Zwischen zwei Kriegsschauplätzen - Jordanien

Reisebericht

Zwischen zwei Kriegsschauplätzen - Jordanien

Reisebericht: Zwischen zwei Kriegsschauplätzen - Jordanien

Es war eine interessante Reise, die mir viele neue Anregungen und Eindrücke brachte und ich kam zu der Feststellung, daß die Jordanier sehr tolerant sind. Es ist wirklich ein politischer Drahtseilakt, daß dort Frieden herrscht und bewundernswert ist, daß so viele Flüchtlinge gut aufgenommen werden.

Jordanien -Jerash

jerash

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Daß drei Viertel Jordaniens Wüste oder wüstenartige Steppe sind, las ich erst während der Reise, also machte ich doch eine Wüstenreise und nicht nur weil es ein arabisches Land ist und viele antike Monumente, berühmten archäologischen Ausgrabungen und bibliche Orte zu sehen sind.
Amman hat keinen sehr großen Flughafen, so daß sich bald einige Djoser Reisende zusammen fanden. Durch das Sammelvisum wurden wir schnell durch die Stationen geschleußt und nach einer Fahrt durch die nächtliche Stadt waren wir bald im Hotel. Das Frühstücksbüffet teilten wir uns mit Reisenden aus verschiedenen Ländern. Adel unser Reisebegleiter fuhr mit uns erst zum Geld umtauschen, für 1,- € gab es 0,86 DIN und dann weiter nach Jerash. Die moderne Stadt ist ein Verwaltungszentrum und die antike Stadt Gerasa war eine Handelsmetropole auf dem Karawanenweg am Endstück der alten Weihrauchstraße. Man brauchte nicht viel Phantasie, wenn man die späthellenistische - römische Stadt durch den Hadriansbogen betrat, auf großen Pflastersteinen am Hippodrom vorbei, zum ovalen Forum ging, um sich als Bürger dieser Zeit zu fühlen. Der Jupiter-Tempel, das prächtige Nymphäum, das Südtheater, wo bis zu 5000 Zuschauer Platz fanden, der Artemis-Tempel, der sicherlich eines der wichtigsten Bauwerke der Stadt war, bestaunten wir auf der Prozessionsstraße laufend. Es wurde ziemlich warm, so daß wir freudig zustimmten zum Essen zu fahren. Es war zwar ein Touristentempel, aber die Speisen vom Büffet waren schmackhaft und die weite Sicht von der Terrasse besonders schön.



Amman Berg Nebo

Berg Nebo

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In Amman am antiken Theater stiegen wir aus und wollten die Stadt selbst erobern. Traudel und ich nahmen ein Taxi zum Zitadellenhügel hinauf. Von dort bot sich ein herrlicher Blick über die weiße Stadt, die auch auf 7 Hügel gebaut ist. Die meisten der heute noch sichtbaren Gebäude der Zitalle stammen aus der römischen, byzantinischen und umayyadischen Zeit. Die wichtigsten Gebäude auf dem Gelände sind der Herkulestempel, eine byzantinische Kirche und der Umayyadenpalast. Allmählich waren wir etwas erschöpft, so daß wir uns auch hinunter fahren ließen. Rund um die Hussein Moschee schlenderten wir noch durch den Bazzar. Ich suchte mir einen Duft aus und dann ging es zurück zum Hotel mit dem Taxi.
Entlang der Königsstraße, die auf dem Verlauf jahrtausendalter Reisewege führt, erreichten wir den Berg Nebo. Dieser strategischen Platz war schon vor der christlichen Zeit besiedelt. In der byzantinischen Zeit gab es einen Klosterkomplex mit mindestens vier Kirchen, leider waren davon nur wenige Bodenmosaike zu sehen. Es ist aber auch der Berg, von dem Moses das gelobte Land sah. An diesem Platz steht ein stilisierter Moses Stab, der mit einer ehernen Schlange umwunden ist. Auch wir konnten bis zum Toten Meer schauen. Wir fuhren weiter nach Madaba eine Stadt auf einem alten Siedlungshügel. Leider beschränken sich die Ausgrabungen auf die byzantinische Kirche. Berühmt ist dort das Palästina Mosaik, das eine Landkarte Palästinas aus dem 6. Jahrhundert zeigt. Unsere Mittagspause machten wir hoch über einem Wadi. In der alten Ortschaft Dana, die außer einer Million Sternen und einem Mond ausschließlich Ruhe zu bieten hat, verbrachten wir die nächste Nacht. Die alten flachen Steingebäude waren zweckmäßig hergerichtet. Auf dem Weg liefen Hühner, Enten, Hunde herum und Ziegen und Schafe waren auch nicht weit. Der Sonnenuntergang war nicht so spektakulär. Wir aßen auf der Dachterrasse und plauderten danach noch bei Tee. Die Taschenlampe, an die ich mich so klammerte, war nicht nötig.



gelobtes Land

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Dana - Shobak- Klein Petra

Klein Petra Felsengrab

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Am morgen liefen wir am Hang entlang durch dieses landschaftlich vielseitige Naturschutzgebiet und genossen die schroffe Schönheit der Bergformationen und die blühenden Granatapfelbäume, Feigen- und Olivenbäume. Durch die hügelige Landschaft erreichten wir die Kreuzritterburg Shobak. Sie liegt strategisch günstig auf einem Hügel, auf dem Weg der Pilger und Karawanen zwischen Syrien und Arabien. Für mich war es ein besonderes Glücksgefühl die Felsformationen von Klein Petra oder el-Barid zu sehen. Es war ein bedeutender Karawanenrastplatz auf der Handelsroute zwischen Mittelmeer und Rotem Meer – und auch der größte Warenumschlagsplatz von Petra. Die schmale Schlucht am Eingang war durch eine Tür zu verschließen und bot große Sicherheit durch ihre Unzugänglichkeit. Am liebsten wäre ich dort geblieben um die Schönheit der Felsen weiter anzuschauen. Wir kamen gegen 14 Uhr in Petra an und da die Zimmer noch nicht fertig waren, aßen wir erstmal. Da jeder Eintrittstag in die alte Stadt mehr Eintritt kostet, für zwei Tage 55,- DIN, entschloß ich mich in einen Hamam zu gehen, das war aber keine gute Idee, denn er war sehr einfach und kostete aber 25,- DIN. Die Folklore Veranstaltung fiel aus wegen eines Gewitters.



Klein Petra

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Perta

Der Muezin weckte mich. 95 % der Jordanier sind Sunniten. Wegen einer Familienangelegenheit hatte Adel uns verlassen, der uns viel über Land und Leute und Geschichte erzählt hatte und bestens umsorgte, aber auch Wael bestach durch sein Wissen. Wir hatten es nicht weit bis zum Eingang der antiken Hauptstadt (300 v. Chr. ) des Reiches der Nabatäer. Auf dem Weg zum Sik gabe es schon Blockgräber und auf der anderen Seite des Flusses ein Obeliskengrab dessen Fassaden direkt aus dem anstehenden Fels gemeißelt war, wie alle Grabtempel. In dem schmalen Tal wurden Gräber, Tempel und andere Bauwerke in den roten Sandstein getrieben, weswegen Petra auch als "rosarote Stadt" bezeichnet wird. Da Wasser das Wichtigste ist, hatten sie ein ausgeklügeltes System von Kanälen, Zisternen, Rinnen und Staudämmen. Petra war eine florierende Handelsstadt und wurde 363 n.Chr von den Römern anektiert. Der Sandstein ist bizarr ausgewaschen und das ist schon so beeindruckend. Wenn man aus der Dunkelheit der Schlucht tritt, ist man überwältigt von der Fassade des Schatzhauses. Zunächst gingen wir weiter auf der Fasadenstraße mit einer Reihe von monumentalen Grabmalen. Ein Opferplatz wäre über viele Stufen zu erreichen gewesen. Am Theater verließen wir den Hauptweg und kletterten durch Höhlen und in einer großen mit weiter Aussicht tranken wir Tee. Wir nahmen weiterhin einen Nebenweg und hatten einen tollen Blick auf die aus der römischen Zeit stammende Prachtstraße. Wir umrundeten den Al-Habes mit einer schönen Rast zum Teetrinken bei einem Einsiedler. Danach hätte man 800 Stufen zum Kloster gehen können. Ich zog es vor zur byzantinischen Kirche zu laufen. An dem Hang war es sehr heiß, zum Glück gab es ein Restaurante und ich setzte mich mit einer neue Flasche Wasser erstmal hin und betrachtete den römischen Tempel, das Nymphäum und die Säulenstraße. Angenehm war der Weg nicht zu den Königsgräbern. Vier wundervolle Fassaden: das Urnengrab, das Seidengrab, das Korintische Grab und das Palastgrab. Nun war ich aber auch erschöpft und der Rückweg zog sich so in die Länge, aber ich war nicht in Versuchung eine Kutsche oder ein Pferd zu nehmen. Am nächsten Morgen ging ich nochmal ganz entspannt durch den Sik in die antike Stadt ohne zu fotographieren nur um zu staunen. Der Handel und der Transport mit Esel Pferd und Kutsche ist die Domäne der Beduinen. Ihr Aussehen unterscheidet sich sehr.



römischer Tempel Petra



Wadi Rum - Aqabar - Rotes Meer - Totes Meer

Mittags fuhren wir auf der Wüstenstraße ins Wadi Rum. Dort gibt es mehrer Ansiedlungen und es wird Phosphat abgebaut. Unsere Unterkunft bestand aus kleinen Räumen aufgebaut und abgeteilt mit dem Ziegenhaarmaterial, das auch für die Beduinenzelte genutzt wird. Es gab im Camp einen Sanitärbereich mit Dusche, WC und Waschbecken. Wir hatten unsere Jeeptour nach dem Sonnenuntergang ausgerichtet. Leider war es diesig, so daß die löchrigen Bergen, blaß erschienen. Die einzige Düne wurde zur rasanten Fahrt genutzt. Hinter einem Berg hielten wir an einem Beduinenzelt, wo wir Tee tranken und uns ein Lied auf der Laute gespielt wurde. Der Sonnenuntergang war milchig. Im Camp gab es ein spezielles Gericht, wobei das Fleisch in einem Erdofen gegart wurde. Es war sehr schmackhaft. Die Strecke nach Akabar war nicht weit. Es freute uns, daß die Zimmer im Hotel schon bezugsbereit waren. Wir machten einen kleinen Rundgang durch die Stadt und am Strand vorbei, der überfüllt war, da ja “Sonntag” bzw. Freitag war. Mittags fuhren wir zu einem Resort weiter außerhalb und stiegen gleich in ein Glasbodenboot. Die Korallen und die Fische, die auf der Abbildung waren, habe ich nicht alle gesehen. Danach gab es Essen und dann war baden angesagt. Schade, daß ich meine Badeschuhe nicht eingepackt hatte, deshalb habe ich es auch nur einmal ins Wasser geschafft. Noch besser wäre es gewesen, wenn ich Brille und Schnorchel gehabt hätte, denn man schwamm über den Korallen. Das ganze Vergnügen kostet 30,-DIN. Am Abend machte ich noch einen Bummel und schaute am Strand den Familien zu, die dort meist mit viel zu essen saßen und genoß den Geruch der Wasserpfeifen. Wichtig war es noch Strandschuhe zu kaufen. Da die Stadt mich nicht reizte, fuhr ich am nächsten Tag nochmal zu dem Resort und verbrachte den Tag am Strand, einmal mit dem Blick nach Saudi Arabien, dann nach Ägypten und nach Israel. Abends kaufte ich noch ein paar Kilo Nüsse und Gewürze. Einen Mango Saft trinkend, genoß ich noch das abentliche Treiben Am nächsten Tag ging die Fahrt zum Toten Meer zunächst durch ein großes Trockengebiet, dann veränderte sich die Vegetation und man sah viele Anbauflächen. Der Grund des Toten Meeres liegt 800 m unter dem Meeresspiegel und der Salzgehalt ist mit 31% zehnmal so hoch wie das Mittelmeer. Oberhalb einer Ausichtstelle auf den See war eine Salzsäule, die natürlich Lots Frau war. In einem Resort mit Umkleidekabinen, Duschen und Pool wollten wir uns in die Salzlake stürzen. Leichter gesagt, als getan, wenn man einmal auf dem Wasser lag , hatte man Mühe wieder auf die Beine zu kommen. Das Foto vom Wasser getragen Zeitung zu lesen war ein Muß. Viel Spaß hatten wir, als wir uns mit dem fast schwarzen Schlamm (3,-DIN) aus dem See einrieben. Uns schmeckte das Essen danach besonders gut. Dieses Vergnügen war für 20,- DIN zu haben. Am nun letzten Abend im Hotel setzten wir uns noch zusammen und es gab wieder viele Reiseanekdoten.



Lots

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Kommentare

  • Blula

    Ein sehr guter, einfühlsamer Bericht mit vielen Hintergrundinformationen. Hier habe mich hier gerne mitnehmen lassen nach Jordanien, das Land, das eigentlich auch immer noch auf meiner Wunschliste steht.
    LG Ursula

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Zwischen zwei Kriegsschauplätzen - Jordanien 4.75 4

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