Nepal - durch Solu Khumbu zum Gokyo Ri

Reisebericht

Nepal - durch Solu Khumbu zum Gokyo Ri

Reisebericht: Nepal - durch Solu Khumbu zum Gokyo Ri

Unsere Trekkingtour von Lukla über Namche Bazar führt ins Herz des Solu Khumbu. Abzweigend vom Everest-Trek führt das Gokyo-Tal in Richtung Cho Oyu. Ziel war die Überschreitung des Renjo La, um über Thame wieder Namche und Lukla zu erreichen.

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Über Kathmandu nach Lukla

Verkehrschaos in Kathmandu

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Nachdem wir bereits 2009 mit unserem zehnjährigen Sohn die Everest-Region erkundeten, hatte ich uns diesmal ein etwas sportlicheres Ziel gesetzt: die Überschreitung des Renjo La. Noch einmal den Mount Everest sehen, bevor wir zu alt für die großen Höhen wurden, war mein Wunsch.
Zeit hatten wir allerdings nur in den Osterferien, also musste die gesamt Tour in 16 Tagen untergebracht werden. Direkt nach der Arbeit und von etlichen Überstunden ein wenig erschöpft und gar nicht in Urlaubsstimmung fuhren wir am späten Freitagnachmittag zum Flughafen München. In zwei Etappen über Abu Dhabi, wo wir mitten in der Nacht drei Stunden ziemlich müde herumhingen, ging es nach Kathmandu. Wie gewohnt war die Reise bestens organisiert und wir wurden bereits am Flughafen erwartet und von dort ins Hotel Greenwich gefahren.
Sehr gespannt waren wir darauf, wie Kathmandu nach dem schweren Erdbeben vor wenigen Jahren aussehen würde. Tatsächlich waren viele Häuser sichtlich neu gebaut und Straßen neu geteert, aber das übliche Verkehrschaos aus vielen Mopeds und Autos herrschte nach wie vor.



Warten auf den Flug nach Lukla

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Gleich für den nächsten Tag war der Weiterflug nach Lukla geplant. Abends mussten wir noch unser Gepäck umladen, da auf den Inlandflügen nur 10 kg erlaubt sind. Zugunsten meines Sohnes, der sich noch eine neue Kamera zugelegt hatte, verzichtete ich selbst auf die Mitnahme meiner Kamera.
Kurz nach 6 Uhr wurden wir abgeholt und über die morgendlich tatsächlich leeren Straßen zum Flugplatz gebracht. Dort wurde sehr genau das Gepäck wie auch das Handgepäck gewogen. Wohlweislich hatten wir bereits unsere Bergschuhe und Anoraks angezogen.
Beim Warten im Gedränge der kleinen Abflughalle des Inlandsterminal stellte sich überraschenderweise zum ersten Mal bei mir Urlaubsstimmung ein.
Pünktlich wurden wir zu den wartenden kleinen Maschinen gefahren, aber dort mit dem Bus in der prallen Sonne abgestellt. Unser Flugzeug der Sita Air war noch nicht da. Auch wenn in Kathmandu strahlend schönes Wetter ist, kann es oben in Lukla für Landungen oder Starts zu wolkig oder zu windig sein. Schließlich standen wir vor dem Flugzeug, wurden aber zurückgeschickt mit dem Hinweis, dass sich der Flug eine Stunde verzögern könne.



Landebahn von Lukla in Sicht

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Mit viel Verspätung aber erleichtert, dass es nun doch losging, saßen wir schließlich im Flugzeug. Der Flug bewegte sich immer an der Obergrenze der Wolken - zwischendurch konnte man die eisbedeckten Gipfel ausmachen, dann war wieder nur alles draußen in Watte gehüllt. Schließlich legte sich das Flugzeug in eine Rechtskurve, ich befürchtete schon, dass wir umdrehen würden, aber knapp über einen Bergkamm hinweg zog der Pilot steil nach unten, wo schon bald das kurze Flugfeld von Lukla zu sehen war. Mit einem harten Ruck setzte er sicher zu Beginn der Piste auf, um das Flugzeug auf der nur 500 m kurzen Landebahn zum Stehen zu bringen.
Dann geht es sehr schnell; das Gepäck wird ausgeladen, die neuen Fluggäste stehen schon bereit, und nach wenigen Minuten startet es wieder zurück nach Kathmandu. Wir werden von unseren beiden Trägern erwartet und von unserem Guide gleich in eine Lodge zum Mittagessen verfrachtet.



Aufstieg nach Namche Bazar

"Hauptstraße" in Lukla

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In Lukla herrscht geschäftiges Treiben. Seit unserer Reise vor 9 Jahren ist es "städtischer" geworden. Das Erdbeben hat dazu geführt, dass der Hauptweg durch Lukla so gepflastert ist, dass man sich auch mit Stöckelschuhen bewegen könnte.
Unsere erste Station ist die Kasse der Nationalparkverwaltung, wo wir unsere Permits bekommen. Dann führt der Weg über viele Stufen und vorbei an den Feldern bergab ins Tal des Dudh Kosi. Seit unserer letzten Tour sind hier viele neue Lodges gebaut worden, was bei den vielen Trekking-Touristen, die uns begegnen, vermutlich dringend notwendig war.



Phakding - Brücke über den Dudh...

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Nach knapp drei Stunden erreichen wir Phakding; den Ort hatten wir ebenfalls wesentlich kleiner in Erinnerung. Über eine erste lange Hängebrücke überqueren wir den Dudh Kosi, auf der anderen Flussseite liegen weitere Lodges und eine "German Bakery", die vor 9 Jahren in Namche Bazar zu finden war. Wir gehen noch etwas weiter am Fluss entlang, um die nächste Etappe nach Namche Bazar zu verkürzen. Vorbei am neu gebauten Himalayan Sherpa Hospital kommen wir zu einer schön gelegenen Lodge, in der wir uns für die Nacht einquartieren.



Manimauern bei Monjo

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Eine der Schlüsseletappen steht bevor: der Aufstieg nach Namche Bazar, der uns von 2500 m auf 3500 m bringen wird. In bequemen Auf und Ab folgt der Weg zunächst dem Fluss. Immer wieder wandert man durch größere Orte wie Monjo oder Jorsole. Gebetsmühlen und Manimauern zeugen vom tiefen buddhistischen Glauben der Bauern; andererseits säumen Lodges den Weg, die mit ihrem "Beergarden" werben. Am Ortsende von Monjo werden alle Besucher des Sagarmatha Nationalparks registriert, bevor man mit Jorsole die letzte Station vor dem steilen Aufstieg nach Namche Bazar passiert. Dort gibt es ein frühes Mittagessen zur Stärkung.
(Sagarmatha ist der nepalesische Name für den Mount Everest; bei den Sherpa heißt er Chomolungma.)



Hillary-Bridge

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Ein spektakuläres Highlight dieses Aufstiegs ist die Hillary Bridge. Inzwischen spannen sich zwei Brücken in schwindelerregender Höhe über den Dudh Kosi. Der Weg führt über die obere Brücke rund 100 m über der Talsohle. Hier tut man gut daran, seinen Sonnenhut festzuhalten. Nur für Schwindelfreie ist die Überquerung der Brücke ein Vergnügen. Bei Gegenverkehr durch eine Yak-Karawane oder schwer beladene Träger sollte man allerdings warten, da es sonst sehr eng wird.
Viele Serpentinen führen dann steil hinauf; da man sich bereits auf 3000 m Höhe bewegt, ist ein langsames Gehen Pflicht. Vor Namche Bazar gibt es noch einen Kontrollpunkt, wo die Nationalpark-Permits zu zeigen sind, dann erreicht man den Hauptort des Solu Khumbu. Auch hier wurde seit dem Erdbeben viel umgebaut, der Bach durch den Ort ist eingefasst und kann nun mehrere große Gebetsmühlen antreiben. Große Trekkingläden mit Glasfronten erinnern ebenso an eine Großstadt wie der unermüdliche Strom der Touristen. Steile Treppen hinauf zum Lama-Hotel am oberen Ortsrand kosten uns noch einige Schweißtropfen. Später geht es nochmals zum "Shoppen" ins Zentrum, wo es auch Kaffeehäuser mit köstlichen Torten gibt.



Auf der Hillary-Bridge

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Kommentare

  • Blula

    Hallo Wolfgang!
    Ich kehre gerade atemlos von Eurer 3. Nepal-Trekking-Tour zurück, atemlos vor Begeisterung. Es ist so unglaublich spannend und anschaulich wie Du über diese erlebnisreichenTage berichtest, dass ich mir das fortwährend wie ein fantastischer Videofilm vorkam, der nicht nur diese einmalige Gebirgsregion zeigt, sondern die Strapazen und Herausforderungen der Bergsteiger, die es wagen, diese mit der ihnen eigenen Begeisterung auf sich zu nehmen. Ihre habt dafür meine volle Hochachtung. Dass nicht immer alles klappt auf so einer Tour, das gehört sicher dazu. Wenn nur letztendlich immer alles gut ausgeht, wie z.B. auch Dein Sturz in den Bach. Nicht auszudenken, wenn Du Dir dabei ein Bein gebrochen hättest.... !
    Danke für dieses unglaubliche Leseerlebnis und ja, ich bin auch sicher, dass dies nicht Dein letzter Nepal-Bericht gewesen ist.
    LG Ursula

  • Wolfgang122

    Hallo Ursula,
    vielen Dank für den begeisterten Kommentar; leider dauert es immer einige Zeit, bis ich dazu komme, einen Bericht zu schreiben, da der Übergang zur Arbeit knapp ist und ich auf die nächsten Ferien warten muss; dann ist es gar nicht so einfach, wieder hineinzufinden in die Reise.
    LG Wolfgang

  • ursuvo

    mir hat Dein Bericht auch sehr gut gefallen - ich kenne die Gegend nur aus Erzählungen und Bildern von Mann und Sohn - auch daher hat mich Dein Bericht sehr interessiert! und die zum Teil sehr schönen Bilder hätten ruhig ein paar mehr Stimmen bekommen können!!!
    LG Ursula

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