Kenia-Informationen aus dem GEO-Themenlexikon
Im nördlichen Teil der Küste zum Indischen Ozean, mit der Stadt Lamu im Zentrum, wachsen Mangrovenwälder. Der südliche Abschnitt, dort liegt Kenias zweitgrößte Stadt Mombasa, wird durch die landwirtschaftliche Nutzung geprägt. Plantagen und Pflanzungen, vorwiegend mit Ananas, Sisal und Cashewnüssen, prägen hier das Bild.
Die Küstenvegetation geht zum Landesinneren in Savannen über, die die anschließenden Ebenen dominieren. Der hohe Grasbewuchs der Trockensavanne wird nach Westen hin immer spärlicher und ist in der Dornsavanne nur noch inselhaft zu finden. Die Pflanzen sind die Nahrungsgrundlage für viele Tiere, hier liegt der Tsavo-Nationalpark. Mit seinen 22800 km² Fläche – das entspricht der Ausdehnung von Mecklenburg-Vorpommern – ist er nicht nur der größte Nationalpark in Kenia, sondern im gesamten Ostafrika.
Die Höhen des zentralen Hochlandes liegen zwischen 1500m und knapp 5200 Metern. Weite Teile werden landwirtschaftlich genutzt, Tee und Kaffee wachsen dort genauso wie Bananen und Orangen. Im Mount-Elgon-Nationalpark an der Grenze zu Uganda erreichen mehrere Gipfel eine Höhe von über 4000m, stattliche 3000 m sind es noch im Aberdare-Nationalpark. Alles überragend ist der Mount Kenia, der mit 5199m zweithöchste Gipfel Afrikas, dessen Spitze von Eis und Schnee bedeckt ist. Er ist ein erloschener Vulkan und damit Beweis, dass die unruhige Erde für Kenias Höhen verantwortlich ist. Von Nord nach Süd verläuft der Ostafrikanische Graben, das Rift Valley, durch das Land. Diese tektonische Störung setzt sich über die Grenzen hinweg fort, sowohl in den nördlichen Nachbarstaat Äthiopien wie nach Tansania im Süden. Am Baringosee, 250km nordwestlich von Nairobi, rücken die beiden Ränder des Grabens am nächsten aneinander heran, am Turkanasee liegen sie am weitesten auseinander.
Der Turkanasee, der größte See des Landes, bedeckt rund 15-mal so viel Fläche wie der Bodensee. Von den großen Seen Afrikas ist er der salzhaltigste und symbolisiert damit auch die Lebensfeindlichkeit der Region, in der er liegt. Fast zwei Drittel von Kenia, u.a. der gesamte Norden, besteht aus Halbwüste. Östlich des Turkanasees liegt Kenias einzige Wüste, die Chalbiwüste.
Die Bedingungen an der zweiten großen Wasserfläche des Landes stellen sich völlig anders dar: Die Hauptanteile des 68000 km² großen Victoriasees gehören zu Uganda und Tansania. Nur der nordöstliche Ausläufer des Sees ragt nach Kenia hinein. Diese rund 3800 km² haben aber dazu beigetragen, dass die Region zu den bevölkerungsreichsten von Kenia zählt.