Nordspanien: Paradores, gutes Leben und Promenadologie

Reisebericht

Nordspanien: Paradores, gutes Leben und Promenadologie

Reisebericht: Nordspanien: Paradores, gutes Leben und Promenadologie

Nordspanien? Letztes Jahr noch Südafrika, davor Australien und jetzt Nordspanien? Unser reisefreudiger Freundeskreis staunte nicht schlecht, als wir Nordspanien ankündigten. Warum? Das kann man im Folgenden lesen… und natürlich auch was Promenadologie ist.

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Mehr als Galizien braucht man im Urlaub nicht

Es regnete am nächsten Morgen, so dass unser Besuch in Ribadeo, dem Grenzort zwischen Asturien und Galizien buchstäblich ins Wasser fiel. Also machten wir uns auf und fuhren die 170 km bis A Coruna an einem Stück.

Ein galizisches Sprichwort sagt: Vigo arbeitet, Pontevedra schläft, Santiago betet und A Coruna lebt. Es ist schon was los in A Coruna (spanisch La Coruna). Ich war 2007 mit meinem 19jährigen Sohn 10 Tage da und der meinte zum Schluss, er hätte noch bleiben können. Wir wollten zwei Tage im empfehlenswerten Zenit Hotel bleiben, jedoch erklärte uns der nette Herr an der Rezeption, sie hätten nur noch für eine Nacht ein Zimmer frei, er würde uns aber in der Nähe für die zweite Nacht ein Hotel besorgen. Es war das noble Melia Maria Pita mit Blick auf den Stadtstrand Praia Orzan und über die Bucht und das für den fast gleichen Preis.



A Coruna



Nach unserem obligatorischen Spaziergang mit vielen anderen Promenadologen entlang der beiden Strände Riazor und Orzan vom Fußballstadion bis zum Mitmach-Museum Domus – La Casa del Hombre (mit Kindern ein Muss), besichtigten wir den großen Platz Maria Pita und aßen ein Bocadillo de Jamon (Schinkenbrötchen) in der lebhaften Altstadt. Durch die Parks an der Hafenseite, an denen viele Kunsthandwerksstände und eine Musikbühne aufgebaut waren, kamen wir in die Gegend des Plaza de Pontevedra und der Plaza Lugo. Hier ist es lange nicht so rummelig wie in der Altstadt und es gibt viele exklusive Geschäfte und einige schöne Restaurants. Den Namen eines der besten habe ich leider vergessen. Es war eine Bodega, die hauseigenen Wein ausschenkte. Eine Bauernschänke in der Großstadt. Ich aß Bacalao (Stockfisch), so gut wie ich ihn noch nie gegessen habe

Am nächsten Morgen joggte ich zum Herkules, ein Leuchtturm, der aus dem 1. Jahrhundert stammt. Wir zogen ins Melia um und nach einem Einkaufsbummel widmeten wir uns angesichts des schönen Wetters den ganzen Nachmittag einem ausgedehnten Strandleben. Erwähnenswert noch unser Abendessen im O Secreto, dessen Namen daher kommt, dass es so geheim und versteckt liegt. Nicht zu verstecken braucht sich das Essen (eine ganze gegrillte Dorada) und die große Auswahl hervorragender Weine.



Im Dom von Santiago de...

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Santiago de Compostela ist nicht nur bekannt für seine Pilger auf der Suche nach Gott sondern auch für umherirrende Autofahrer auf der Suche nach der Kathedrale. Sie ist schlecht ausgeschildert. Da wir auch noch in eine Pilgerdemo gerieten und die Polizei die Straßen absperrten, herrschte das perfekte Chaos. Den großen Platz vor der Kathedrale bevölkerten Bustouristen, Pilger und Andenkenhändler. In der Kirche war die sonntägliche Messe. Da der Vordereingang zu war, konnten wir von der Seite einen Blick in die monumentale Kathedrale werfen. Wenigstens diese Kirche war brechend voll. Von daher griff man auch zu Rationalisierungsmaßnahmen. Der Priester wäre für die Segnung mit Weihrauch kaum durch die dicht gedrängten Reihen dieses großen Doms gekommen. Also entwickelte man einen Riesenweihrauchkessel, der an langen dicken Seilen von der Decke hing. Er wurde heruntergelassen und dann mit einem derben Stoss über die Köpfe der Gläubigen hinweg geschwungen. So segnete er auf einen Schwung Tausende von Pilgern. Praktisch, nicht?



5 Nächte in Paradores

Luarca Nordspanien

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In Cambados erlebten wir dann unseren ersten Parador. Paradores sind meist Schlösser, Herrenhäuser oder ehemalige Klöster, die der spanische Staat zu hochwertigen Hotels umgebaut hat. Praktischer Denkmalschutz. Wir hatten ein Sonderangebot namens „5 noches“ (Fünf Nächte), was den Preis auf etwa 100 Euro/Nacht statt ca. 140 Euro (ohne Frühstück) senkte. Vorweg: Ambiente (häufig mittelalterlicher Flair kombiniert mit modernen Elementen), Lage, Zimmer und Service der Paradores sind Klasse und ihr Geld wert. Die Hotels haben Stil. Leider fallen ihre Restaurants manchmal dahinter zurück.



Der Parador de Combados lag nahe der Strandpromenade und hatte herrliche Zimmer. Im palmenbegrünten Innenhof war ein Cafe untergebracht. Antikes Mobiliar passte sich in die mittelalterlichen Mauern ein. Cambados hat eine Strandpromenade, die wir und die spanischen Promenadologen am Abend natürlich ausgiebig nutzten. Nahe der Promenade war ein Festzelt aufgebaut, wo wir eine Portion Mejillones (Muscheln) aßen und dazu Albarino tranken. Dieser nur in Galizien erhältliche leichte Weißwein soll ein Abkömmling des Rieslings vom Rhein (daher -rino) sein. Anschließend gab es noch ein Stück dieser göttlichen Tarta de Santiago (Mandelkuchen).

In allen Paradores wird ein Menü mit Vor-, Haupt-, und Nachspeise für 30 Euro angeboten. Je nach Lage finden sich regionale Spezialitäten auf der Karte. So aß ich abends in Cambados eine galizische Kohlsuppe und eine Lammschlegel, der ausgezeichnet war. Dies galt ebenso für Frau Lisas Fischsuppe. Ihr Kalbsentrecote war allerdings zäh und wurde ohne Nachfrage blutig serviert.

Mein morgendliches Joggen war einsam, denn es war so neblig, das kein anderer Mensch sichtbar wurde. Aber schon nach dem Frühstück im nahe gelegenen Cafe riss der Nebel auf und es wurde schnell heiß. Die Paradores nehmen bis zu 20 Euro für das Frühstück. Das ist zwar gut, aber Frau Lisa und ich folgten lieber der spanischen Sitte, im nächsten Cafe einen Cafe con Leche (Milchkaffe) und ein Croissant zu frühstücken (für 2,40 Euro). Wir wurden nie enttäuscht.



Parador Pontevedra Galizien Spanien

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Entlang der Küste lagen wunderschöne Fischerorte. Wir waren aber schon mittags in Pontevedra und suchten unseren nächsten Parador. Mehrere Menschen erklärten uns den Weg durch die verwinkelten Altstadtgassen. Das war zwar nicht weit, aber nicht mit dem Auto zu fahren, weil die ganze Altstadt weitgehend Fußgängerzone ist. Und wir irrten durch diese Gassen mit dem Auto. Einmal blieben wir stecken, da die Strasse endete. Rückwärts mussten wir wieder raus fahren. Gott sei Dank war Siesta und wenig Leute auf der Straße. Schließlich kam einer auf die Idee, uns den Weg um die Altstadt herum zum Hotel zu erklären. Ein ganz einfacher Weg. Auf Anhieb haben wir dann den Parador de Pontevedra gefunden. Als wir am frühen Abend durch die Altstadt spazierten, fanden wir einige unserer Irrwege wieder; 50 Meter vom Hotel entfernt. Die Altstadt ist wunderschön mittelalterlich und gut restauriert. Man entdeckt als Promenadologe immer wieder neue schöne Plätze mit umlaufenden Arkaden, die Cafes beinhalten. Allerdings gab es auch Gassen, in denen Jugendliche auf dem Boden saßen, die Tüte mit Flasche vor sich und man nahm einen süßlichen Geruch wahr, wenn man an ihnen vorbei ging.

Der Regen am nächsten Morgen machte unsere Tour nach O Grove und andere Seebäder zu Nichte und wir fuhren ins bewölkte Vigo, schauten uns die Kreuzschiffe an und liefen über die riesig lange Einkaufsmeile. Es war kurz vor 14:00 Uhr und schlagartig um zwei schlossen 90% der Geschäfte. Nix mit shoppen, meinte Frau Lisa traurig; ich war nicht ganz so traurig.



Parador Baiona Galizien Sapnien

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Baiona ist mit vielen Ferienwohnungen nicht gerade ein herausragend schöner Ort. Hervor sticht nur eine Landzunge, die von einer Festungsmauer umgeben ist und in deren Mitte ein altes Fort auf einem Hügel liegt, jetzt der Parador Conde de Condomar. Beeindruckend. Große Zimmer mit Meeresblick. Man klettert an Ritterrüstungen vorbei auf die Zinnen, um einen Rundblick über die Bucht zu genießen. Auf der Festungsmauer lässt sich die ganze Landzunge umrunden. Die Entscheidung hier zwei Nächte zu bleiben war genau richtig. Bilderbuchspanien. Etwas zwiespältig war allerdings das Restaurant. Eine etwa 70jährige Dame führte hier ein hartes Regiment. Der Blick, als wir die auf dem Tisch vorgefundene Flasche Wein für 35 Euro ablehnten, war vernichtend. Wir empfanden es auch im Vergleich zu anderen Paradores überteuert, insbesondere was den Wein angeht. Das Essen war nachlässig zubereitet. Bei einem Salat für 12 Euro sollte das harte Innenteil eines Kopfsalats nicht auf dem Teller liegen. Die Suppe hatte nie Salz gesehen. Und zwei kleine Stücke Meluza (Seehecht) auf vielen Kartoffelscheiben war im Vergleich zu dem was man in einfachen Restaurants für ein Drittel des Preises bekommt, einfach zu wenig.



Baiona Galizien Spanien

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Es beeindruckt auch, dass Baiona der erste Ort in Europa war, der von der Existenz Amerikas erfuhr, als die Karavelle Pinta der Kolumbus-Expedition hier 1493 anlegte. Ein von den Indianern dafür gestiftetes Denkmal ist in Baiona nicht zu finden, dafür aber einige schöne Gassen mit guten Restaurants. Wir empfehlen die Bodega Jaqueyvi (für Mittags) und das Restaurant Jaqueyvi (für Abends). Beide Geschwister bieten gute Qualität



Parador San Estevo de Ribas do Sil,

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Über Ourense ging es dann zur Mosteiro San Estevo de Ribas do Sil, ein Kloster seit 909, das heute einen Parador beinhaltet. Es liegt recht hoch über dem Rio Sil in Kastanienwäldern. Wandern muss hier toll sein. Der Weg zum Kloster führt 45 Minuten von der Hauptstraße über einige halsbrecherische Serpentinen auf einspurigen Strassen hoch auf die Hügel. Das Kloster ist grandios. Man spürt den Hauch des Priesterseminars von 909, ist aber umgeben von moderner Kunst, die sich gelungen einfügt. Das Restaurant erreicht man über einen Fahrstuhl, der drei Etagen nach unten fährt; entsprechend ist der Raum nach oben offen. Man betritt von da aus die Terrasse und genießt einen atemberaubenden Blick. Clou ist ein Spa, das einem mit aufwendigen Fotos im Zimmer schmackhaft gemacht wird. Eintritt auch für Hotelgäste pro Tag 29 Euro, auch dann wenn man erst am Spätnachmittag eintrifft. Danke. Schade, dass auch in diesem Parador das Abendessen so ohne Sorgfalt und Phantasie ausfiel. Die Holzstücke in der Paté zeugten noch von handwerklicher Kunst, doch dass das Kastanieneis auf einer ausgetrockneten Tarta de Santiago serviert wurde, konnte ich als Fan dieser Torte nicht verzeihen.

Fazit für 5 Nächte in vier Paradores: Die Gebäude, die Lage, die Zimmer, die Ausstattung, das Ambiente und auch der Service sind grandios und ihren Preis wert. Bei den dazugehörigen Restaurants ist das leider nicht so. Hier wird nachlässig gekocht. In den Orten bekommt man in normalen Restaurants ein qualitativ besseres Essen zu niedrigeren Preisen.



Parador San Estevo de Ribas do Sil, Galizien Sp...



Logrono, wo der Wein aus den Brunnen kommt.

Wir arbeiteten uns am nächsten Morgen durch den starken Neben über Umwege (wir wollten die Serpentin-Einbahnstraße bei diesem Wetter nicht nach unten fahren) Richtung Leon. Nach sieben Stunden und vorbei am wunderschönen Burgos erreichten wir Logrono, die Hauptstadt des Rioja. Unterwegs sahen wir die Jakobs-Pilger im Gänsemarsch und in unterschiedlichen körperlichen Zuständen neben der Straße auf ihrem Camino (Pilgerweg) pilgern; vorbei an der Bar de Camino, dem Hotel de Camino, der Bodega de Camino und vielen Souvenirs de Camino. Hier hat sich ein neuer Geschäftszweig aufgetan.

Das schöne Logrono ist Herz des Weinbaus im Rioja und Paradies für Promenadologen. Ob Gran Via oder Calle des Portales und die Gässchen dazwischen, ob entlang des Ebro oder Richtung Bahnhofes, es ist große Promenadologie, die man hier betreiben kann. Freitags abends ist in der Altstadt der Bär los. Alle Kneipen überfüllt. In mehreren Bars aßen wir ein paar Tapas und tranken dann eine Flasche hervorragenden Rioja für 6 Euro im Restaurant, begleitet von einigen Rationes.



Spanien Logrono

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Am nächsten Tag ging es dann los: Fiesta de San Mateo de la Vendimia Riojana, das Fest der Weinlese im Rioja. Schon ab 10 Uhr herrscht reges Treiben in der Altstadt. Alle tragen ein Dreieckstuch in Rotbraun mit der Aufschrift „San Mateo“. Am Plaza Ayuntamiento (Rathausplatz) war eine Bühne aufgebaut und die Leute aus Logrono und den umliegenden Provinzen versammelten sich auf dem Platz. Die Jugendliche glühten schon kräftig vor (sprich: tranken aus den Flaschen in ihren Plastiktüten). Eine Band heizte ein. Tausende rissen die Arme hoch, gingen in die Knie, rannten nach rechts, rannten nach links, nach vorn, nach hinten, tanzten, winkten, jubelten. Dann eine Rede, Geschrei und Mateo war eröffnet. Höhepunkt des eine Woche dauernden Festes soll ein Stierlauf a la Pamplona sein, den wir allerdings nicht mehr erleben konnten. In der Stadt war den ganzen Tag Stimmung. Puppenspiele, Fressstände usw. Wir aßen in einem dieser Zelte Morzillo (Blutwurst) und Calamari (Tintenfische), dazu natürlich ein Gläschen Rioja. Und dann noch eins und …



Spanien Logrono

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Nach der dann notwendigen Siesta bemerkten wir bei unserem frühabendlichen Cortado, dass sich viele Leute um einen Brunnen versammelten. Riesen auf Stelzen kamen heran. Trachtengruppen und Kapellen marschierten auf. Dann ein Schrei und eine Fontäne aus Rotwein schoss aus dem Brunnen. Alles jubelte. Ich bin nicht ganz sicher, ob es Rotwein war, denn keiner kletterte in den Brunnen, um zu trinken.

Unser letzter Abend. Wir bummelten an den aufgebauten Ständen der Provinzen vorbei, tranken asturischen Sidra, aßen katalanische Schinkenbrote und genossen galizischen Pulpo mit einem Gläschen Albarino. Wie immer.

Man sollte die Promenadologie nicht zu eng fassen. Nicht nur das Erlebnis spazieren gehen und die Entdeckung neuer Räume sollte Gegenstand dieser Wissenschaft sein, sondern auch der Genuss guten Essens und Trinkens als Teil des räumlichen Erlebens. Promendadologie und Kulinarik vereinigt euch!


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Kommentare

  • Jazzmin

    Wunderbar. Da möchte ich doch gleich meine Koffer packen und auch ein Gläschen von dem Rioja vor Ort probieren oder vielleicht doch lieber einen Albarino. Der Paradoro-Bewertung kann ich nur zustimmen. Gleiche Erfahrungen sammelten wir in Andalusien. Tolle Häuser, doch die Restaurants ließen häufig einiges zu wünschen übrig.

  • emhaeu

    Schöner Bericht, macht Spass, von Nordspanien zu lesen .... ! Nur stört mich, wenn ich dann doch mal was meckern darf, dass einige geographische Bezeichnungen falsch geschrieben sind, z. B. die Cares-Schlucht und Kastilien ....

  • tfk78

    Sehr schöner Bericht. Leider habt ihr Santander etwas vernachlässigt ;) Ich habe ein Semester dort gelebt und es gibt außer den Stränden noch einiges anderes, was es in dieser Stadt zu sehen gibt. Vielleicht bei der nächsten Reise?
    Aber ansonsten sehr schön zu sehen, dass nicht nur ich mich in den schroffen Norden Spaniens verliebt habe ;)

  • mimare

    Der Bericht hat mich richtig neugierig gemacht.

  • acasadaeira (RP)

    Hallo Toni und alle anderen Geo-reisecommunity-Mitglieder. Toni deutet in seinem Artikel die Wandermöglichkeiten in der Umgebung der Abtei von Santo Estevo de Ribas de Sil an (auch Parador) und da kann ich ihm nur zustimmen. Wir wohnen ca. 6km von der Abtei entfernt am höheren Teil des Sil Canyons und die ganze Gegend ist wirklich toll zum Wandern. Hier trifft der englische Ausdruck "hill walking" bestens zu; die Region ist zwar sehr bergig aber alles nur leichte Erhebungen (max ca. 1000m). Dazu das Relief des Sil Canyons, weitläufige Täler, romanische Bauwerke und viel Grün soweit das Auge reicht. Allerdings darf man sich nicht täuschen, das galicische Binneland steht weit weniger unter dem Antlantik-Einfluss als die Küste und im Hochsommer kann das Thermometer ganz schön ansteigen; Juli und August sind hier also nicht gerade die besten Wandermonate. Wer mehr Interesse zum Wandern in der Ribeira Sacra hat, kann gerne auf mich zurück kommen für Tips und Track-downloads.

  • gesoehnchen

    Hallo ToniE,
    als begeisterter Nordspanien-Urlauber hat der Reisebericht viele positive Erinnerungen hervorgebracht. Selbstverständlich umfasst ein Reisebericht nie alle Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten, aber die Stimmungen und Eigenarten der Costa Verde wurden hervorragend beschrieben. Was wir (meine Frau und ich) noch besonders mögen, sind die wenigen deutschen Touristen in Nordspanien. Auch wir haben gute und weniger angenehme Erfahrungen mit den Paradores gemacht. Während meiner beruflich aktiven Zeit haben wir in mehreren Paradores, auch in Andalucia übernachtet. Zuletzt als Rentnerehepaar haben wir die meisten Paradores im Norden aufgesucht und in der Bar beim café con leche die Ausstrahlung der Nobelherbergen genossen.
    Urlaub in Hotels ist für uns wegen dem Hund "Socke" abgehakt. Dafür besuchen wir lieber die alten Markthallen und Supermärkte, um Fisch und Meeresfrüchte einzukaufen und dann im Ferienhaus lecker zubereiten zu können.
    Ferienhäuser in Asturien, Cantabrien, Baskenland und Katalonien zu mieten ist wie "ein zuhause" in abwechslungsreicher neuer Umgebung.
    Zum Schluss noch einige Orte, die Sie beim nächsten Spanien-Urlaub nicht vergessen sollten.
    Hondarribia an der französischen Grenze, mit dem gewaltigen und uralten Parador - den Altstadtbereich um den Parador herum - und den sagenhaften Platz mit ausgezeichnetem Restaurant vor dem Castillo de Carlos V - der Parador in Gemäuern aus dem 10.Jh.
    San Sebastian, das Weltbad der Belle Èpoche mit der exklusiven Promenade, den Jugendstil-Häusern und der pulsierenden Altstadt. Nicht zu vergessen der Hafen mit den Kneipen. San Sebastian alleine ist schon einen ganzen Urlaub wert.
    Weitere sehenswerte Orte sind Zumaia, Deba, Ondarroa und besonders
    Lekeitio. Diese Stadt - Verkehrs-Chaos inklusive - zwingt zum verweilen rund um den Hafen. Nie werden wir das Unwetter vergessen, das uns beim Abendessen überraschte. Urplötzlich stand der gesamte Innenhof knöcheltief unter Wasser. Mit Sommenschirmen wurden die Gäste, die unter Markisen verharrten ins Gasthaus abgeschleppt. Uns einzigsten Deutschen wurde von den freundliche Basken direkt ein Drink ausgegeben - und dann wurde mit dem Ehepaar stundenlang geplaudert - mit Händen und Füßen und meinem miserablen Spanisch. (Englisch konnte nur der 8-jährige Sohn)
    Laredo hatten Sie treffend beschrieben, aber Santona auf der anderen Seite der riesigen Bucht, ist völlig anders und ursprünglich.
    Schade, dass Sie Santander nicht kennen gelernt haben. Die Provinzhauptstadt bleibt Tag und Nacht unvergesslich für uns.
    Die schönsten Strände von Kantabrien liegen östlich - auf der anderen Seite der großen Bucht. Der Strand bei Somo und Loredo ist kilometerlang und wenig besucht. Die Strände von Langre und Galizano sind ein absoluter Geheimtipp.
    Ribadesella gehört zu unseren Lieblingsorten an der Küste. Etwa 5 km westlich davon liegt der Mini-Ort LaVega mit einer unverfälschten Badebucht, kleinen Restaurants, Mini-Campingplatz und vorbeiziehenden Pilgern nach Santiago de Compostella ( heiliger Apostel Jakob auf den Feld der Sterne).
    Anstatt Gijón hätten Sie sich lieber Oviedo angesehen - nicht zu vergleichen - die beiden Städte. Oviedo ist ein Traum.....
    Gerne sende ich Ihnen auch Fotos, oder einen Bericht über unseren Pyrenäen-Urlaub. Ein Ferienhaus am Embalse de Mediano bei Ainsa war 2009 unser Ziel.
    Freundliche Grüße von Gerhard S. & Barbara.

  • Bettina0204

    Lieber Toni, wir liebäugeln in diesem Jahr auch mit einer Spanien-Rundreise, danke für Deine Anregungen! Das Promenieren vor dem Abendessen ist auch so eine Angewohnheit in Italien :-)
    Liebe Grüße, Bettina

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  • Blula

    Ich freue mich, dass ich diesen wunderschönen Bericht von Dir heute auf der Titelleiste entdeckt habe. Hätte was versäumt, wenn ich ihn nicht gelesen hätte.
    Sehr gut!
    LG Ursula

  • matulr

    Vielen Dank für diesen schönen und informativen Einblick in die Welt der Paradores und herzlichen Glückwunsch zur Veröffentlichung auf der Titelleiste!
    LG ULI

  • Wilfried_S.

    Spanien, wie man es unbedingt kennenlernen sollte. Die vielen Touristen, die nur die Strände im Süden kennen und kaum einmal ins Hinterland kommen, sind richig zu bedauern.
    Deine Meinung zu den Paradores kann ich nur bestätigen. Eine Übernachtung in den (meist) historischen Gemäuern ist fast immer ein Erlebnis (das natürlich auch seinen Preis hat), das Essen bzw. das Preis-Leistungsverhältnis der Restaurants ist aber noch stark verbesserungswürdig.
    lg Wilfried

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