Australien 2018

Reisebericht

Australien 2018

Reisebericht: Australien 2018

10 Wochen mit dem Bushcamper durch weite Teile Australiens. Von Melbourne über Alice Springs nach Darwin. Weiter über Gibb River Road nach Broome und die Westküste bis Perth

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Kunst in der Wüste



Oodnadata Track

Oodnadate ist deutlich größer als Williams Creek aber auch eben ein „sehr einsames“ Nest.
Nächstes Ziel sind die Painted Dessert, die wir am Spätnachmittag erreichen. Der Homestead Camp ist neben einem schmucken Farmhaus eine Zumutung. Die junge Farmersfrau weiß genau, dass es keine Alternative gibt. Die Fliegen sind bis 7 pm eine echte Plage.

Die Painted Dessert im Abendlich sind herrlich, auch wenn die Abendsonne uns nicht zu sehr verwöhnt. So beschließen wir, den Sonnenaufgang zusätzlich wahrzunehmen, was wir nicht bereuen.
Die Fahrt zum Stuart Hwy führt durch sehr einsame Gegenden. Ein herrlicher, landschaftlich sehr reizvoller Trip. Nicht so gleichförmig wie am Oodnadata Track, hügeliger und schmale Piste.

Der Stuart Hwy ist dagegen ein richtiger Schock. Teerstraße, wieder mal Autos und Road Trains (53,5 m lang) und viele Kuhkadaver am Straßenrand. Hinweisschilder wie „Achtung streunendes Vieh und Känguruhs auf die nächsten 645 km“ nützen wenig.



Begegnung am Pistenrand



Uluru

Der Uluru unser nächstes Ziel.
Auf dem Weg vom Stuart Hwy zum Uluru tanken wir in Curtin Springs. Die Zapfsäulen sind mit Vorhängeschloss abgesperrt. Eine Frau muss aufsperren, tankt und dann geht’s zum Zahlen. Japaner die nach uns kommen, wollen schon wieder weiterfahren und sind froh dass wir ihnen das Know how erklären.
Der Mt. Connor ist zum Glück ganz anders geformt, ein Tafelberg, als wir den Uluru von Bildern her kennen. Sonst könnte man glatt verwirrt werden.
Der erste Blick auf den Uluru hat schon was Magisches. Das wird uns auch den nächsten Tag beschäftigen.
Auf dem Campground bekommen wir problemlos ein Plätzchen.
Die Abendstimmung am Uluru ist durch Wolken zwar suboptimal aber dennoch ein besonderer Anblick und erhebender Moment. Den vielen Besuchern zum Trotz
Die Umrundung am nächsten Morgen ist empfehlenswert. Erstaunlich dass man manchmal fast allein unterwegs ist. Wenn man nicht den ganzen Rundweg machen will, zumindest der erste Abschnitt vom Parkplatz aus ist ein Muss.



Impression Uluru



Der folgende Tag gilt den Kata Tjuta. Früh sind wir unterwegs. Auf der Fahrt dorthin sehen wir ein Dromedar. Es sollte das einzige unserer Reise bleiben. Das Valley of the Winds steht auf dem Programm. Ein herrlicher Spaziergang mit laufend wechselndem Licht.
Nach einem kurzen Besuch im Visitor Centre beschließen wir Richtung Kings Valley weiter zu fahren.
Wir bleiben zwei Nächte auf dem dazu gehörigen CG. Der Kings Canyon Rim Walk gefällt uns sehr. Wir sind immer sehr zeitig in der Früh dran um bei der Tageshitze wieder im CG zu sein.
Ein Pole der neben uns steht hätte auch gerne unseren Camper gehabt. Aber von „Apollo“ als Upgrade nur ein großes Wohnmobil erhalten. Somit kann er nur die Teerstraßen fahren was er sehr bedauert.



Palm Valley

Nächstes Ziel Palm Valley.
Auf dem Weg dorthin begegnet uns das einzige Mal auf der ganze Reise ein Roadtrain auf Piste. Hier ist rechtzeitiges „auf die Seite fahren“ sinnvoll.
Der eigentliche Weg ins Palm Valley ist das erste, echte Abenteuer. Das letzte Stück vom CG bis ans Ende ist eine Herausforderung. In einem Sandloch bleiben wir stecken. Mit Schwung meinte ich es zu meistern aber zu kurz gedacht. Ein freundlicher Australier hält an und meint, ich hätte viel zuviel Pressure, was natürlich stimmte, zumindest für Sand. Also Luft ablassen, Differenzial rein, und raus waren wir. Die Aussis meinten, wir sollten generell auf Gravelroad den Druck vermindern, was wir ab sofort umsetzten. Seine Frau zeigte uns mit nicht enden wollender Begeisterung ihre Bilder von ihrer Reise durch Deutschland mit den Fachwerkhäusern usw. . Sie konnte kaum glauben, dies ist Normalität für uns.
Wir waren schließlich sehr froh, am einsamen CG im Palm Valley wieder angekommen zu sein. Wenn nur die Fliegen nicht wären. So entschieden wir uns trotz sagenhafter Lage weiter zu fahren. In Hermansburg haben wir getankt und den Reifendruck wieder der Teerstraße angepasst.
Für den Merenee Loop benötigt man kein Permit mehr, worüber wir sehr erfreut waren.



Palm Valley



Die erste Gorge in den Western MacDonnells war die Glen Hellen Gorge. Am Ende des kurzen Fußweges waren wir begeistert. Tatsächlich ein Wasserloch im total trockenen Outback.
Zum Übernachten steuerten wir die Ormiston Gorge an. Auch reizvoll. Aber die Fliegen am CG, weniger schön; und immer warten bis 7 pm ist auch nicht so reizvoll. Vor allem, da es ja um diese Zeit schon finster ist. Die Lagerfeuer, die Australier immer veranstalten, helfen gegen Fliegen auch nicht.
Da wir die Empfehlung bekommen hatten, nicht jede Gorge zu besichtigen, fuhren wir weiter nach Alice Springs.
Wir kaufen ein, gehen zu McD, genießen den Blick auf die Stadt vom Anzac Hill und fahren ins John Hayes Rock Hole.
Das Hole lädt zum Fotographieren ein, das Bushcamp weniger. Also weiter zur N’Dahla Gorge.
Hier sind wir zuerst ganz allein bis schließlich noch ein Fahrzeug kommt. Eine herrliche Mondnacht unterm fantastischen Sternenhimmel, um diese Zeit ohne Fliegen. Das letzte Stück zur Gorge war frisch gegradert, offenbar ein Novum.
Der Frühspaziergang in die Gorge mit den Felsritzzeichnungen war ein Erlebnis.
Die Weiterfahrt über Arltunga Station war wieder ein Highlight. Nur auf dem ersten Abschnitt das eine oder andere Auto, sonst keines mehr bis zum Hwy.



selbst erklärend



Auf dem Stuart Hwy Richtung Devil Marbles das übliche Bild. Flache Landschaft – wie schon von den Flinders Ranges her – mit mehr oder weniger Bushbewuchs, eine Rinderfarm grenzt an die andere und im Unterschied zu Nationalparks wie dem Uluru, häufig bis auf den nackten Erdboden abgefressene Ländereien. Abwechslung stellte immer wieder abgebranntes Land dar, - wie man sagt kontrollierte Bushfeuer – über deren Sinn wir uns Gedanken gemacht haben. Offensichtlich ist, dass nach dem Abbrennen des alten Grases und Strauchwerks rasch wieder frisches Grün sprießt, woher auch immer dieses bei der Trockenheit kommt. Für Farmer ein nachvollziehbarer Grund, für die vielen Lebewesen, die dem Feuer erliegen vermutlich weniger erfreulich. Auch könnte ich mir vorstellen, dass sich die Vegetation bei diesem teils riesige Flächen umfassenden Abbrennen einseitig entwickelt.
Zumindest dürften die Aboriginals zu Jagdzwecken keine solche Flächen abgebrannt haben. In der Zeit vor ihnen war u.a. die Großtierfauna reicher, über Jahrmillionen.

Die Devil Marbles waren auf alle Fälle wieder ein besonderer Halt mit Übernachtung direkt neben den Marbles. Einfach toll.



Der Abstecher zur Daily Waters Road Station hat sich gelohnt.



Tankstopp wieder einmal



Richtung Kakadu National Park

Mataranka haben wir „links liegen gelassen“, da wir nicht heiß baden wollten.
Auf alle Fälle, die Vegetation ändert sich im Gegensatz zu der Strecke seit grob gesagt Flinders Ranges, ab etwa 100 km südlich Katherine.
Es wird alles wüchsiger und vielfältiger.
Der CG an der Katherine Gorge war ein schöner Zwischenstopp für 3 Nächte. Hier machten wir die Erfahrung, dass man um Brot zu bekommen schnell mal fast 30 km nach Katherine fahren muss. Andernfalls eben kein Brot.
Die Frösche in den Toiletten auf diesem recht schönen Nationalpark Camp Ground waren etwas Besonderes. Das Hinweisschild: Frogs like water and Snakes like Frogs“ hat offenbar nicht genützt. (haben wir oft auf unserer Reise gesehen).
Ein kurzer Spaziergang zum Outlook auf die Gorge war sehr schön. Weniger schön sind jedoch die zahlreichen Hubschrauberflüge die hoch oben die Gorge hinter fliegen und knapp über dem Wasser zurück. Immer ein unsäglicher Lärm in dieser herrlichen Landschaft. Aber die Fliegen sind fast weg!! Hurra!!

Kakadu NP die nächste Station.
Laut Führer bekommt man das Permit am Mary River Roadhouse. Denkste. Das war offenbar einmal, aber schon lange her.
Tatsächlich erhalten wir unser Permit an der Cooinda Lodge. Kurz vorher ein Visitor Centre das den Besuch lohnt.
Die Nourlangie Felsmalereien sind für uns ein absoluter Höhepunkt. Dafür ist die Nacht in Ubirr auf dem fast verlassenen Campground mit vielen Stechmücken gesegnet, was aber bei dem Sumpfgelände eigentlich nicht verwundert. Keine Fliegen aber etliches an Mücken bei sehr schwüler Nacht.
Die Felszeichnungen am Ubirr Rock entschädigen voll. Wir sind begeistert. Auch die Aussicht auf die Wetlands ist herrlich. Die Regenbogenschlange am Ubirr Rock findet man aber nur, wenn man auf dem Rückweg vom Aussichtspunkt noch die fehlende Route der Felsmalereien auf sich nimmt. Sehr lohnenswert.
Die vielen Warntafeln vor Salties nehmen wir ernst und gehen nicht einfach in den Bush.
Auf dem Weg nach Darwin sehen wir von der Brücke über den Aligator River ein Saltie von erstaunlicher Größe im Fluss schwimmen. Zum Glück auf große Entfernung.
Mit unliebsamem Getier haben wir bisher keine Erfahrung gemacht.



Bushcamping Kakadu NP



Auf dem Weg nach Darwin hat eine Tankstelle dicht gemacht. Zum Glück haben wir einen Subtank.



Tank leer ?





Darwin ist eine beschauliche Stadt. Der Blick auf das Meer ist herrlich. Das Klima subtropisch, will heißen heiß und stickig. Wenn man in einen Store geht umfängt einen angenehme Kühle, die beim Verlassen einem feuchtheißen Föhn Platz macht.
Der Baramundi am frühen Abend im Frying Nemo mundet sehr (eine Empfehlung eines jungen Herrn im Park). Wir übernachten auf einem Big 4 rd. 18 km südlich Darwin. Man fühlt sich fast wie auf europäischen Campingplätzen. Wir freuen uns wieder auf Bushcamps.

Im Litchfield NP an den Florence Falls finden wir wieder Entsprechendes. Auf dem Weg dorthin sind die magnetic Termite mounds etwas besonderes. Die flache Struktur und Nord/Süd-Ausrichtung beeindrucken. Nur verwirrend, dass am Parkplatz ein normaler riesengroßer Termitenbau besonders durch Einzäunung und Beschilderung auf sich aufmerksam macht.
Erstaunlich nur, dass die als 4WD deklarierte Zufahrt zum Campground inzwischen frisch geteert ist. Wir erhaschen den letzten Platz, da ein verlängertes Wochenende die „Darwiner“ ins Grüne lockt. Am Platz geht es sehr geschäftig zu. Die Herrn immer mit der obligatorischen Bierdose in der Hand. Das Lagerfeuer wird sogar nach dem Aufstehen schon entfacht und mit Holz befeuert, das die mitgebrachte Motorsäge frisch liefert.
Auf alle Fälle, das Bad an den Falls ist herrliche, wenn auch erstaunlich wohltemperiert. Ich hätte es viel kälter erwartet.
Leider sind der Weg zur Lost City und zum Sandy Creek gesperrt. Also zurückfahren.
Die Umbrawarra Gorge ist der nächste Zwischenstopp. Wir haben kurz überlegt den Campground hier zu nutzen, aber der hat uns nicht begeistert. Auf dem Weg in die Gorge sehe ich zum ersten mal eine ca. 50 cm lange Schlange. Gefährlich oder nicht? Sie flüchtet.
Einen Waran in der Gorge können wir nach Hinweis von Badenden ausgiebig fotografieren und betrachten. Wenn man diese Gorge nicht gesehen hat, hat man nicht zuviel versäumt. Die Bushbrände auf dem Weg dorthin waren nicht gerade erbauend.

Wieder in Katherine biegen wir nach Südwesten auf den Victoria Hwy ab.
Die Nacht verbringen wir auf einem Stellplatz neben dem Hwy im Bereich des Gregory NP. An dem kleinen Platz stehen bereits zwei Wohnwagen. Wir fahren auf die andere Seite des Rondells. Als eine Frau keine 20 m neben uns ihre Kamera auf etwas am Boden richtet eile ich hinzu. Die mindestens 1 m lange Schlange kann ich in der Aufregung leider nicht auf das Bild bekommen. Sie schlängelt sich zu rasch aus dem gemähten Teil in die angrenzenden dicht bewachsenen Bereiche. Eine Copperhead Snake, wie die Australierin erklärt. Extrem giftig. Sie war an einem Baumstumpf mit einigen Grashalmen im gemähtem Bereich gelegen. Vor den Australiern, die quer über die Wiese gingen ist sie geflohen. Zum Glück.
Ein Spaziergang über Stock und Stein zu den Felszeichungen am Nawulbinbin Walk steht am Tagesanfang. Herrlich, ganz allein und viele Zeichnungen.

An der Grenze zu Westaustralien wurden wir tatsächlich gefilzt. Wir waren vorbereitet und hatten nur noch eine halbe Knoblauchzehe. Aber auch diese wurde uns abgenommen. Sonst jedoch ohne Probleme.

In Kununurra gönnten wir uns einen schönen Platz mit Duschen. Den Westaustralien NP-Pass bekam ich als Senior verbilligt. Sehr erfreulich. Im Supermarkt haben wir wie üblich hervorragend eingekauft. Maria hat aus den verschiedenen Zutaten immer leckere Mahlzeiten bereitet.



Farbenspiel



Dass Fleisch generell, gerade auch Rind, sehr günstig ist, hat uns überrascht. Jetzt verstehen wir, dass die Australier ihre Rinderhaltung auch unter extremen Bedingungen wie im Outback mit künstlichen Brunnen und ansonsten riesigen Flächen, die bis auf den letzten Halm herunter gefressen werden, nicht verzichten wollen. Erstaunlicherweise findet man in diesen Bereichen der Rinderhaltung auch so gut wie keine Känguruhs, die werden offenbar intensiv als Nahrungskonkurrenten gejagt. Die übrigen Lebensmittel lagen erwartungsgemäß im Preis über deutschem Niveau. Aber darauf hatte man sich ja eingestellt.



Distanzen zu "größeren" Orten



GRR = Gibb River Road

Die GRR (Gibb River Road) ein lang gehegtes Ziel rückt näher. Aber zuvor noch die Bungle Bungles oder anders gesagt Purnunullu NP.
Vorweg, das war wirklich wieder ein Highlight.
Auf der Fahrt nach Süden stand ein Geländewagen in hellen Flammen. Da ein Pkw bereits in geringer Entfernung stand, keinerlei Leute zu sehen waren, offenbar nur noch das Feuer, passierte wir langsam.
An der Einfahrt zum Purnunullu NP Luft aus dem Reifen nehmen und behäbig die gut 50 km angehen. Gut 2 ½ Stunden, eine wirklich interessante, abwechslungsreiche Fahrt.
Der Walardi Campground ist weitläufig, sehr angenehm. Frühzeitig heißt es aufbrechen um bei schönem Licht den ersten Blick auf die Bienenkörbe zu erhaschen. Das gelingt uns perfekt. Der Weg in die Cathedral Gorge ist atemberaubend. Der Pool am Ende eine Wucht. Man kann sich kaum satt sehen an diesen Formationen. Den Nachmittag genießen wir im Kurrajong Campground, der aber nicht so schön ist wie Walardi. Aber wir wollen ja am nächsten Tag die Echidna Chasme begehen.



Purnunulu Nationalpark



Wir sind die ersten an diesem Morgen in der Echidna Chasme. Wieder ein traumhaftes Erlebnis. Den Effekt des senkrechten Sonnenstandes am Mittag so wie in den Broschüren erlebt man laut Aussage im Parkcentre nur an bestimmten Tagen im Jahr. Daher verzichten wir auf die Mittagszeit und die vielen Menschen. Wir sind ganz allein, sagenhaft.
Das nächste Mal würde ich lieber zweimal im Walardi nächtigen, die Entfernung zur Chasme ist machbar.



Purnunulu NP


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Kommentare

  • Blula

    Hallo nomade,
    zehn Wochen mit dem Bushcamper durch Ausstralien.... na, wenn das kein Erlebnis ist. Und es war eins, das bringst Du mit diesem tollen Bericht so richtig gut herüber. Ich habe ihn jedenfalls mit Begeisterung gelesen und zwar auch, weil er so locker geschrieben ist. Das ferne Australien, der einzige Erdteil, den ich noch nicht bereist habe, steht immer noch auf meiner Liste und Du hast in mir mal wieder so recht die Reiselust wecken können.
    Danke für diesen ausgezeichneten Reisebericht, die tollen Fotos und nicht zuletzt auch für die nützlichen Hinweise und Tipps.
    LG Ursula

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