Dänemark – Südjütland mit Watt und Winzer

Reisebericht

Dänemark – Südjütland mit Watt und Winzer

Reisebericht: Dänemark – Südjütland mit Watt und Winzer

Zwei Stunden Autofahrt von Hamburg entfernt, zwischen der Nordsee und
Ostsee, fängt die dänische Region Sønderjylland (Südjütland) mit seinem
von der Unesco geschütztem Welterbe, dem Nationalpark Wattenmeer, an.

Robben auf den Sandbänken

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Am besten geht man barfuß im Gezeitenland, mit Blick auf Fossilien im
Sand, auf die Salzwiesen und Schafherden in den Dünen und mit
Panoramablick auf die Insel Sylt. Hans, ein Hobbybiologe und Vogelkundler
macht auf die Schönheiten im Tønder -Marsch aufmerksam: „Probiert mal das
Wermutkraut, den Queller und Strandkohl. Schaut schnell, dort fliegt unser
Nationalvogel, die gelbe Bachstelze. Ach und da drüben halten sich die
Schafstelzen auf, eine Verwandte der Bachstelzen, die ihren Namen durch
ihrer Nähe zu den Schafen haben.“ Kauend mit Strandgemüse im Mund hören
wir seltene Vögel zwitschern und den interessanten Ausführungen von Hans
zu. Der Nationalpark Vadehavet (Wattenmeer) erstreckt sich von Blåvandshuk
und Ho Bugt im Norden bis hier her zur deutschen Grenze im Süden. Zudem zählen die Wattenmeer-Inseln Fanø, Rømø und Mandø dazu. Wir sind in dem kleinen Ort Højer gestartet, welcher als Tor zur Marsch bekannt ist – von hier aus ist
in Zukunft ein 52 Kilometer langer Wanderweg geplant, endgültige Eröffnung
2019. Das bedeutet, es wird noch einfacher vom Deich aus auf befestigten
Wegen der Natur zuzusehen, vom Spiel der Robben bis hin zu den zahlreichen
Vogelschwärmen.



Von Aarøsund zur Insel Aarø

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Knappe 15 Minuten dauert die Überfahrt mit der Fähre und der „Geschmack
von Aarø“ wird in dem Restaurant Brummersgaard aufgetischt: Wurst von Reh
und Galloway Rind mit Seetang, Bier und Kräutern, dazu Hagebuttenmarmelade
und Winterportulak, Krabben mit Himbeersauce und Strandkohl. Gut gestärkt
geht es auf den Rundwanderweg Haderslev, zum Winzer Jakob Lei. 12 000
Apfelbäume und 8000 Rebstöcke nennt er seit 2015 sein eigen. „Natürlich
sind 18 verschiedene Rebsorten zu viel, aber ich bin noch in der
Probierphase und eben leidenschaftlicher Winzer.“ Er produziert Rotwein,
Roséwein, Weißwein und Sekt, hauptsächlich von den Rebsorten Solaris,
Vilaris und Muskaris – und füllt über 30.000 Flaschen pro Jahr ab. Doch
wer seinen Wein kaufen möchte, muss auf die Insel kommen. Bei den
gemütlichen Degustationen werden seine „Schätzchen“, ein Seetangwein, aber
auch Honig- und Apfelliköre vorgestellt. Es ist empfehlenswert auf der
Insel zu übernachten, um Wandern, Essen und vor allem den Winzerbesuch zu
genießen.



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Der historische Gendarmenpfad

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Zwischendurch die Grenze wechseln, das ist möglich auf dem dänischen
„Gendarmenpfad“. Dieser 74 Kilometer lange Weg führt von der
deutsch-dänischen Grenze bei Padborg bis nach Sønderborg (die größte Stadt
in Südjütland mit 27 000 Einwohnern) und nach Høruphav auf der Insel Als.
Ursprünglich patrouillierten hier von 1920 bis 1958 Gendarmen, einige Zeit
war der Weg für viele Wanderer ein Geheimtipp. Im Jahr 2015 wurde dieser
Gendarmenpfad als erster europäischer Qualitätswanderweg in Dänemark
zertifiziert. Eine abwechslungsreiche Strecke, die entlang am Meer oder in
Küstennähe durch Wälder und Moore führt. Die Routenbeschreibungen sind in
12 Etappen aufgeteilt – und so ist genügend Zeit, um Landschaft und
Sehenswürdigkeiten genauer zu betrachten. Zudem sind zahlreiche
Übernachtungs- und Einkaufsmöglichkeiten per App oder über
www.gendarmsti.dk abzurufen.



Schloss Gråsten und Sønderjysk kaffebord

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In Südjütland gibt es über 1000 Kilometer markierte Wanderwege, auf mehr
als 150 Pfaden und Wegen. Ob man nun als Wanderer oder auf dem Rad
unterwegs ist, die flache Landschaft ermöglicht nicht nur sportlichen
Menschen die Möglichkeit größere Touren zu machen. Die bekanntesten
Wanderwege sind z.B. die älteste dänische Landstraße „Hærvejen“ der auch
unter dem Namen Ochsenweg (Oksevejen) bekannt ist, der Gendarmenpfad,
Tønder –Marsch-Pfad, der Haderslev, der Knapstien und der Alsstien. Je nachdem welche Wanderroute gewählt wird, kann es wie auf dem Gendarmenpfad auf „königlichen Abwegen“ gehen. Schloss Gråsten, die Sommerresidenz der königlichen Familie lädt mit seinem Schlossgarten zum Flanieren ein. Jedes Jahr verbringt Königin Margrethe II mit ihrer Familie vom 22. Juni bis 10. August ihren Urlaub auf dem Schloss und während dieser Zeit finden täglich um die Mittagszeit Paraden und Wachablösungen statt.
Die (Wander) Nachmittage gehören dem traditionellem Kuchenbuffet
„Sønderjysk kaffebord“ in Dänemark. Ursprünglich aus mindestens 14 Kuchen bestehend: Sieben harte und sieben weiche Kuchen sollen es sein. Die bekannteste Torte dabei ist die Brottorte, die aus geriebenem Schwarzbrot besteht. Wer gerne alle Kuchen probieren möchte, hat bei vielen Caféhäusern dazu Gelegenheit, weil die Portionen in Mundbissen auf dem Buffet angeboten werden.
Mehr Informationen unter:
https://www.visitsonderjylland.de



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