Äthiopien-Informationen aus dem GEO-Themenlexikon
Im Süden sind die Seen bemerkenswert, die sich wie Perlen auf einer Schnur aufreihen, die beiden größten sind der Abayasee und der an der Grenze zu Kenia liegende Stefaniesee. Die meisten Seen haben keinen Abfluss. Dagegen verlässt der Blaue Nil Äthiopiens größten See, den im Norden liegenden Tanasee. Sein Wasser bedeckt 3630 km², mehr als sechsmal so viel wie der Bodensee.
Zwischen 1952 und 1993 hatte Äthiopien Zugang zum Meer, bis es durch die Abspaltung und Unabhängigkeit seiner ehemaligen Provinz Eritrea am Roten Meer zu einem Binnenland wurde.
Der große Graben Äthiopiens Hochland wird von Nordosten bis Südwesten von einem tektonischen Graben durchzogen, der Teil des Ostafrikanischen Grabensystems ist. Auf dem Festland zieht sich dieses System von Eritrea, über Äthiopien, Kenia, Tansania, Malawi bis nach Moçambique. Die Erde ist dort so stark in Bewegung, dass sich der östlich gelegene Teil in einer fernen Zukunft vom restlichen Kontinent abspalten und als Insel in den Indischen Ozean abdriften wird.
In Äthiopiens Süden wird der Grabenverlauf durch die Seen markiert, mit lediglich 70 km erreicht er dort seine schmalste Stelle. Wo der Fluss Awash das Bergland verlässt, weitet sich der Graben zur Danakil- oder Afarsenke. Am dortigen Assalsee, an der Grenze zu Eritrea, wird mit 116m unter dem Meeresspiegel die tiefste Stelle des Landes erreicht. Ebenfalls tief gelegen, wenn auch noch mit Höhen über 900m, ist der im Südosten gelegene Bundesstaat Ogaden, dessen Landschaft in Äthiopiens östliches Nachbarland Somalia übergeht.