Nepal - durch Solu Khumbu zum Gokyo Ri

Reisebericht

Nepal - durch Solu Khumbu zum Gokyo Ri

Reisebericht: Nepal - durch Solu Khumbu zum Gokyo Ri

Unsere Trekkingtour von Lukla über Namche Bazar führt ins Herz des Solu Khumbu. Abzweigend vom Everest-Trek führt das Gokyo-Tal in Richtung Cho Oyu. Ziel war die Überschreitung des Renjo La, um über Thame wieder Namche und Lukla zu erreichen.

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Gokyo Ri

Aufbruch zum Gokyo Ri

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Heute ist frühes Aufstehen angesagt. Ein erster Blick durchs Fenster unseres Zimmers zeigt mir eine graue Umgebung, beim zweiten Blick erst sehe ich, dass das Fenster voller Eisblumen ist, die gar keinen Blick nach draußen zulassen. Sebastians Handy zeigt uns 11 Grad minus im Zimmer an. Da fällt es richtig schwer, sich aus dem Schlafsack zu schälen; aber uns erwartet schönstes Wetter, auch wenn es über Nacht wieder einigen Neuschnee gegeben hat. Heute können wir unsere Skiunterwäsche, Mütze, Schal und Handschuhe gut gebrauchen.



Ausblick vom Gokyo Ri

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Der Gokyo Ri (5360 m) ist eigentlich ein harmloser Grasgipfel, der heute aber frisch verschneit ist. Drei Stunden Gehzeit werden für die etwa 600 Höhenmeter ab der Lodge veranschlagt. Viele Leute sind bereits unterwegs und, wie Sebastian feststellt, scheinen sie sich hinaufzustehen. Da sich Monika nicht wohl fühlte, sind nur wir zwei mit unserem Guide Prem unterwegs. Prem richtet sein Tempo nach unseren Möglichkeiten aus. Bald wird es mir zu warm und ich setzte mich auf einen Felsen, um die Skiunterhose auszuziehen. Ich bedeute Sebastian und Prem weiterzugehen, da der Weg gut einsehbar und nicht schwer ist, merke aber dann, dass es mir nicht möglich ist, sie wieder einzuholen. Also hänge ich mich an andere Gruppen an, die jedoch immer wieder nach kurzer Zeit stehen bleiben, so dass ich in meinem Tempo weitergehe.



Am Gipfel des Gokyo Ri

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Sehr schnell wird der Blick über die Seitenmoräne des Gletschers frei und Gokyo wird immer kleiner, aber der Aufstieg kostet Energie. Ich frage einige absteigende Leute, wie weit es noch ist und bin enttäuscht, dass sie mir sagen, ich hätte ungefähr die Hälfte. Trotzdem: Schon bald wird eine Metallstange sichtbar und ich bin gespannt, ob sie den Gipfel markiert. Tatsächlich sind dort oben Sebastian und Prem und ich komme nach nicht einmal zwei Stunden Gehzeit dort an.
Zwar musste ich unterwegs auch kurz anhalten um meinen Puls zu senken, aber ich denke, dass es für so einen Anstieg wichtig ist, in sich hineinzuhören und das Tempo zu gehen, das man hier auf längere Strecke durchhalten kann ohne immer wieder stehen bleiben zu müssen.



Sebastian hat schon einige Gipfelfotos geschossen und nach einer Schnauf- und Trinkpause sehe ich mich ebenfalls um. Wir sind gerade zur rechten Zeit oben. Die vorher noch vorhandenen Nebelfelder lichten sich und man sieht außer dem Cho Oyu auch den Lhotse und kann dahinter immer wieder die Gipfelpyramide des Mount Everest erahnen.



Blick zum Lhotse

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Geschafft!

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Lange halten wir uns allerdings nicht auf, da der Wetterbericht für den Nachmittag neuen Schneefall angekündigt hat. Nach dem obligatorischen Gipfelfoto machen wir uns auf den Rückweg. Das Absteigen fällt mir schwerer als der Anstieg, da ich hier die Arthrose in meinen Gelenken spüre. Zudem schmilzt der Schnee und macht den Weg teilweise zu einer schmierigen Rutschbahn. Zweimal sind artistische Gleichgewichtsübungen nötig, um zu vermeiden, dass ich mich mit meiner noch sauberen Trekkinghose auch in den Schlamm setze. So brauche ich für den Abstieg fast genauso lange wie für den Aufstieg.



Abstieg nach Gokyo

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Nachmittags steht noch eine schwierige Entscheidung an. Schon seit Tagen verfolgen wir den Wetterbericht, was dank des auf jeder Hütte verfügbaren WLAN möglich ist. Für den nächsten Tag (die Überschreitung des Renjo La) spricht er von "heavy snow" bzw. in Höhen unter 4500 m von "heavy rain". Auf einer Landkarte hatte ich beim Abstiegsweg vom Renjo La gelesen "Slippery descent - fix ropes for porters".
Da der Abstieg über Felsplatten in absturzgefährdeten Gelände verlaufen soll und wir nichts riskieren wollen, entscheiden wir uns schweren Herzens, den Renjo La auszulassen und wieder durchs Gokyo-Tal nach Namche Bazar zurückzukehren.


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Kommentare

  • Blula

    Hallo Wolfgang!
    Ich kehre gerade atemlos von Eurer 3. Nepal-Trekking-Tour zurück, atemlos vor Begeisterung. Es ist so unglaublich spannend und anschaulich wie Du über diese erlebnisreichenTage berichtest, dass ich mir das fortwährend wie ein fantastischer Videofilm vorkam, der nicht nur diese einmalige Gebirgsregion zeigt, sondern die Strapazen und Herausforderungen der Bergsteiger, die es wagen, diese mit der ihnen eigenen Begeisterung auf sich zu nehmen. Ihre habt dafür meine volle Hochachtung. Dass nicht immer alles klappt auf so einer Tour, das gehört sicher dazu. Wenn nur letztendlich immer alles gut ausgeht, wie z.B. auch Dein Sturz in den Bach. Nicht auszudenken, wenn Du Dir dabei ein Bein gebrochen hättest.... !
    Danke für dieses unglaubliche Leseerlebnis und ja, ich bin auch sicher, dass dies nicht Dein letzter Nepal-Bericht gewesen ist.
    LG Ursula

  • Wolfgang122

    Hallo Ursula,
    vielen Dank für den begeisterten Kommentar; leider dauert es immer einige Zeit, bis ich dazu komme, einen Bericht zu schreiben, da der Übergang zur Arbeit knapp ist und ich auf die nächsten Ferien warten muss; dann ist es gar nicht so einfach, wieder hineinzufinden in die Reise.
    LG Wolfgang

  • ursuvo

    mir hat Dein Bericht auch sehr gut gefallen - ich kenne die Gegend nur aus Erzählungen und Bildern von Mann und Sohn - auch daher hat mich Dein Bericht sehr interessiert! und die zum Teil sehr schönen Bilder hätten ruhig ein paar mehr Stimmen bekommen können!!!
    LG Ursula

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