Australien 2018

Reisebericht

Australien 2018

Reisebericht: Australien 2018

10 Wochen mit dem Bushcamper durch weite Teile Australiens. Von Melbourne über Alice Springs nach Darwin. Weiter über Gibb River Road nach Broome und die Westküste bis Perth

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Der Rückweg nach Kununurru ist business as usual.
Nicht vergessen, vor der Teerstraße wieder Reifendruck erhöhen.
Wir kaufen nochmals ein, zusätzlich im Bottle shop – ein Erlebnis für sich mit Vorlage des Passes- und fahren los auf die Gibb River Road.

Die ersten Kilometer sind noch Teer aber der hört bald auf.
Die Querung des Pentecoast river kommt überraschend. Wenn man Leute sieht, die hin und her fahren – wegen Fotos – dann ist man am Pentecoast River.
Wir legen wie empfohlen die Differenzialsperre ein und queren ganz beruhigt den Fluss mit Salties bei relativ niedrigem Wasserstand.
Wir haben uns den Ellenbrae Campgroud ausgesucht, eine gute Wahl für drei Nächte.



Pentecost river



Die Mitchell Falls sind das nächst Ziel.
Die Fahrt bis zur Tanke Drysdale River (sehr teuer) ist ruppig. Mehrere Floods und/oder Flüsse müssen durchquert werden, aber alles kein Problem.
Die weiter Strecke bis zum Abzweig Mitchell Falls ( die Straße nach Kalumburu war gesperrt) wird auf lange Strecken noch wesentlich ruppiger (Corrugations).



Stimmung Hamersley Gorge



Highlights sind die beiden Felszeichenareale südlich und nördlich (kaum besucht aber sehr interessant) kurz nach der Abfahrt. Und ab dann sind die letzten gut 70 km fast der reine Horror. Unsere Rückewege im Wald für das Vorliefern der Stämme sind meist harmlos dagegen. Eine Herausforderung für Fahrer und Fahrzeug.
Die Flussquerung bald nach den Paintings war die spektakulärste auf der ganzen Reise. Die Fahrt geht durch schön bewaldetes Gebiet aber auch hier mit Buschbränden, wobei die Flammen bis an den Wegrand gingen.
Nach endlosem Gekurve erreicht man endlich den NP-Campground. Daneben geparkt aktuell 4 Helikopter.
Die Wanderung zu den Falls ist reizvoll. Bald muss man einen Wasserfall knapp oberhalb über Steine queren, dann kommt man am Helilandeplatz vorbei und dann würde es wieder oberhalb der Fälle über den Fluss gehen. Die Wegmarkierungen waren zu sehen, teils aber so tief im fließenden Wasser stehend, dass ich mir ohne Sicherung eine Querung nicht zutraute. Ich bin ja nicht lebensmüde. Vielleicht hätte man von dort die Fälle wie im Prospekt sehen können? Ich bin inzwischen aber überzeugt, dass das Prospektbild vom Heli aus gemacht ist. Geld machen ist hier angesagt. Wir würden diese Strecke nie wieder auf uns nehmen, auch wenn das, was wir gesehen haben nicht schlecht war. Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Ergebnis. Wenn man sich einen Heliflug nicht leisten will oder kann, dann lieber ganz verzichten. Es gibt mehr schöne Wasserfälle auf der Welt.



Felsmalerei



Zurück auf der GRR geht es weiter nach Südwesten. Wir haben nirgends die Möglichkeit das Handy zu nutzen. Funkloch. Werden wir unsere Schweizer Freunde verfehlen?
Wir besuchen die Manning Gorge, was wirklich ein Erlebnis ist. Die letzte Strecke zur Gorge geht ohne Wegweiser (was ansonsten nirgends der Fall war) direkt am Felsen entlang und dann per Stufe bis zum Ende. Ein schöner Wasserfall mit einem herrlichen Pool. Und direkt oberhalb sogar Felszeichnungen wie auch auf dem Rückweg.
In der Iminji Station verkauft uns der Besitzer WLan so dass wir kurz Kontakt nach „Draußen“ aufbauen können. So erreichen wir nach Tagen wieder unsere Kinder und die Schweizer Freunde, die wir in der Windjana Gorge treffen möchten.
Um dieses Wiedersehn zu ermöglichen verzichten wir auf die Bell Gorge (wir haben ja schon einige Gorges gesehen) und sind happy die Freunde zu treffen.
Am nächsten Tag begehen wir gemeinsam in der Nachmittagssonne die Gorge mit den Süßwasserkrokos, die uns bis auf 5 m ran lassen. Aber auch hier ist eine gewisse Vorsicht geraten. Übertreiben sollte man es nicht. Dass wir am Campground das Nest eines Laubenvogels finden freut uns sehr. Nach zwei Nächten trennen sich unsere Wege wieder, wir fahren Richtung Broome, die Freunde Richtung Kununurra.

Die GRR ist inzwischen eine normale Piste in weitgehend sehr schöner Landschaft. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Mit besonderem Abenteuer wie vielfach suggeriert hat das nichts mehr zu tun. Und zum Abstecher Mitchell Falls habe ich genug gesagt. Wir würden die GRR wieder fahren und empfehlen aber ohne ganz besondere Erwartungen, wie von Reiseführern dargestellt.



auf diese Begegnung kann man verzichten; gut...



Derby (den Baobab nimmt man mit) haut uns nicht vom Hocker, aber Broome mit dem Camping direkt am Meer ist wunderbar.
Der Tidenunterschied ist enorm, was wir an dem Mangrovenwäldchen vor dem Camp beobachten können. Baden geht hier niemand, Salties und Haie usw., aber gefischt wird viel.
Auf Cape Leweque verzichten wir auf Anraten unserer Freunde , da sich die Begeisterung in Grenzen hielt.

Nächstes Ziel: Eighty Miles Beach mit dem Caravan Park wurde uns empfohlen. Ein guter Rat, wie sich herausstellen sollte. Mit unserem Bushcamper waren wir zwar etwas fehl am Platz – wir wurden gefragt, wie man auf einen Caravanpark kommt, da man von Leuten mit Bushcamper andere Camps erwartet -, aber der herrliche Strand, die Duschen usw. es hat sich gelohnt. Hier fanden wir eine erstaunliche Vielfalt an Muscheln in allen Farben und Variationen. Zwei erholsame Tage zwischendurch.



fantastischer Blütenstand



Jetzt geht es nach Vorrat tanken in Port Hedland Richtung Karijini NP. Die Fahrt über den Millstream Chichester NP ist es auf alle Fälle wert. Überwiegend herrliche Gegend und recht einsam. Auch sieht man nicht tägliche einen 2 km langen Eisenerzzug.
Da wir von Norden kamen war die Hamersley Gorge die erste Station. Auf dem Parkplatz noch am Plateau waren wir ganz allein. Ein herrlicher Platz für eine Nacht sogar mit Internetzugang.
Leider ist die Gorge weitgehend eingeschränkt, will sagen, in die Gorge mit den herrlichen Felsfarben kommt man, darüber hinaus ist jedoch kaum mehr was möglich. Rentiert sich dennoch.
Ich hatte mir als nächstes den Dales Gorge Campground ausgesucht. Das war suboptimal, wobei es kaum Alternativen gibt. Das Gelände des Camps war kontrolliert abgebrannt, warum auch immer (Schlangen?) und entsprechend häßlich zwischen den „ange/verkohlten“ Büschen zu stehen.
Die Wanderung in die Gorge, Fortescue Falls und Circular Pool war ein echtes Erlebnis. Und dies nicht nur, weil wir früh am Morgen, direkt auf dem steinigen Pfad unterhalt einer Wegmarkierung eine Western Brown Snake noch nicht ganz aufgewärmt antrafen. Wir wurden zum Glück vom einem etwas vor uns gehenden Franzosen gewarnt, sonst wäre Maria wahrscheinlich fast darauf getreten. Aus der Distanz konnte ich Fotos machen. Gerade rechtzeitig vor der Hitze des Tages waren wir wieder beim Auto und fuhren weiter nach Tom Price.
Warum wir hier mit unserem Telstra kein Netz hatten erschloss sich uns nicht. Das Visitor centre hatte um 12 mittags am Samstag bereits geschlosssen. Also einkaufen und weiterfahren



gezieltes Buschfeuer, wirklich sinnvoll und not...



Mount Augustus

Die Fahrt am Mt. Turner vorbei war reizvoll. Übernachtet haben wir dann auf dem 24 Std. Platz Beasley. Von hier ging es einige Kilometer zurück bis zur Abzweigung Ashburton Downs.
Die Tour von hier bis Mt. Augustus war etwas ganz besonderes. Zwei Tage zuvor hatte es heftig geregnet. Die Floodway waren Wasser gefüllt und auch auf der Piste waren die „Pfützen“ sehr unterschiedlich. Man konnte nie absehen, wie tief ist das Wasser. Da gerade im Bereich von Pfützen der Weg sehr morastig/schlammig war, konnte man auch nicht wie gewohnt ganz langsam durch das Wasser fahren. Einen gewissen Schwung wollte ich schon mitnehmen. So passierte es wiederholt, dass das trübe, rotbraune Wasser bis über die Kühlerhaube kam und der Scheibenwischer das Ganze erst nach etwas Arbeit verkraftet hatte. Zudem begegnete aus auf 250 km kein anderes Auto. In Europa unvorstellbar. Aber gerade wegen solcher Erlebnisse fährt man ja mit einem Bushcamper durch Australien. Rd. 30 km vor Mt Augustus kamen uns zwei Gespanne und ein Geländewagen entgegen. Wohin die wohl wollten?
Der CG am Mt Augustus, der größte Monolith der Welt, ist momentan im Ausbau, so dass wir nur tankten und eine Nacht blieben.
Die Felszeichnungen auf der Südwestseite des Augustus waren nichts Besonderes.
Die Weiterfahrt zum North-West-Hwy dagegen war wieder lang und Abenteuer pure. Die letzte Herausforderung war ein langes überschwemmtes Teilstück direkt an der Einmündung zum Hwy. Gerade so am Rand entlang kamen wir vorbei ohne hängen zu bleiben.
Die Bulara Station war die nächste Dusche.



Florence Falls


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Kommentare

  • Blula

    Hallo nomade,
    zehn Wochen mit dem Bushcamper durch Ausstralien.... na, wenn das kein Erlebnis ist. Und es war eins, das bringst Du mit diesem tollen Bericht so richtig gut herüber. Ich habe ihn jedenfalls mit Begeisterung gelesen und zwar auch, weil er so locker geschrieben ist. Das ferne Australien, der einzige Erdteil, den ich noch nicht bereist habe, steht immer noch auf meiner Liste und Du hast in mir mal wieder so recht die Reiselust wecken können.
    Danke für diesen ausgezeichneten Reisebericht, die tollen Fotos und nicht zuletzt auch für die nützlichen Hinweise und Tipps.
    LG Ursula

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