffenheit, den Süden bedecken Wanderdünen. Der Küstenstreifen zeichnet sich durch die hohe Luftfeuchtigkeit mit etwa 200 Nebeltagen im Jahr und geringere Temperaturschwankungen aus.
Land der wasserlosen Flüsse Nur die Grenzflüsse führen ganzjährig Wasser: der Oranje im Süden, der auf 500km Länge Namibia berührt, sowie der Kunene und der Okawango im Norden und der Sambesi im äußersten Nordosten. Alle »Riviere« im Landesinnern sind Trockenflüsse, das heißt, sie führen nur in der Regenzeit zeitweise Wasser, und das auch nur nach wirklich starken Regenfällen und vielfach nur streckenweise.
Artenreiche Tierwelt und vorbildlicher Naturschutz Die Vegetation Namibias reicht vom lichten Trockenwald im Norden über Dornsavanne im Zentralteil bis zur kargen Wüstensteppe im Süden, wo vereinzelt auch Köcherbäume, bis zu 9m hohe baumartige Aloen, wachsen. Die Vollwüste im Westen ist weitgehend vegetationslos.
Die Tierwelt ist sehr artenreich: Neben den meisten Antilopenarten kommen Giraffen, Zebras, Elefanten, Löwen und Leoparden vor. Dem gefährdeten Spitzmaulnashorn gilt die besondere Aufmerksamkeit der Naturschützer. Der Fischreichtum der Küstengewässer ist Lebensgrundlage für zahlreiche Seevögel, deren Guano wirtschaftlich genutzt wird, und für umfangreiche Kolonien von Robben, wobei es sich hier um den Südafrikanischen Seebären handelt.
Namibia war das erste Land, das den Umweltschutz in seine Verfassung aufgenommen hat. Heute stehen 13,6 % der Landesfläche unter Naturschutz. Der größte National- park ist mit 49768 km² der Namib-Naukluft-Nationalpark; ein ausgesprochenes Tierparadies ist der 22270km² große Etoscha-Park.