Dänemark-Informationen aus dem GEO-Themenlexikon
Von den Inseln sind 108 bewohnt; die größte ist Seeland, in dessen Ostteil die Hauptstadt Kopenhagen liegt. Die über 7000km² große Insel ist im Westen von Fünen, der zweitgrößten dänischen Insel, durch den Großen Belt getrennt. Diese Meeresstraße hat weiter westlich einen Namensvetter, den Kleinen Belt zwischen Fünen und Jütland. Die dritte große Meeresstraße in dieser Region ist der Öresund zwischen Seeland und dem Südzipfel Schwedens. Auch Grönland und die Färöer gehören zu Dänemark, spielen aber eine Sonderrolle.
Während der letzten Eiszeit war Dänemark vollständig von Eis bedeckt. Die Vereisungsphase prägt bis heute die Landschaft – Dänemark ist sehr eben, es bildet die Fortsetzung des Norddeutschen Tieflandes, das ebenfalls aus Ablagerungen aus der Eiszeit besteht. Insbesondere der Westteil Jütlands ist sehr flach, nach Osten wird es hügeliger, Moränen aus der Eiszeit gestalten die Landschaft. Hier liegt der Yding Skovhøj, ebenfalls eine Moräne und mit 173m die höchste natürliche Erhebung Dänemarks. Auch die Inseln sind durch ein Wechselspiel von Hügel- und Flachland geprägt. Einzige Ausnahme ist das weit im Osten liegende Bornholm, das nicht aus Ablagerungen, sondern aus Granit, Schiefer und Sandstein aufgebaut ist.
Der Verlauf der Nordseeküste Jütlands ist relativ ausgeglichen. Die der Küstenlinie vorgelagerten Inseln sind sehr viel kleiner als diejenigen in der Ostsee. Der Mangel an Buchten und die großen Dünenfelder stehen einem Hafenbau entgegen – erst im 19. Jh. wurde mit Esbjerg der einzige bedeutende Hafen an der Westküste Dänemarks gebaut. Der Limfjord ist nicht, wie sein Name vermuten ließe, ein Fjord, sondern ein etwa 180 km langer Meeresarm, der Jütland fast komplett von Westen nach Osten durchschneidet. Die Ostküste Jütlands hingegen ist formenreich. Meeresbuchten, die Förden, reichen weit ins Land hinein; an ihnen liegen einige Hafenstädte, die zu den ältesten Siedlungsplätzen Dänemarks gehören.
Grönland – eine Eiswüste im Atlantik Genau genommen gehört Dänemark zu den 15 größten Ländern der Erde; es hat in etwa die Fläche von Saudi-Arabien. Denn seit dem Mittelalter ist Grönland, mit fast 2,2 Mio. km² die größte Insel der Erde, ein Teil Dänemarks. Wikinger, die Ende des 9. Jh. auf Grönland landeten, gaben der Insel ihren Namen, der so viel wie »grünes Land« bedeutet. Aus heutiger Sicht ist das schwer verständlich: Von einem schmalen Streifen im Süden abgesehen, ist Grönland vollständig von Eis bedeckt, das eine Dicke von 3,4km erreicht. Als Leif Eriksson um 1000 von Grönland aus nach Nordamerika übersetzte, war das Klima noch sehr viel milder als heute. Wegen der Kälte wurden die Siedlungen auf Grönland zwischenzeitlich auch ganz aufgegeben, und Eskimo blieben die einzigen Bewohner. Ab 1721 kehrten Nordeuropäer zurück, aber noch immer sind die meisten der heute auf Grönland lebenden 60000 Menschen Eskimo. 1979 erhielt Grönland die Selbstverwaltung. Nach einer Abstimmung unter den Insulanern trat die Insel 1985 aus der EG aus, viele der Inselbewohner streben die vollständige Unabhängigkeit an.