Kamerun-Informationen aus dem GEO-Themenlexikon
Das fast dreieckförmige Gebiet bildet den Übergang von West- nach Zentralafrika. Es reicht vom Kongobecken und der Guineaküste, an der es einen Anteil von 320km hat, über die Niederguineaschwelle bis zum Tschadsee. Das Küstentiefland hat tropisches Regenwaldklima mit hohen Temperaturen und hohen Niederschlägen (z.B. in Douala 4000mm). An der Küste finden sich feinsandige Strände, unterbrochen von Flussmündungen, in denen Mangroven wachsen. Einer der beliebtesten Badeorte ist Limbe an der Mündung des gleichnamigen Flusses, eingebettet in die tropische Vegetation am Südfuß des Kamerunbergs. Limbe (33000Einwohner) hieß bis 1983 Victoria und hat ansehnliche Gebäude im Kolonialstil aufzuweisen.
Mit dem Kamerunberg beginnt das Westkameruner Bergland. Es gehört zu einer jungen Vulkanzone, die sich von den Guineainseln (São Tomé, Príncipe, Bioko) nach Nordosten erstreckt. Dieses ganze Bergland mit seinen hohen Niederschlägen (Bamenda 2700mm, extrem am Kamerunberg mit 11000mm) und seinen fruchtbaren Vulkanböden weist eine blühende Landwirtschaft auf mit Kaffee- und Bananenplantagen sowie Pflanzungen mit Ölpalmen. In Richtung Osten schließt sich ein Savannenhochland an – Völkerkundler und Kunstkenner sprechen vom Kameruner Grasland –, das von Hackbauern und Händlern dicht besiedelt ist.
Im Zentrum des Landes erstreckt sich das Adamaua-Gebirge von Ost nach West und bis nach Nigeria hinein. Es ist ein welliges Hochland mit mittleren Höhen um 1000mü.M., aus dem schroffe Granitmassive und Inselberge aufsteigen, von denen einige 2400m Höhe überschreiten. Durch die hohen Niederschläge (Ngaoundéré 1450mm) ergibt sich eine Feuchtsavanne mit Galeriewäldern in den tief eingeschnittenen Flusstälern. Auf den Höhen wachsen Trockenwälder. Adamaua, eines der besten Weidegebiete Zentralafrikas, hat wegen der niedrigen Bevölkerungsdichte nicht unter Überweidung zu leiden. Zentrum ist Ngaoundéré (50000 Einwohner), Endpunkt der Transkamerunbahn.
Vom fruchtbaren, feuchten Süden zur trockenheißen Sahelzone Während sich das Gebirge nach Süden hin sanft abdacht, bricht es nach Norden in einer steilen Stufe zur Benuesenke (200mü.M.) ab, die dann in das Tschadbecken mit dem abflusslosen Tschadsee (281mü.M.) übergeht. Seiner Höhe entsprechend wirkt das Adamaua-Gebirge als Klimascheide. Die feuchten Winde vom Atlantik können nicht in den trockenen Norden Kameruns gelangen, der schon zum Sahel gehört. Die dortigen Viehzüchter müssen mit fünf trockenen Monaten und einem Jahresniederschlag von 550mm rechnen.
Den einzigen Höhenzug des Landes im Norden bilden die Mandaraberge; sie sind die letzten Ausläufer der Kameruner Vulkanzone. Das Granitplateau von etwa 800m ü.M. ist von felsigen, bis 1350m hohen Vulkannadeln durchsetzt. Hier wird an stark terrassierten Hängen eine intensive kleinbäuerliche Landwirtschaft betrieben.