Tolle Natur und ein bisschen crazy - Jamaica

Reisebericht

Tolle Natur und ein bisschen crazy - Jamaica

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Sonntag, 6. Mai 2018 - es ist schon weit in die Karibik...

Elegante Unterkunft

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Heute müssen wir nicht mal selbst zum Münchner Flughafen fahren, "Taxi Papa" kommt pünktlich um 7:00 Uhr. Unser Gepäck ist auch ruck-zuck weg und wir haben genug Zeit für ein Frühstück mit meinem Sohn, der uns vor dem Gang durch die Security noch besucht.
Der Flug nach Atlanta (die Variante über die USA mit Delta Airlines ist mit die günstigste, aber der Service um Klassen besser als bei deutschen Billigfliegern) ist schon sehr lang. Die Crew verwöhnt uns aber mit 1a-Service, reichlich Getränken und gutem Essen. Auch am größten Flughafen der Welt gibt es keinen Stress, unser Gepäck geht durch und wir haben genug Zeit, um zu unserem nächsten Gate zu kommen. Im Flieger nach Montego Bay schlafen wir ein bisschen, so kommt uns die letzte Etappe recht kurz vor.
In MoBay geht die Immigration dank Automat super schnell und unkompliziert. Die Autovermietung hat ein wenig Probleme mit meinem Uralt-Führerschein, aber am Ende geht alles klar.
Trotz Beschreibung verfransen wir uns aber auf dem Weg zur Hauptstraße - bei Tageslicht wäre es sicher einfacher gewesen, aber im Dunkeln und bei strömendem Regen... Wir fragen an einer Tankstelle und ein Kunde (der noch dazu sehr gut Deutsch spricht, da er mit der Royal Army mehrere Jahre in Deutschland stationiert war), bietet uns an, uns bis zur letzten Kreuzung voraus zu fahren. Er würde uns sogar noch bis zum Hotel begleiten, aber das lehnen wir ab, er hat sowieso schon mehr als eine halbe Stunde verloren... Auf der Küstenstraße haben Wetter und Uhrzeit den Vorteil, dass wenig Verkehr ist - schließlich muss sich mein Lebensgefährte erst noch an den Linksverkehr gewöhnen. Wir finden auch ohne Probleme die Einfahrt zum Grand Palladium, wo wir in unser schönes Zimmer gebracht werden.
Wir trinken noch ein Bier auf der Terrasse und machen einen kurzen Spaziergang, nachdem der Regen aufgehört hat. Uns fällt sofort ein tierisches, sehr lautes Konzert auf, aber wir können es nicht zuordnen. Dann fallen wir ins Bett...



Montag, 7. Mai 2018 - erst mal ankommen

Der Tag beginnt für uns mit einer Schreckensnachricht: die Mutter meines Lebensgefährten ist im Krankenhaus! Dann bricht auch noch die Verbindung zusammen, so dass wir erst mal nichts weiter herausfinden können. Frühstücken ist da für uns auch unmöglich, auch wenn das Buffet noch so verlockend aussieht...
Nach ein paar Stunden, die wir unruhig und mit Gedanken daran verbringen, wie wir im Fall unsere umgehende Rückreise hinbekommen, gibt es erst mal Entwarnung. Die alte Dame ist auf dem Heimweg und hat sich bei einem Sturz offenbar doch nicht schwerer verletzt.
Wir erkunden die Anlage und essen dann zu Mittag etwas in der Sports Bar - so ganz ohne Frühstück meldet sich jetzt der Hunger. Jetzt können wir die Annehmlichkeiten unseres Hotels auch genießen!



Nur ein Teil der Anlage



Von unserer Terrasse aus können wir in einem gegenüber stehenden "Orchideenbaum" (Bauhinia purpurea) Kolibris beobachten. Andere Vögel nutzen den frühnachmittäglichen Regenguss für eine Dusche und lassen sich dabei nicht stören.
Nachdem der Regen vorbei ist (und es sofort wieder sehr warm ist) gehen wir an den Hauptpool und genießen dort die Zeit zu zweit, die schöne Anlage und das eine oder andere Getränk.
Als wir zum Abendessen gehen, entdecken wir im Innenhof unseres Hauses auch noch die Urheber des nächtlichen Konzerts: Pfeiffrösche! Sie sind nur rund 2 cm klein, veranstalten aber - noch dazu, da es in der Anlage Hunderte gibt! - einen richtigen Lärm... Je nach Art bringen es die Zwerge auf 60 bis 80 Dezibel! Wir essen zum Auftakt im jamaicanischen á-la-carte-Restaurant, sehr fein!



Liquid Sunshine



Dienstag, 8. Mai 2018 - viel Natur, keine Touristen

Heute stehen wir ziemlich früh auf und gehen zum Frühstück. Pünktlich um 8 Uhr kommt unser Guide Michael und holt uns zu unserer schon von daheim gebuchten Tour ins Cockpit Country ab. Während der Fahrt erzählt er uns viel über Jamaica im Allgemeinen und über die Kultur der Maroons im Besonderen - er selbst ist Chief der Community, die wir heute besuchen werden, außerdem ist er auch Heiler und Rastafari.
Über teils sehr schlechte Straßen (gut, dass wir das nicht auf eigene Faust versucht haben!) geht es bergauf und bergab, bis wir in Flagstaff ankommen, dem größten Ort von Mikes Community. Er zeigt uns das Besucherzentrum, das mit Unterstützung von USAid gebaut wurde, dann wandern wir entlang des "Maroon Trail". Wir werden, nachdem ich Mike gesagt habe, dass wir uns sehr für die einheimische Vogelwelt interessieren, von drei jungen Männern aus dem Dorf begleitet, die eigentlich nichts anderes tun, als Ausschau nach Vögeln zu halten. So bekommen wir Jamaica-Spechte am Nest, Kariben-Tauben und einen "Doctor Bird" vor die Linse. Andere Vögel sehen wir, aber sie sind für Fotos zu nervös...
Mike zeigt uns verschiedene Pflanzen und erklärt uns ihre Verwendung in der traditionellen Medizin. Er sprudelt über vor Wissen, es ist absolut faszinierend!
Am Ende des Trails sehen wir einen Felsspalt, der in eine der hier zahlreichen Höhlen führt, aber unpassierbar ist.



Land der Maroons



Anschließend fahren wir zu einem Freund von Mike, der vor kurzem einem illegalen Fänger eine hier endemische Rotspiegel-Amazone abgenommen hat. Immer wieder werden diese (und andere) Papageien illegal gefangen und als Haustiere verkauft. Mike und seine Leute versuchen, dies so oft wie möglich zu unterbinden. Die Amazone wird noch gepflegt, in den nächsten 10 Tagen soll sie wieder in die Freiheit entlassen werden.
Unser nächstes Ziel ist ein Ort, ein größeres Stück Land mit einer kleinen Hütte, an dem es laut Mike einige große Seidenspinnen geben soll. Dass es dann aber buchstäblich Hunderte sind, die das ganz Areal mit ihren riesigen Netzen so eingesponnen haben, dass wir kaum einen Weg finden, überrascht sogar unseren Guide. Und dass wir die Fäden bei geradem Zug nicht zerreißen können, erstaunt uns alle drei...
Dann geht es weiter zu einer Quellhöhle, in die wir wenigstens ein kleines Stück hinein können. Ein Besuch im Inneren einer Höhle scheitert leider daran, dass es in den letzten Tagen zu viel geregnet hat - aber das ist die Natur, darauf hatten wir uns auch schon eingestellt.



Vorbereitung auf die Freiheit



Zu einer etwas verspäteten Mittagspause werden wir zu Mikes Haus gebracht und dort kümmert sich seine amerikanische Frau Amy um uns, während er das Essen an einem Jerk Stand holt. Wir unterhalten uns sehr gut, es ist, als wären wir alte Freunde.
Nach dem leckeren Essen sitzen wir noch zusammen, beobachten Anolis und einen Buntfalken - auf Zwergpapageien hoffen wir allerdings vergeblich.
Auf der Rückfahrt zum Hotel begleitet uns auch Amy und gemeinsam halten wir kurz an einer kleinen Höhle, deren Quelle eine unterirdische Verbindung zum nahen Meer hat. Wir besuchen noch die Überreste einer alten Zuckerplantage (heue ein Luxus-Golf-Hotel) samt noch laufendem Wasserrad. Es ist super interessant!
Wir verabschieden uns als Freunde, werden auf jeden Fall in Kontakt bleiben!
Abendessen gibt es heute beim Inder. Super lecker!



Meine Tür!




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Kommentare

  • Blula

    Ein munterer Tagebuchbericht, den ich gerne gelesen und dabei viel über Jamaika erfahren habe, mehr als in einem Reiseführer. Ihr habt während Eures Aufenthaltes diese Karibikinsel richtig e r l e b t und auf der Mietwagentour auch sehr viel mehr von ihr gesehen als so manch anderer Urlauber. So ist es recht. Gut, dass die Reise für Euch nicht gleich am Anfang schon zu Ende war und Ihr Euch nach ein paar Tagen keine Sorgen mehr um die Mutter machen musstet.
    Nein, bestimmt ward Ihr nicht das letzte Mal auf Jamaika.
    LG Ursula

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