Rufe die vergessene Gewalt an!

Reisebericht

Rufe die vergessene Gewalt an!

Reisebericht: Rufe die vergessene Gewalt an!

Seenigama Muhudu Viharaya, eine kleine Insel in der Nähe von Hikkaduwa
Eine Gebetsstätte mit gewaltigem Einfluss auf das Gesuchte!

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Im Tempel

Die Besichtigung war sehr schnell abgeschloßen und wir wagten uns in den Tempel, nachdem der Raum leer war. Ich bat um ein Zeichen, ob ich bei meine Fehlinvestitionen ( also Verlust) auch um eine Wiedergutmachung hoffen kann. Mein Kind fand es nicht unbedingt vernünftig und meinte, das gilt nicht für Europäer. Mal schauen, die Woche ist nicht herum.



Eine Gottheit



.... und dann kam das Boot wieder

und wir beschloßen die Insel zu verlassen, nachdem auf der anderen Seite am Strand keine weitere Wartenden zu sehen sind. Wir gingen davon aus, dass wir die letzten Passagiere sind, die noch zum Festland gebracht werden mussten. Und das stimmte.

Wieder an diesen rutschigen Stufen stehend und von den Ruderern gepackt, wurde mir erklärt wie ich das Boot zu besteigen hatte. Das Problem war, dass jedes Mal, wenn ich soweit war das Boot zu besteigen eine Welle kam und ich fast im Spagat da stand. Nach mehrfachen Versuchen und gutem Zureden einer der Herren schmiss ich ein Bein auf die Brüstung und hilt mich verkauft an der Reling. Und es kam wie es kommen musste: mit einem Schmatzer rutschte ich an der glitschigen Stufe aus und tauchte bis zur Brust ins Wasser! Ja, bravo! So wollte ich es schon immer haben! Das Nass werden ist keine große Sache, stört mich nicht besonders, aber die Kamera!!!!!!! Die ist in der Tasche die ich am Körper trage! Nerven liegen blank! Mein Kind packte mich an der Schwimmweste und zog aus dem Wasser, ich voller Wut packte jetzt wiederum da Boot und drin war ich! Mein Kind und ich als einzigen Passagiere!

Wieder wild gerudert, Kommandos brüllend und Warteschleife Iden über der Riff. Mein einziger Gedanke ist, ob die Tasche genügend wasserdicht ist! In dem Geschaukel konnte ich nicht nachschauen! Aggggr!!!!!

Am Strand angekommen konnte ich mit Leichtigkeit aus dem Boot hupfen, an den Strand rennen und sofort die Tasche aufmachen. Ja, ich hatte ein Zeichen: die Tasche war zwar nass und der Boden war leicht benetzt, aber der Kamera ist nichts passiert!

Tage danach und wir, nach einer 20 Stündigen Reise, wieder in München gelandet. Etwas derangiert und übermüdet, aber glücklich. Die Hitze hat uns zu schaffen gemacht und die Münchener haben beschloßen, die S1 in unserer Abwesenheit zu überholen. Am Flughafen etwas orientierungslos haben wir auch Schienen Ersatzverkehr ( Bus) gefunden und überrascht festgestellt, dass die Fahrt kostenlos ist. Siehe einer an...

Mein Kamerarucksack wog zu dem Zeitpunkt eine Tonne und ich musste mir den während der Fahrt abnehmen. Angekommen an der letzten Station haben wir uns ein Taxi nach Hause genommen. Ein netter junger Mann, der Taxifahrer, fragte uns über der Urlaub aus und da, da fiel mir ein: wo ist mein Kamerarucksack?!?!!?!? An der nächsten Möglichkeit angehalten, Kofferraum durchsucht, Kabinenraum: kein Rucksack. Das ist der Augenblick, wenn das Herz stehen bleibt und das Hirn auf Hochtoren läuft! Sofort umgedreht und uns auf die Suche von dem Bus gemacht! Es sind ca. 50 Bus im Einsatz, den zu finden, der uns zu der letzten Station gefallen hat, wäre ein Wunder. Da ich aber nicht so leicht aufgebe, bin an dem ersten Bus, den wir gesehen haben, heraus gesprungen und den verdutzten Fahrer zugetextet. Nachdem ich nur ein Fragezeichen in seinem Gesicht gesehen habe, versuchten wir es auf Englisch. Ja, da hatten wir Erfolg aber noch immer nicht den richtigen Bus. Da ich beim Einsteigen am Flughafen auf den Zettel von dem Busfahrer einen Blick geworfen habe, wusste ich, dass wir um 9.47 Uhr los gefahren sind. Der ist jetzt zu finden. In dem Augenblick kam ein anderer Bus uns entgegen und wer ist am Steuer: der Flughafen Bussfahrer!!! Ich glaube es nicht!! Ich habe ihn erkannt! Mit den Händen fuchtelnd bin ich auf den Bus los. Er ist auch stehen geblieben und machte mir die letzte Tür auf! In einem Schweinzgalopp und nach dem Rucksack schreiend bin ich zum Fahrer vor. Ein Fahrgast meinte, ja - der Rucksack wurde gerade beim Fahrer abgegeben! Und da stand er! Eine Schönheit von einem Rucksack und der Tonnen schwere Verursacher meiner Panik! Tausend Mal bedankend habe ich die weiter fahren lassen.


Und das ist Ende der Geschichte: Rufe die vergessene Gewalt ( Macht) an! ES FUNKTIONIERT!!!!!!!!
Offenbar hatte ich was gut!


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Kommentare

  • Blula

    Liebe Nina,
    jetzt bin ich aber auch fix und foxy !! Die Geschichte, die Du uns hier erzählst, und nicht "nur" die, die sich um diese kleine Insel rankt, ist echt sensationell und dermaßen spannend, dass Du - auch dank Deiner fesselnden Erzählweise - selbst meinen Blutdruck (nicht nur etwas) in die Höhe getrieben hast. Letztendlich ist alles gutgegangen, bist nicht abgeso...., kein Bein gebrochen ... UND der Kamera ist 2 x nichts passiert..... !!
    Ja, Du musst w i r k l i c h was gut haben. WOW.
    Danke für diesen ganz besonders packenden Reisebericht.
    Muss man unbedingt gelesen haben !!
    LG Ursula

  • NinaAngerer (RP)

    Vielen Dank, liebe Ursula! Ich wurde nach dem Ausflug von der Gastfamilie zusammen gefaltet, denn es ist wohl nicht vorgesehen, dass Weißbrote auf die Insel herüber gesetzt werden. Es ist zu gefährlich. War mir erst im nach hinein einen Gedanken wert. Aber, es ist alles gut gegangen! Ich war endlos begeistert, mein Kamera gefunden zu haben: eine EOS 5/ IV, 400ter und ein 105er Objektiv, Ladestation und alle Chips von der Reise! Was für ein Glück! Das war die Insel, die mir beigestanden ist!
    LG
    Nina












  • bezi

    Ein Reisebericht, der alles enthält was man sich nur wünschen kann. Viel Interessantes, Spannung, Nachdenkliches und immer auch eine Prise Humor. So kennt man es von dir. Mit dir unterwegs zu sein ist niemals langweilig und diesmal erst recht nicht. Wegen deiner Kameraausrüstung war mir auch ganz bange. Was hast du für ein Glück gehabt, das muss doch was mit der Insel zu tun gehabt haben.
    LG Claudia

  • matulr

    Ich bin dankbar, dass ich Reiseerlebnisse dieser Art nie durchleben musste! Kamera ersäuft, oder gar die gesamte Kameraausrüstung verloren - da hätte mein ohnehin schwaches Herz vollends den Geist aufgegeben. Danke für die Geschichte! Krimis oder Gruselfilme schaue ich schon gar nicht mehr an, aber Lesen geht gerade noch...
    Entschuldige mich nun, ich muss gleich mal nachschauen, ob meine Kamera noch da ist, wo ich sie vermute...
    LG ULI

  • Unterwegs2014

    Lustige und spannende Geschichte Nina, auch ich habe kurz den Atem angehalten währen dem Lesen.
    Liebe Grüsse Iris

  • Chrissi

    Oh Schreck, was war das wieder für eine Geschichte! Bei dir wird es niemals langweilig, Nina, wirklich nicht! LG Christel

  • NinaAngerer (RP)

    Ja, meine Lieben... ich hab auch im Nachhinein den Eindruck, hätte auch etwas weniger auch gereicht... aber ...
    @ Claudia: ich habe seit Jahre aufgehört die Welt an mir vorbeiziehen zu lassen, während ich im Sonnenstuhl liege. Ich kann das nicht mehr. Es sind seltene Urlaube, bei welchen ich eine Begleitung habe. Aber die Begleitung erinnert sich sehr lange daran ...

    @ Uli: geht die Pumpe wieder und die Kamera? Kennt die Dich noch?
    @ Iris: Meine Begeisterung gilt noch immer der Insel. Ohne ihr Zutun hätte ich ein Problem.
    @ Christel: ich sehe es nicht immer als Stress oder Bedrohung. Ab und zu, wenn ich die Bücher zusammenschraube und meine Erlebnisse aus dem Tagebuch mit Einpflege, denke ich mir: war ganz schön knapp.

    Danke fürs Vorbeischauen! Freut mich, wenn mein Bericht für Euch eine Anregung war! Und nach wie vor: wenn ihr dort seit, geht auf die Insel!!! Es ist ein wunderbares Erlebnis!

    LG und schöne Woche, mein eLieben!
    Nina

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