Australien 2018

Reisebericht

Australien 2018

Reisebericht: Australien 2018

10 Wochen mit dem Bushcamper durch weite Teile Australiens. Von Melbourne über Alice Springs nach Darwin. Weiter über Gibb River Road nach Broome und die Westküste bis Perth

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Abendstimmung



Die Westküste

Campground an der Westküste überlaufen sind. Reservierung nötig.
Also fuhren wir nach Exmouth um zu sehen was möglich ist.
Im Visitor Centre waren zwar ausreichend Personal, aber richtig behilflich war niemand. Allein der Tipp wegen Reservierung im benachbarten Wildlife centre zu fragen brachte uns weiter.
Dort bekamen wir die Auskunft, frühestens in 3 Tagen könnte auf North Mandu eine Möglichkeit bestehen. Wir buchten 4 Nächte, fuhren nach Coral Bay für 3 Nächte und dann wieder zurück.
In Coral Bay machten wir einen Ausflug mit einem Glasbodenboot zu den Korallenriffen, was uns sehr begeistert hat. Man muss wissen, dass nach einem (fast) erfolglosen Schnorchelversuch auf Sulawesi 2 Jahre zuvor mein Mut verraucht war. Die Tage vergingen mit Lesen und Faulenzen.



Süßwasserkroko in der Windjana gorge



Cape Range NP

Cape Range hat uns wieder. Der Campground ist sehr schön gelegen. Nur eine Düne in 20 m Entfernung mit einem überdachten Aussichtsplatz trennt uns vom Meer. Hier verbringen wir viel Zeit, sehen mehrmals Buckelwale vorbeiziehen, Delfine und Turtles. Bei Strandspaziergängen viele vielfarbige Krabben und Pfeilschwanzrochen direkt vor unserer Nase im flachen Sand.
Nach zwei Tagen, - ein junges schweizer Pärchen und begeisterte Schnorchler und Taucher, steht neben uns -, entscheiden wir ins Nationalparkzentrum zu fahren und eine Schnorchelausrüstung zu leihen. Ich will es nochmal versuchen.
Wir sind auf dem Weg, keine 2 km gefahren und ein Känguruh springt mir vor den Kühler, Känguruh tot, Scheinwerfer links kaputt. Zurück am Platz wird der Scheinwerfer, - die Lampen funktionieren noch-, notdürftig mit Hartplastikabfall und Panzerklebeband repariert.
Dann geht es erneut zum Schnorchelversuch.
In der Turquiose Bay wage ich den Versuch und staune sehr, es geht, ich bin begeistert, werde jedoch kein Schnorchler werden. Maria hat da keine Probleme mit Ausnahme ihres Trommelfells.
Die herrlichen Tage in Cape Range gehen zu Ende. Das Wetter schlägt um beim Abfahren regnet es. Wir haben gehört, dass im Süden Unwetter mit Unmengen Regen niedergehen ( 60 – 100 mm am Tag).
Wir fahren nur mehr in den Süden, was wird uns erwarten.
Wir kommen nachdem Blow Holes recht nass ist, bis Carnarvon und erfahren, dass der Hyw nach Perth gesperrt ist.
Am nächsten Tag heißt es am Campingplatz, 4WD könnten passieren nicht aber Gespanne.
Wir haben Angst, dass Denham und Cape Peron ins Wasser fallen.
Wir fahren zum Einkaufen, wieder sehr angenehm, und dann weiter nach Denham. Wir wollen es genau wissen und aus erster Quelle.
Auf dem Weg machen wir bei den Stromatholiten Hamelin Bay halt.
Weiter nach Denham fällt uns schon auf, dass alle Seitenwege die nicht geteert sind, das Schild „closed“ haben.
In Denham heißt es, dass vor 3 Tagen mit Cape Peron nichts gehen wird, dann noch unsicher. Damit läuft uns die Zeit davon, unser Rückflug steht fest.



250 km und kein anderes Auto



Wir entscheiden nicht länger zu warten und dann doch enttäuscht zu werden, sondern fahren weiter Kalbari NP.
Der Hyw hat viele teils massive Überflutungen, einmal müssen wir eine kurze Umleitung fahren.
Der Ausflug zum Window und Z-Bend war sehr schön. Etwas schade, dass das Wetter leicht durchwachsen war.
Die Weiterfahrt nach Coronation Bay war normal, die Zeit auf diese Platz super. Die Fahrt am Indian Ocean entlang war auch sehr schön.
Schlussendlich ging es zu den Pinnacles, was ich mir so großartig kaum vorstellen konnte. Vor allem auch die Sicht über weißen Sand bis ans Meer.
Eine Empfehlung kurz vor Perth hatten wir noch, den Yanchep NP mit den Koalas.
Wir sind hingefahren. Wir haben auch die Koalas gesehen aber leider nur in Gefangenschaft. Dennoch es sind possierliche Tierchen. Schade dass Australien kaum mehr „wilde“ Koalas hat.
Den Abschluss bildete der CG in Perth mit der Möglichkeit das Auto nochmals zu reinigen (Waschstraße von unten) und die Trolleys zu packen.
Nach den Pinnacles hatten wir nur noch ein Handy ohne Netz. So musste ich vom Campingplatz in Perth wegen Rückgabe mit Münztelefon arbeiten, nur kleinste Münzen, nicht einmal einen Dollar hätte er genommen.
Schlussendlich hat alles geklappt. Der Bushcamper wurde nach über 14.000 km ohne Reifenpanne problemlos bei TCC (Travel Car Centre) zurückgegeben. Diese Firma – deutsch sprechend - können wir nur wärmstens empfehlen.



Kalbarri NP



Summary

Australien ist eine Reise wert. Die Vorstellungen die wir in Europa haben sind weitgehend unrealistisch. Auch wenn Handyempfang teils irrational möglich bzw. nicht möglich ist, auf unserer Route war risikovolles Abenteuer nicht im Vordergrund, was im Urlaub so verkehrt ja nicht ist.
Australier sind nett und sehr hilfsbereit, gerade auf einsamen Strecken, haben aber kaum eine Ahnung von Deutschland (kalt, kaum Sommer) und wenn sie nach Europa reisen, das meist organisiert und im Schnelldurchlauf. Wenn wir von unserer Route erzählten, hörten wir oft, soviel haben die meisten Australier vom eigenen Land nicht gesehen.
Mangels Geschichte (des weißen Mannes) und der riesigen Entfernungen ist jede – auch kleinere Sehenswürdigkeit (ich meine nicht nur landschaftlich) – ein Highlight und einen Besuch für Australier wert. Wir müssen jedoch nicht jede Gorge gesehen haben. Und anderen ging es ähnlich, wenn auch Viele sehr sehenswert ist.
Der Umgang mit der Umwelt ist wie auch bei uns nicht ganz einfach. Der Unterschied vom Farmland (Rinderfarm) zu nicht weidetechnisch genutzten Flächen ist enorm. Die Vegetation leidet darunter nicht unerheblich. Dass auch in Nationalparks großflächig Brände gelegt werden verstehen wir nicht ganz. Vor 50. 000 Jahren, d.h. vor Ankunft der Aborigines, gab es bestenfalls Blitzschlag bei einer wesentlich vielfältigeren Flora und Fauna als heute.
Der Umgang mit den Aborigines ist schwierig, aber das wäre auch bei uns so.
Also ein Australienurlaub ist auf alle Fälle lohnenswert, wir bereuen nichts. Nur Zeit sollte man mitbringen oder die ganz wenigen Highlights per Flugzeug machen. Das ist aber nicht unsere Art zu reisen.



Farbenpracht in der Natur


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Kommentare

  • Blula

    Hallo nomade,
    zehn Wochen mit dem Bushcamper durch Ausstralien.... na, wenn das kein Erlebnis ist. Und es war eins, das bringst Du mit diesem tollen Bericht so richtig gut herüber. Ich habe ihn jedenfalls mit Begeisterung gelesen und zwar auch, weil er so locker geschrieben ist. Das ferne Australien, der einzige Erdteil, den ich noch nicht bereist habe, steht immer noch auf meiner Liste und Du hast in mir mal wieder so recht die Reiselust wecken können.
    Danke für diesen ausgezeichneten Reisebericht, die tollen Fotos und nicht zuletzt auch für die nützlichen Hinweise und Tipps.
    LG Ursula

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