Guatemala-Informationen aus dem GEO-Themenlexikon
Land der Vulkane und Erdbeben Der nördliche Teil Guatemalas mit dem Departamento El Petén, das etwa ein Drittel der Landesfläche einnimmt, gehört zur durchschnittlich 500m ü.M. hoch gelegenen flachwelligen Kalktafel der Halbinsel Yucatán. Im Osten, zwischen Belize und Honduras, hat Guatemala einen kleinen Anteil am karibischen Küstentiefland. Der südliche Landesteil wird in Ost-West-Richtung von den Gebirgsketten der zentralamerikanischen Kordilleren durchzogen. Die bis zu 3800m hohen Altos Cuchumatanes im nordwestlichen Zentrum, die sich nach Osten in der Sierra de las Minas mit niedrigeren Höhen fortsetzen, gehören zum nördlichen Zweig dieses Gebirgssystems.
Der südlich anschließende Zweig der Sierra Madre besteht aus Kettengebirgen, Massenbergländern und Hochflächen; diese werden entlang dem Abfall zum 30 bis 50 km breiten pazifischen Küstentiefland längs einer erdbebenreichen Bruchzone von 33 Vulkanen überragt, von denen der nicht mehr tätige Tajumulco mit 4210m ü.M. der höchste Berg des Landes und gleichzeitig der höchste Vulkan Zentralamerikas ist.
Drei der Vulkane – Santa Maria, Fuego und Pacaya – sind ständig aktiv; ihre Ausbrüche richten wie die häufigen Erdbeben oft schwerste Zerstörungen an. In der Kette der Sierra Madre liegt am Fuße des Vulkans Atitlán in einer Höhe von 1562m ü.M. der 126km² große, bis 384m tiefe Lago de Atitlán, der größte Hochlandsee Guatemalas. Die Hauptflüsse sind der in den Golf von Mexiko mündende Río Usumacinta und der in den Golf von Honduras fließende Río Motagua; im pazifischen Tiefland gibt es zahlreiche kurze, aber wasserreiche Küstenflüsse.
Heimat des legendären Quetzal Der Norden, El Petén, ist von immerfeuchtem Regenwald, im Zentrum auch von Kiefernsavannen bedeckt; hier wachsen u.a. Palmen und Sapotillbäume. Nach Süden hin treten vermehrt Nadelwälder auf. Das teilweise von Mangroven gesäumte pazifische Küstentiefland ist von tropischem Feuchtwald mit Palmen, Mimosen, Akazien und baumartigen Wolfsmilcharten bestanden, der nach Osten hin mit zunehmender Höhe in Trockenwald mit Myrten, Lorbeerarten, Mahagonibäumen, Kakteen und Agaven übergeht. Die luvseitigen Gebirgsregionen tragen ab etwa 1000m Höhe tropischen Berg- und Nebelwald, während sie in den trockeneren Leelagen von Eichen-Kiefern-Mischwäldern und Savannen bedeckt sind.
Die Tierwelt weist unter anderem Brüllaffen, Agutis, Manatis, Pekaris, Opposums, Faul- und Gürteltiere sowie Pumas auf. Tapire und Jaguare sind selten geworden und stehen auf der Artenschutzliste. Zu den vielen Vogelarten gehört der ebenfalls bedrohte Quetzal, der Wappenvogel Guatemalas.