Myanmar-Informationen aus dem GEO-Themenlexikon
Der nördliche Hauptteil des Landes besteht aus drei großen Landschaftsräumen. Im Westen, im Grenzraum zu Bangladesh und Indien, liegt das westmyanmarnische Randgebirge, ein Ausläufer des Himalaja, der bis auf 3826m ansteigt. Den Osten, den Grenzraum zu China, Laos und Thailand, nimmt das Shanplateau ein, das nach Norden gebirgiger wird und in die tibetischen Randgebirge übergeht. Der Hkakabo Razi an der Nordspitze des Landes ist mit 5581m der höchste Berg Myanmars.
Zwischen diesen beiden Gebirgsregionen erstreckt sich das fruchtbare Irawadibecken, die Kernlandschaft Myanmars. Es ist ein Tiefland, das vom Irawadi und seinen Nebenflüssen Chindwin und Sittang durchzogen wird. Der rund 2000km lange Irawadi, in dem die vom Aussterben bedrohten Irawadi-Delfine leben, mündet im Süden des Beckens in einem 40000km² großen Delta in den Golf von Martaban. Durch die stetige Ablagerung von Sedimenten schiebt der Irawadi sein Mündungsgebiet immer weiter in das Meer vor.
Belebte Wälder Etwa die Hälfte des Landes ist bewaldet. Die Gebirge sind in den tieferen Lagen reich an tropischem Regenwald. In trockeneren Gebieten gibt es auch Monsunwälder, deren Pflanzen während der Trockenzeit ihr Laub abwerfen. In beiden Waldarten kommen zahlreiche Affenarten vor, u.a. der zu den Makaken gehörende Schweinsaffe mit seinem namengebenden nackten Kurzschwanz. In höheren Lagen prägen Bambuswälder das Landschaftsbild. Bambus gedeiht auch in jenen Gebieten im Tiefland, die einst mit Regenwald bestanden waren. Die Bambuswälder sind der Lebensraum des etwa 65cm langen Kleinen Panda.
Kiefern- und Eichenwälder erstrecken sich über weite Teile des Shanplateaus. Diese Vegetation findet sich auch im hohen Norden, ergänzt um Rhododendronwälder. Mangrove prägt viele Küstenabschnitte.