Indien-Informationen aus dem GEO-Themenlexikon
Westlich des Himalaja schließt sich das Karakorum an. An beiden Gebirgsketten hat der Norden Indiens Anteil. Mit dem 8586m hohen Kangchendzönga im Himalaja liegt der dritthöchste Berg der Erde auf indischem Gebiet. Die Inder selbst entdecken diese für indische Verhältnisse relativ dünn besiedelte Region zurzeit selbst neu. In den im Winter verschneiten Hochgebirgsregionen profilieren sich immer mehr Siedlungen als Skiorte.
Südlich der Gebirge schließen sich weite, dicht besiedelte Ebenen an, die von zahlreichen Flüssen durchzogen werden. Der mächtigste Strom Indiens ist der Ganges, aber auch der Brahmaputra, der Hauptfluss von Bangladesh, sowie der Indus, der überwiegend durch Pakistan fließt, strömen zum Teil durch indisches Gebiet. Brahmaputra und Ganges bilden an der Grenze zu Bangladesh mit einem riesigen Delta eine bemerkenswerte Naturlandschaft: Die so genannten Sundarbans sind der größte Gezeitenwald der Erde.
Im Nordwesten hat Indien Anteil am Pandschab, dem überwiegend zu Pakistan gehörenden Fünfstromland. Es ist Indiens ältester Kulturraum und einer der ältesten der Erde überhaupt. Nach Süden geht diese Ebene in die Wüste Thar über, ein kaum bewohntes Gebiet, in dem auch Indiens Atomtestgelände liegt.
Eingerahmtes Südindien Südlich der Millionenmetropolen Bhopal und Indore steigt das Gelände an. Das Vindhyagebirge und das Satpuragebirge sind Mittelgebirge. Sie verlaufen von Osten nach Westen, und zwischen ihnen liegt das Tal des Flusses Narmada, der als Landschaftsgrenze zwischen Nord- und Südindien gilt.
Der Süden wird überwiegend vom Hochland von Dekhan eingenommen. Diese rund 500000km² umfassende Landschaft ist vulkanisch geprägt, die etwa 800 bis 1000m ü.M. gelegenen Ebenen sind sehr fruchtbar. Eingerahmt wird der Dekhan von zwei Gebirgen, den Ghats, was auf Sanskrit »Stufen« bedeutet. Die Westghats fallen in einer einzigen steilen Bruchstufe zum Arabischen Meer ab. Die Ostghats senken sich über mehrere Stufen zum Golf von Bengalen. Jenseits der Gebirge erstrecken sich Küstentiefländer, die schmale Malabarküste im Westen und die breitere, durch viele Buchten und Flussdeltas kompliziert gezeichnete Koromandelküste im Osten.
Gefährliche wie gefährdete Natur In den feuchten Gebieten entlang der Westküste, aber auch am oberen Gangesdelta sowie im südlichen Südindien gibt es noch tropische, immergrüne Regenwälder. Die Monsunwälder Nordindiens hingegen sind fast verschwunden, da fast die gesamte nordindische Ebene Kulturland ist. Insgesamt ist nur noch ein Viertel des indischen Territoriums bewaldet. Im Himalaja soll die Abholzung mit allen Mitteln eingedämmt werden. Die häufigen katastrophalen Überschwemmungen in den nordindischen Ebenen und in Bangladesh sind Folgen der Rodungen: Mit den Bäumen verschwinden die Wurzeln, die den Boden festhalten, der normalerweise Wasser speichert. Das überschüssige Wasser lässt dann die großen Ströme in den Ebenen über die Ufer treten und bringt so Vernichtung und Tod.
In den weiten Savannen des Dekhan kommt noch der Indische Elefant vor, Affen sind im Süden zahlreich. Indische Löwen leben in Schutzgebieten im nordwestindischen Gujarat, den Königstigern ist ein großes Rettungsprojekt gewidmet.