Nepal - durch Solu Khumbu zum Gokyo Ri

Reisebericht

Nepal - durch Solu Khumbu zum Gokyo Ri

Reisebericht: Nepal - durch Solu Khumbu zum Gokyo Ri

Unsere Trekkingtour von Lukla über Namche Bazar führt ins Herz des Solu Khumbu. Abzweigend vom Everest-Trek führt das Gokyo-Tal in Richtung Cho Oyu. Ziel war die Überschreitung des Renjo La, um über Thame wieder Namche und Lukla zu erreichen.

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Zurück nach Kathmandu

Abflug in Lukla?

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Ohne dass wir es ahnten, begann der abenteuerlichste Tag unserer Reise. Fluglärm weckte uns, was erfreulich war, denn das hieß, dass wir rechtzeitig zurück in Kathmandu sein würden. Sebastian lief mit seinem Fotoapparat noch vor dem Frühstück zum Flugplatz. Auch wir frühstückten zügig und legten dann mit unseren Seesäcken die wenigen Meter bis zum Flughafen zurück. Mittlerweile war die zweite Vierergruppe der kleinen Maschinen angekommen. Mehr haben nämlich auf dem kleinen Abstellfeld nicht Platz.
Aber die Wolken senkten sich unbarmherzig immer tiefer.



Mit dem Heli von Lukla nach...

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Für die nächste Serie waren wir gebucht, was aber letztlich in Lukla nichts heißen muss. Immer mehr Leute füllten die Wartehalle, aber keine Flugzeuge tauchten mehr auf. Prem äußerte Skepsis. Irgendwann lief ein Nepalese herum und sagte, dass er Hubschrauberflüge organisieren könne. Sie würden 300 Dollar pro Kopf kosten.
Da es offensichtlich war, dass an diesem Tag keine Flugzeuge mehr kommen würden, sprachen wir ihn an. Letztlich mussten wir 400 Dollar für jeden von uns drei zahlen, damit auch Prem mitfliegen konnte.
Nun ging es in den Heliport, wo das Warten begann. Irgendwann am frühen Nachmittag musste Monika mit einer Kreditkarte zum Bankomaten gehen, der erst einmal nicht funktionierte, aber schließlich hielten wir doch einen dicken Stapel nepalesischer 1000 - Rupien-Scheine in der Hand, die wir dem Nepalesen in die Hand drückten.
Und dann ging es recht schnell. Im Laufschritt wurden wir aufs Flugfeld gebracht; wir erfuhren, dass der Hubschrauber aus Khumjung käme und bereits drei Personen mitbrächte und wir zusteigen sollten.



Im Anflug auf Kathmandu

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Leider war einer der Passagiere so dick, dass er zwei Plätze belegte und nur noch zwei von uns Platz hatten. Während bereits über uns die Rotoren wieder schneller liefen, mussten wir entscheiden, wer vorerst in Lukla bleiben würde. Sebastian bot sich an und kaum saßen Monika und ich im Hubschrauber hob er schon ab.
Bereits in den ersten Minuten des Flugs stellte ich fest, dass wir Sebastian gar kein Geld zurückgelassen hatten. Bei der Landung in Kathmandu wurde auch der Seesack von Sebastian mit ausgeladen. Er stand also ohne Geld und Ausrüstung in Lukla. Zum Glück war auch Prem noch in Lukla.
Zum Flug selbst kann man sagen, dass man im Heli wesentlich weniger durchgeschüttelt wird als im Flugzeug und man eine tolle Sicht hat. Spektakulär wird es, wenn der Heli direkt auf einen Bergkamm zusteuert und man meint, dass er dort zerschellen würde, und nur noch wenige Meter zwischen den Baumwipfeln und dem Helikopter liegen.



Nach einstündigem Flug erreichten wir Kathmandu. Dort begann das große Warten. Unsere Reiseagentur setzte sich sofort telefonisch mit Prem in Verbindung, der sich um Sebastian kümmern sollte, falls er an diesem Tag nicht mehr mitfliegen könnte.
In jeden der Kleinbusse, die vom Heliport kamen, versuchten wir bereits bei Anfahrt hinein zu schauen, ob Sebastian drin säße. Langsam kam die Dämmerung; und wirklich mit dem letzten Hubschrauber dieses Tages kam auch Sebastian an. Wie wir später erfuhren konnte Prem erst zwei Tage danach fliegen.
Sebastian erzählte uns, dass er ohne den Einsatz von Prem nicht mitgekommen wäre, da man ihm zu verstehen gab, dass es mittlerweile Leute gäbe, die das Doppelte für den Flug zahlten und diese natürlich bevorzugt würden.
Großer Dank gilt daher unserer Reiseagentur vor Ort und unserem Guide Prem. Man muss auch sagen, dass wir die normalen Flüge erstattet bekamen, so dass uns die Hubschrauberflüge etwa 700 Dollar extra gekostet haben - und wir nahmen mehr Dollar mit zurück als wir zuvor mitgebracht hatten.



Durbar Square

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Erdbebenschäden

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Einen Tag hatten wir noch Zeit in Kathmandu. Auf unseren Wunsch hin organisierte die Agentur für diesen Tag noch einen Fahrer und einen deutschsprachigen Führer. Meine Idee, nach Baktapur zu fahren, war jedoch nicht gut, da dort nach dem Erdbeben noch große Bauarbeiten in Gang sind. Daher fuhren wir zuerst zum Durbar Square, wo man im Gegensatz zu unserer letzten Reise nun Eintritt zahlen musste. Es ist traurig die Folgen des Erdbebens dort zu sehen. Von einigen Pagoden sind nur noch Schutthaufen vorhanden, andere müssen mit Holzbalken gestützt werden und Risse laufen durchs Mauerwerk.
Eines der Highlights unserer Tour war der Besuch des Kumari Bahal, wo sich uns die aktuelle Kumari zeigte, ein kleines Mädchen, das als Göttin verehrt wird und der wir mit einer Verneigung unseren Respekt erweisen mussten; Fotografieren war dort streng verboten.



Kumari Bahal

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Durbar Square Kathmandu

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Während es in der Freak-Street durchaus noch nach Marihuana riecht, kann man an anderen Stellen nepalesische Teesorten und Pashmina-Schals kaufen. Letzteres hat Monika bereits als Bedingung für die nächste Nepal-Reise aufgestellt.



Swayambunath

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Auch auf dem Hügel von Swayambunath sind noch Reparaturarbeiten im Gange, aber die große Stupa und die Hindutempel darum herum sind fast wiederhergestellt. Wenn man "hinten herum" fährt, erspart man sich die 365 Stufen, die dort hinauf führen. Auch hier wimmelt es nur so von Touristen.



Ein Muss war für mich von vornherein der Besuch der Stupa in Bodnath. In ihrer erhabenen Größe und mit den tief gläubigen Buddhisten, die sie nicht nur als Touristen umrunden, zieht sie mich immer wieder an.



Stupa von Bodnath

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Tanka-Schule

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In ihrer Umgebung gibt es natürlich viele kleine Läden, Restaurants, und ein Kloster, das man besichtigen kann. Während Monika Pashmina-Schals als Mitbringsel bevorzugte, wollte ich noch ein Tanka mitnehmen. Auch dazu gibt es hier Gelegenheiten. In einer Tanka-Schule konnten wir dabei der filigranen Arbeit zusehen. Dabei wird klar, dass ein Tanka auch seinen Preis haben muss.



Ein letztes Highlight für uns persönlich ergab sich zufällig am nächsten Vormittag im Hotel. Eine neue Trekkinggruppe von Henkalaya-Reisen traf ein, als Führer Hans Kammerlander. Das Hotelpersonal war nicht nur stolz darauf, einen weltberühmten Bergsteiger im Hotel begrüßen zu können, sondern vermittelte uns auch noch die Gelegenheit, ihn kennenzulernen.
Mit einer Fülle von spannenden Erlebnissen traten wir wir am Nachmittag unseren Heimflug an. Auch wenn es unterwegs manchmal ziemlich kalt war und nicht alles so geklappt hat, wie es geplant war, reift mittlerweile der Gedanke, dass es nicht die letzte Nepalreise gewesen sein dürfte und es weitere sehenswerte Ziele in Nepal geben wird.



Hans Kammerlander und wir

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Kommentare

  • Blula

    Hallo Wolfgang!
    Ich kehre gerade atemlos von Eurer 3. Nepal-Trekking-Tour zurück, atemlos vor Begeisterung. Es ist so unglaublich spannend und anschaulich wie Du über diese erlebnisreichenTage berichtest, dass ich mir das fortwährend wie ein fantastischer Videofilm vorkam, der nicht nur diese einmalige Gebirgsregion zeigt, sondern die Strapazen und Herausforderungen der Bergsteiger, die es wagen, diese mit der ihnen eigenen Begeisterung auf sich zu nehmen. Ihre habt dafür meine volle Hochachtung. Dass nicht immer alles klappt auf so einer Tour, das gehört sicher dazu. Wenn nur letztendlich immer alles gut ausgeht, wie z.B. auch Dein Sturz in den Bach. Nicht auszudenken, wenn Du Dir dabei ein Bein gebrochen hättest.... !
    Danke für dieses unglaubliche Leseerlebnis und ja, ich bin auch sicher, dass dies nicht Dein letzter Nepal-Bericht gewesen ist.
    LG Ursula

  • Wolfgang122

    Hallo Ursula,
    vielen Dank für den begeisterten Kommentar; leider dauert es immer einige Zeit, bis ich dazu komme, einen Bericht zu schreiben, da der Übergang zur Arbeit knapp ist und ich auf die nächsten Ferien warten muss; dann ist es gar nicht so einfach, wieder hineinzufinden in die Reise.
    LG Wolfgang

  • ursuvo

    mir hat Dein Bericht auch sehr gut gefallen - ich kenne die Gegend nur aus Erzählungen und Bildern von Mann und Sohn - auch daher hat mich Dein Bericht sehr interessiert! und die zum Teil sehr schönen Bilder hätten ruhig ein paar mehr Stimmen bekommen können!!!
    LG Ursula

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