Nordalbanien - Wandern und mehr

Reisebericht

Nordalbanien - Wandern und mehr

Reisebericht: Nordalbanien - Wandern und mehr

Im August 2014 bereisten wir auf private Empfehlung dieses damals noch kaum touristisch erschlossene Land. Sicherlich ist es auch heute noch eher Geheimtip als Touristenmagnet, hat aber von der Landschaft her viel zu bieten. Hauptsächlich für Wanderer und Bergsteiger, aber auch für Biker mit und ohne Motor. Man sollte aber bezüglich der Infrastruktur keine zu hohen Erwartungen mitbringen....

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Im Tal von Valbona



Wandern im Valbonatal

Valbona

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Von Fierza aus führte die Tour per Sammeltaxi - gleichzeitig Lieferwagen und Paketdienst für die umliegenden Täler - über Bajram Curri nach Valbona, unserem Wanderstützpunkt für die nächsten Tage. Das Dorf liegt in einem alpin anmutenden Hochtal, daher wird die Region auch "Albanische Alpen" genannt. Das auf über 900 m gelegene Tal und die umliegenden bis zu ca 2700 m hohen Berge gehören zum Nationalpark. Unterkünfte sind privat und zum Teil improvisiert, will heißen, manche Dorfbewohner wohnen in der Wandersaison in Nebengebäuden und vermieten ihr Wohnhaus an Touristen. Abends gibt es dann ein Festessen mit allem, was das Bauerngut produziert, für Gastgeber und Gäste gemeinsam an der Langen Tafel in der Scheune. Auch der selbstgebrannte Raki fehlt nicht. Zufällig dazugekommene Hitchhiker durften im Garten zelten und waren an der Tafel ebenfalls willkommen. Dann stellte sich heraus, daß unsere Gastgeber die Eltern unseres Guides waren.





(fast) nach Montenegro

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Am Abend der Ankunft erkundeten wir noch zu Fuß das Tal. Am folgenden Tag wanderten wir auf einen lang nicht begehbaren Paß (Hoxha läßt grüßen, die Unterstände seiner Militärs sind noch überall zu sehen) zur montenegrinischen Grenze. Zunächst durch typisch mediterranen Nadelwald, teilweise mit Spuren eines Waldbrands, dann über Bergwiesen zum Unterstand eines Hirten. Die Flora auf den Höhen ist sehr artenreich. Das macht sich auch in der Qualität des dort hergestellten Honigs bemerkbar. Nach der Rast dannnoch der restliche Aufstieg zur Paßhöhe, nach einiger Zeit für Fotos, Landschaftsgenuß und Naturerkundung im Detail dann auf dem gleichen Weg zurück.



Wanderweg



Nach Theth

Blick zurück ins Valbonatal

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kommt man von Valbona aus am besten über den Thethipass (auch manchmal Valbonapass genannt), allerdings nur zu Fuß. ( die Alternative sind 7 Stunden Autofahrt ) Die Paßhöhe liegt auf ca 2000m, die Strecke sind knapp 20 km. Am Fuß des Passes stehen Bauern aus Valbona mit Maultieren und Packpferden bereit, um, gegen einen angemessenen Obulus, das Hauptgepäck zu übernehmen. Zurück gehen sie unbeladen, da für die Gegenrichtng die Bauern aus Theth zuständig sind. Clevere Regelung, die Ärger vermeidet....



maximal 5 Rucksäcke für 4 Beine



Aufstieg im Nebel

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Weiter oben am Pass gibt es eine unbewirtschaftete Schutzhütte. Der hungrige oder durstige Wanderer findet alles vor, was er braucht: frisches Quellwasser aus dem Bach, der zugleich als Kühlschrank dient, Kaffee, Tee, eine Feuerstelle, Werkzeug zur Brennholzgewinnung, diverse Konserven, eine Preisliste und eine unverschlossene Kasse. Noch funktioniert das so....
Im Bereich der Passhöhe war es dann recht neblig, aber der Abstieg auf der Thethiseite zeigte wieder schönes Wetter.



Naturkühlschrank


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Kommentare

  • Blula

    Vielen Dank für diesen - sicher nicht nur für mich - ganz besonders interessanten Reisebericht über eine Land, eine Region, die Vielen von uns noch recht unbekannt sein dürfte. @LunaFeles stellte uns kürzlich den Süden Albaniens vor und durch Dich erfahren wir hier nun einiges vom noch besonders ursprünglichen Norden Albaniens. Ein Geheimtipp also, wie Du schon selbst anmerktest. Ja,Touristenmagnete gibt es inzwischen en masse auf der Welt. Schon allein deshalb dürfte eine Reise nach Albanien so reizvoll sein.
    LG Ursula

  • SchroedingersKatze

    Ja, der Bericht von @LunaFeles hat mich letztlich dazu bewegt, auch meine Reise hier noch darzustellen, obwohl sie ja schon etwas zurückliegt, und auch die Fotos nicht zu meinen besten zählen. Die Gegend ist allemal mehr als eine Reise wert, und Gastfreundschaft hat dort Tradition.
    LG Ulf

  • matulr

    Ich las den Bericht von @LunaFeles auch. Danke für diese "Abrundung" eines der exotischten Länder der Erde!
    LG ULI

  • bezi

    Hier war ich gerne dabei, quasi als vierte Reiseteilnehmerin;-) Der Norden Albaniens ist wirklich eine Reise wert. Ich bedanke mich für's Mitnehmen. LG Claudia

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