Aserbaidschan-Informationen aus dem GEO-Themenlexikon
Die Republik Aserbaidschan ist die größte der drei ehemaligen sowjetischen Kaukasusrepubliken und nimmt das südöstliche Gebiet Transkaukasiens ein; mit 86600 km² ist Aserbaidschan nur wenig kleiner als Österreich.
Im Süden grenzt es an Iran und an die Türkei, mit der es eine immerhin 12 km lange gemeinsame Grenze hat. Die westlichen Nachbarn sind Armenien und Georgien. Die Nordgrenze zu der zur Russischen Föderation gehörenden Republik Dagestan verläuft durch den östlichen Großen Kaukasus. Im Osten wird das Land auf 800 km von der Küste des Kaspischen Meers begrenzt.
Zu Aserbaidschan gehören als Exklave zwischen Iran und Armenien die Autonome Republik Nachitschewan (Hauptstadt Nachitschewan) sowie das innerhalb des Staatsgebiets gelegene, von Armenien beanspruchte und besetzte Gebiet Bergkarabach (Hauptstadt Stepanakert).
Kernland Aserbaidschans ist die Kura-Araks-Niederung, die im Bereich des Unterlaufs und des Mündungsdeltas der Kura weitgehend unter dem Weltmeeresniveau liegt. Umrahmt wird diese rund 20000 km² große Senke vom östlichen Teil des Hauptkamms des Großen Kaukasus mit dem Bazardüzü (4466 m) im Norden und vom südöstlichen Teil des Kleinen Kaukasus mit dem vulkanischen Hochland von Bergkarabach im Süden. Der südöstlichste Zipfel der Kura-Araks-Niederung, das Tiefland von Länkäran, wird im Westen von den Ausläufern des Talyschgebirges begrenzt.
Im Nordosten verflachen die Gebirgsketten des Großen Kaukasus und laufen auf der Halbinsel Apscheron aus, die spornartig fast 100km ins Kaspische Meer hineinragt.
Die größten Flüsse des Landes sind die 1364 km lange Kura, die im Ararathochland in der Türkei entspringt, durch Georgien und die Kura-Araks-Senke fließt und ins Kaspische Meer mündet, und deren 1072 km langer rechter Nebenfluss Araks, der Grenzfluss Aserbaidschans zum Iran, dessen Quelle ebenfalls im Osten der Türkei liegt. Im Westen des Landes sind die Kura und ihre im Großen Kaukasus entspringenden Nebenflüsse Alasani und Iori zum 605km² großen Mingetschaurer Stausee als Hochwasserschutz und zur Bewässerung sowie zur Energiegewinnung aufgestaut.
Zwischen Salzwüste, Bergsteppe und Hochgebirge Etwa ein Siebtel der Landesfläche ist bewaldet oder mit Strauchdickichten bestanden, doch beschränken sich die Waldgebiete – vorwiegend sommergrüner Laubwald mit Eichen, Buchen und Kastanien – im Wesentlichen auf die feuchteren mittleren Lagen der Gebirgsabhänge von Großem und Kleinem Kaukasus und der Ausläufer des Talyschgebirges; in Lagen höher als 2200 m gehen sie in subalpine und alpine Bergwiesen über.
Der Übergangsbereich der Kura-Araks-Niederung zum Gebirge ist im Bereich der unteren Berghänge mit einer Bergsteppenvegetation bewachsen. Im Tiefland selbst herrscht Halbwüsten-, stellenweise auch Wüstenvegetation mit Salzwüstencharakter vor. In den feuchten Niederungen des Länkärantieflands finden sich subtropische Reliktpflanzen wie Buchsbaum und Eibe.
Besonders die höheren Gebirgsregionen weisen eine artenreiche Tierwelt mit großen Säugetieren wie Braunbär, Luchs, Hirsch und verschiedenen Ziegenverwandten wie Gämsen und Steinböcken auf. In den südlichen Landesteilen trifft man gelegentlich auf Leoparden, die aus Iran eingewandert sind. Im Kaspischen Meer lebt die Kaspi-Ringelrobbe. In den Niederungen und Beckenlandschaften findet sich eine reiche Vogelwelt mit Arten wie Wiedehopf und Bienenfresser, die aus Mitteleuropa weitgehend verschwunden sind.