9 Tage Diskobucht im Sommer 2018

Reisebericht

9 Tage Diskobucht im Sommer 2018

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05.07.2018

6. Tag: Bootstour nach Ilimanaq

Heute früh ist es neblig und nur noch 3 °C. Wir ziehen lange Unterhosen, Mütze und Schal an und laufen zum Haus von Paa und Jannik, unseren Gastgebern. Dort gibt es Frühstück.
Nach dem Frühstück gehen wir in der gleichen Richtung weiter, bis zum alten Kraftwerk im Südwesten der Stadt. Hier beginnt der gelbe Wanderweg.
Wir gehen heute den gelben Weg in umgekehrter Richtung.
Bei dem trüben Wetter leuchten die Eisberge besonders schön blau.

Für den Nachmittag haben wir bei World of Greenland eine Bootstour nach Ilimanaq gebucht.
Dieses Boot fährt dreimal am Tag und ist die einzige öffentliche Verbindung zwischen Ilimanaq und der Außenwelt. Es wird gleichermaßen von den Dorfbewohnern und von den Touristen benutzt.
Ein Kleinbus bringt uns zum Hafen.

Unser Bootsführer ist Däne und spricht auch Deutsch. Er erklärt uns, dass die Außenwand des Bootes mit einer Zusatzschicht aus besonders festem glasfaserverstärkten Kunststoff verstärkt wurde, um den Aufprall der Eismassen auszuhalten. Ein elektronisches Gerät zeigt an, wenn wir einem Eisberg zu nahe kommen. Dann gibt es einen Piepton, ähnlich wie bei den Einparkhilfen moderner Autos.
Wir fahren direkt an den großen Eisbergen vorbei. Aus der Nähe sind sie noch beeindruckender. Es gibt so viele phantasievolle Figuren, wie Schornsteine, Burgen, Vögel, kleine Wasserfälle, kleine Seen auf den Eisbergen und große blaue Löcher.
Jedes Mal, wenn wir eine kleine Eisscholle überfahren, kracht es am Boot.

Nachdem wir den Kangia-Eisfjord durchquert haben, nimmt die Anzahl der Eisberge ab. Kurz vor Ilimanaq ist das Meer dann fast eisfrei. Hierher haben sich nur noch wenige Eisberge verirrt.
Die Sonne kommt zum Vorschein.

Nach ca. 30 Minuten Fahrt erreichen wir den kleinen Hafen von Ilimanaq. 54 Leute leben hier, 15 km von Ilulissat entfernt.

Direkt am Hafen gibt es den einzigen Laden und das einzige Restaurant. Der Dorfladen hat gerade geschlossen. Das Restaurant ist ein schwarzes Holzhaus, das von weitem wie eine Kirche aussieht.
Es ist 15.00 Uhr. Wir haben jetzt bis 20.30 Uhr Zeit, uns den Ort anzusehen.
Die bunten Holzhäuser im Ort sind weit verstreut. Es gibt keine Autos und keine befestigte Straßen.
Nördlich vom Hafen befindet sich die neu gebaute Hotelanlage. Sie besteht aus kleinen Hütten mit Solaranlagen auf dem Dach – alle Hütten mit Blick auf das Meer.
Die Hotelanlage scheint bei den Dorfbewohnern nicht sehr beliebt zu sein – genauso wenig wie das Restaurant, welches in Verbindung mit dem Hotel steht.
Bei einer der Hütten und im Restaurant wurde je eine Fensterscheibe eingeworfen.

Nicht weit von der Hotelanlage ist die kleine Kirche. Dahinter gibt es einen See.

Nur ein Teil der Häuser im Ort verfügt über einen Trinkwasseranschluss. Der blaue Wassertank für das Trinkwassernetz befindet sich auf einem Berg. Ähnlich wie in Ilulissat führen von hier aus oberirdische Wasserleitungen mit Begleitbeheizung zu den Verbrauchern. Für die Haushalte ohne Trinkwasseranschluss gibt es öffentliche Zapfstellen.

Der Strom für das Dorf wird von einem Dieselgenerator erzeugt.

Wir wandern auf einen Berg, wo sich auch der Friedhof befindet. Vom Berg aus haben wir einen herrlichen Blick auf die Bucht und auf die umliegenden Berge.

Am Abend begeben wir uns dann zum Hafen und warten auf unser Boot. Aber das ist nicht zu sehen. Stattdessen sehen wir zwei Buckelwale im Meer. Sie sind schon von weitem an der Fontäne beim Ausatmen zu erkennen. Ansonsten sehen wir nur gelegentlich den Rücken.
Dann taucht auch unser Boot auf. Zunächst versperrt ein anderes Boot den Zugang zur kleinen Anlegestelle. Aber der Bootsführer dieses Bootes ist nicht auffindbar. Zwei unserer Mitreisenden machen das Boot los und ziehen es ein Stück weg, so dass unser Boot anlegen kann.
Zunächst verfolgen wir die zwei Buckelwale. Einer kommt unserem Boot so nahe, dass wir die weißen Flossen sehen können.

Unser Boot hat Maschinenschaden und kann deshalb nur langsam fahren.
Auf der Rückfahrt durch den Kangiafjord strahlen die Eisberge schön in der Abendsonne.
Auch der Blick auf Ilulissat ist sehr schön.



Krankenhaus von Ilulissat (Grönland)


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Kommentare

  • Blula

    Hallo Eckart!
    Um diese neun Tage an der Discobucht seid Ihr wirklich zu beneiden. Allein die Fotos, die Du dort gemacht hast, sprechen für sich, und Dein schöner Tagebuchbericht dazu lässt mich jetzt träumen.
    Danke!
    LG Ursula

  • u18y9s26

    Es hat mir sehr gefallen, mit dir zu reisen, so ohne Mücken und mit dem Blick auf immer neue Eisberge in magisch sonnigem oder verhangenen Wetter. Danke fürs Mitnehmen! LG Ursula

  • frieden_schenker

    Hallo Ursula (zweimal),

    vielen Dank für Euer Interesse und für Eure positiven Bewertungen meines Grönland-Reiseberichtes.

    Liebe Grüße

    Eckart

  • bezi

    Ein sehr guter Reisebericht mit Bildern bei denen man ins Schwärmen kommt. LG Claudia

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