Mit dem Wohnmobil nach Triest - Venedig - Chioggia

Reisebericht

Mit dem Wohnmobil nach Triest - Venedig - Chioggia

Reisebericht: Mit dem Wohnmobil nach Triest - Venedig - Chioggia

Von der kühlen Ostsee an die im April schon frühsommerlich milde Adriaküste führt uns unsere Reise mit dem Wohnmobil. Ein Badeurlaub soll es nicht sein, sightseeing in Triest, Venedig und Sottomarina/Chiogga/Pellestrina steht auf dem Plan.

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Triest

Nachdem wir schon im Regen ganz Deutschland durchquert haben, geht es in Österreich genauso weiter. Bei Villach verpassen wir dann bei sintflutartigem Regen die Abfahrt nach Italien und fahren Richtung Wien! Das sollte so natürlich nicht sein! Wir drehen um, verlieren reichlich Zeit, aber nachdem wir die Berge hinter uns gelassen haben, verziehen sich die Wolken und die Sonne gewinnt endlich die Oberhand. Mittelmeer in Sicht, Urlausfeeling stellt sich ein, die Laune hebt sich.

Das Navi soll uns eigentlich zielsicher zum Campingplatz Obelisco nordwestlich von Triest führen, aber wir übersehen das kleine Hinweisschild für den Campingplatz, der versteckt auf einem Hügel liegt - und landen in der quirligen Innenstadt von Triest!
Es gibt angenehmere Strecken für Wohnmobil samt Fahrer und Beifahrerin und wir sehen zu, dass wir die Innenstadt auf der am Mittelmeer entlangführenden SS14 verlassen. Irgendwann lotst uns das Navi rechts ab, wir folgen dem Vorschlag und landen vor einem Schild, das besagt: gesperrt für Fahrzeuge über 2,5 t! Das war`s, zurück das Ganze und weiter auf der Hauptstraße bis Sistiana, etliche Kilometer nördlich von Triest. Was für ein Umweg! Von dort fahren wir auf der Landstraße SP 1 wieder zurück Richtung Triest bis Opicina.
Wir landen wieder an der gleichen Stelle wie gut 90 Minuten zuvor! Aber dieses Mal entdecken wir gerade noch rechtzeitig das Hinweisschild. Steil geht es eine schmale Straße hinter einem sehr alten, großen und verlassenen Hotel in Kurven bergan.

Nach dem Einchecken essen wir erst einmal und gehen am Nachmittag auf dem Wanderweg, der direkt an den Campingplatz grenzt, Richtung Conconello. Das Wetter ist herrlich, die Gegend und der Ausblick ebenfalls.



Triest am Mittag



Verwundert fragen wir uns, was hier und da die Leute im Unterholz herumkriechen!? Was mag man dort in dem unwegsamen Gelände mit all den Dornen, Ranken und an steilen Hängen suchen bzw. finden? Nachdem wir wohl mindestens 10 Leute gesehen haben, manche mit Taschen und Tüten in der Hand, kann ich meine Neugier nicht zügeln und frage einfach mal eine Dame. Sie zeigt mir ihre Ausbeute: Asperge – wilder Spargel, eine Delikatesse, die im Laden für satte 19,80 €/kg angeboten wird!

Interessant ist übrigens auch, dass der zwar einfache, aber saubere Campingplatz auf einem Hügel steht, der von Kasematten unterhöhlt ist!

Abends essen wir dann im zum Campingplatz gehörenden Restaurant, das rustikal und authentisch ist, KEINE Speisekarte, KEINE Pizza bietet, dafür aber leckeren Schweinebraten mit Rosmarinsoße und hausgemachten Pommes. Die Bestellung erfolgt radebrechend. Unser italienisch kann man nur als rudimentär bezeichnen, die Bedienung spricht weder deutsch noch englisch. Aber irgendwie klappt es dann doch, dass wir vor einem vollen Teller sitzen.

Der nächste Tag beginnt mit herrlichem Wetter. Der Himmel ist blau, die Temperaturen klettern schnell und wir freuen uns auf einen Tag in Triest. Früh fahren wir mit dem Bus der Linie 4 in der Nähe des Campingplatzes los. Tickets lösen wir keine, der Automat ist defekt und der Busfahrer hat kein Geld an Bord… So fahren wir kostenfrei bis zur Piazza Oberdan. An der Piazza kaufen wir in einem Kiosk für 1,25 €/Person eine Rückfahrkarte. Es kosten übrigens alle Fahrkarten 1,25 €, erklärt uns der Verkäufer, egal, wohin man in Triest fahren möchte.

Von der Piazza Oberdan starten wir unseren Rundgang, der mit dem Canale Grande mit seinen prächtigen Villen beginnt. Über die Via San Spiridione gelangen wir zum Teatro Romano.



Die Brücke Ponte Rosso...

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Die Brücke Ponte Rosso über den Canale Grande mit einem Palazzo im Hintergrund, der heute eine Bank beherbergt.



Via Gioacchino Rossini...

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Die Via Gioacchino Rossini am Canale Grande. Das Gebäude ganz links ist das Civico Museo Teatrale Carlo Schmidl. Es befindet sich im 1. Stock des Palazzo Gopcevich, der 1850 für einen serbischen Bankier gebaut wurde. Im Musikmuseum sind u.a. Musikinstrumente, Fotos, Spielpläne, Dokumente... aus dem 18. und 19. Jh. ausgestellt.



Das Teatro Romano...

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Das Teatro Romano wurde am Ende des 1. Jahrhunderts erbaut und 1938 bei Bauarbeiten wieder entdeckt. Die Tribünen boten ca. 6000 Zuschauern Platz.



Weiterhin besichtigen wir das Antiquarium Via Donata und das Antiquarium Via Seminario, beides nicht besonders interessante Anhäufungen alter Steine, die Mauer- bzw. Gebäudereste aus der Zeit um Christi Geburt zeigen. Der Eintritt ist kostenfrei.

Wir besichtigen anschließend das Städtische Museum für Geschichte und Kunst (sehr interessant und ebenfalls kostenfreier Eintritt!), wandern durch den angrenzenden Park, in dem sich ein Grabsteinmuseum mit Grabplatten, Urnen und Gruften befindet.



Der Lapidarium-Garten...



Von dort geht es eine steile Treppe hinauf und wir gelangen zur Cattedrale di San Giusto.
Für günstige 3 € Eintritt besuchen wir das Castello di San Giusto, von dessen Mauern man einen herrlichen Ausblick hat.
Im Castello befindet sich sowohl das Lapidarium Tergestino, eine Ausstellung mit historischen Skulpturen, Mosaiken, und Platten als auch das Städtische Museum mit einer Waffensammlung.





Zweimal hinschauen...

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Um die Mittagszeit stellt sich allmählich Hunger ein. In der Via San Michele kaufen wir uns zwei Focaccia mit Käse und Salami für 6 € und machen eine Pause in einem kleinen Park in der Nähe, bevor es weiter zum Richardsbogen, einem Bauwerk aus dem 1. Jahrhundert geht, der sich inmitten neuerer Häuser befindet.



Wir gelangen zur Piazza dell Unita D`Italia mit seinen gewaltigen Palästen:
Palazzo del Generali (Versicherung) und links Palazzo del Governo, in dem die Justiz und die Polizei untergebracht sind.
Auch das Rathaus kann sich sehen lassen.



Auf der Piazza dell’Unità d’Italia...



Wir schlendern am Wasser entlang, gönnen uns jeder ein großes Eis für 1,20 €/ Kugel und passen höllisch auf, dass uns die gut trainierten Möwen nicht die Köstlichkeit aus den Händen reißen. Andere Passanten, die diebische Möwen nicht so gewohnt sind wie wir von der Ostseeküste, haben das Nachsehen und hier und da ist ein Aufschrei "Huch" und "NEIIIN" zu hören.
Wir gehen am Canale Grande zurück in Richtung Piazza Oberdan, um mit der Linie 2 zum Campingplatz zurückzufahren. Der Bus ist rappeldicke voll, Feierabend…



Der Canal Grande...



Mein Gatte erkundet noch einen der unterirdischen Gänge, die sich unterhalb des Campingplatzes befinden. Der ganze Hügel ist mit Gängen unterhöhlt, so ist es nicht verwunderlich, dass er an ganz anderer Stelle aus dem Hügel wieder wohlbehalten herauskommt.

Abendessen gibt es wieder im angrenzenden Restaurant. Fisch oder Fleisch stehen zur Wahl. Wir entscheiden uns für Fleisch. Da wiederum können wir wählen zwischen Fleisch mit Gnocchi oder Fleisch – Gulasch von der Bedienung genannt (sie ist super stolz auf ihre Deutschkenntnisse, wir sind glücklich, sie zu verstehen...) - mit Penne. Wir wählen die Nudeln und erhalten dazu Hacksoße - nicht Gulasch im deutschen Sinne, aber es schmeckt auch so sehr gut.

Abends lassen wir den Tag noch einmal Revue passieren und entscheiden, am kommenden Tag weiterzufahren.
Zwei Übernachtungen im super ruhig gelegenen Camping Obelisco kosten uns alles in allem günstige 38 €, WLAN kostenfrei inklusive, Restaurant vor der Tür, Brötchenservice obendrein - bequemer geht es nicht.




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Kommentare

  • Blula

    Liebe Gila!
    Genau solche Reiseberichte liest man einfach besonders gern. In diesem Fall war es auch das Gebiet, das Ihr bereist habt, was mich besonders interessiert hat. Nach einigen Irrungen und Wirrungen seid Ihr ja auch endlich mal dort angekommen. Dass bei der Anreise nicht gerade Freude aufgekommen war, das Wetter tat ja noch ein Übriges, lässt sich gut denken. Dafür hat dann alles geklappt, Ihr habt viel und Schönes gesehen und erlebt. Besonders auch Camper bzw. Wohnmobilisten werden bestimmt einige Deiner wertvollen Tipps gerne aufgreifen.
    Ich gratuliere zu diesem locker formulierten Reisebericht, den Du auch noch mit Deinem so guten Bildmaterial bereichern konntest. Danke !
    LG Ursula

  • widix

    Liebe Gila,
    ein herrlicher Reisebericht, sehr gut geschrieben mit fantastischen Bildern. Danke auch für die vielen guten Tipps. Wir haben zwar einen Wohnwagen statt eines Womos, aber als langjährige Camperin kann ich dir einige Irrungen sehr gut nachfühlen. Eine Abzweigung mit einem Wohnwagen hinten dran zu verpassen ist wahrlich keine Freude. Danke für die schöne Reise, die ich virtuell mitmachen durfte.
    LG Sabine

  • cablee

    Danke für euer Lob und Interesee, Ursula und Sabine. Freut mich, euch virtuell mitgenommen zu haben :-)

    LG
    Gila

  • bezi

    Um die Anreise habe ich euch nicht beneidet und mir vorgestellt, wie euch ein paarmal die Haare zu Berge gestanden sind. Aber am Ziel im Süden war dann bald alles vergessen. Einen wirklich schönen Erlebnisbericht hast du hier wieder geschrieben, mit Allem was dazugehört.
    LG Claudia

  • cablee

    Danke für dein Lob und Interesse, Claudia!

    LG
    Gila

  • therese

    Sehr lebendig finde ich Deinen Reisebericht. Triest kenne ich (noch) nicht aber zu den vielen Stationen in Venedig habe ich Dich gerne begleitet und das Wiedererkennen der Orte genossen.
    LG therese

  • Chrissi

    Den Beginn deiner Reise vergessen wir mal, aber später war sie doch richtig schön. Ich bin wieder sehr gern auf virtuelle Art dabeigewesen. Jetzt weiß ich auch, dass ich nachdem ich Venedig kenne, auch mal Triest besuchen sollte. Ein sehr guter und toll bebilderter Bericht von dir.
    LG Christel

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  • cablee

    Och, vergessen möchte ich den ersten Teil nicht, liebe Christel, solche "widrigen Umstände" machen einen Urlaub - wenn sich denn alles zum Guten wendet! - interessant :-)
    Triest, zumindest die Altstadt, ist wirklich einen Besuch wert. Freut mich, wenn ich dich mit meinem Beitrag inspirieren konnte :-)

    LG
    Gila

  • cablee

    Liebe Therese,

    mir geht es mit dem Wiedererkennen genauso wie dir: man freut sich. :-) Und mich freut es natürlich, wenn dir mein Beitrag gefallen hat. Danke dir!

    LG
    Gila

  • ursuvo

    Liebe Gila,
    endlich hab ich Deinen wirklich sehr gut geschriebenen und interessanten Bericht in Ruhe lesen können - und hab' mich dabei auch an den schönen Fotos erfreut.
    Eure Reise war so interessant - ich wär sehr gern mitgereist - ich freu' mich auch für Euch, dass es dann ja doch noch so gut geklappt hat!!!!!
    LG Ursula

  • cablee

    Danke, liebe Ursula! Wir sind auch sehr froh, dass wir - für unsere momentanen Verhältnisse - eine so lange Reise haben machen können. Pläne für die Zunkunft haben wir genug - mögen sie auch durchführbar sein :-)

    LG
    Gila

  • ursuvo

    da drück' ich Dir wieder ganz doll die Daumen!!!
    LG Ursula

  • cablee

    Freut mich, dass du in Erinnerungen schwelgen kannst, Rolf. Wobei sich das Campen im Laufe der Jahre doch schon sehr gewandelt hat, wenn ich da so an die Campingplätze vor 30 Jahren denke und mit heute vergleiche... ;-)

    LG
    Gila

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  • cablee

    Danke fürs Daumendrücken, Ursula, ich weiß es zu schätzen!

    LG
    Gila

  • cablee

    Stimmt, wir waren gerade ein Wochenende an der Nordsee mit dem Womo: Sonne satt, klare Luft direkt an der Eider sowieso, prima Campingplatz, morgens frische Brötchen und ab 20 Uhr war kein Mucks mehr zu hören :-))) Erholung pur.

    LG
    Gila

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