25 Jahre Museumsbahn „Pollo“ Lindenberg – Mesendorf

Reisebericht

25 Jahre Museumsbahn „Pollo“ Lindenberg – Mesendorf

Reisebericht: 25 Jahre Museumsbahn „Pollo“ Lindenberg – Mesendorf

Die Prignitzer Museumsbahn „Pollo“ feiert dieses Jahr 25-jähriges Jubiläum.
„Pollo“ ist die ehemalige Prignitzer Kreiskleinbahn. Ein Besuch lohnt sich!

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05.05.2018

1. Die Geschichte der Prignitzer Kreiskleinbahn

Wer nicht weiß, wo die Prignitz sich befindet: Der gleichnamige Landkreis Prignitz ist im nordwestlichen Ende von Brandenburg, an der Grenze zu Sachsen-Anhalt im Süden, der Elbe und Niedersachsen im Westen und Mecklenburg-Vorpommern im Norden.
Die nächsten größeren Städte sind Pritzwalk, Perleberg und Wittenberge.

Zwischen 1897 und 1912 entstand in der Prignitz nach und nach, in mehreren Abschnitten ein über 100 km langes Schmalspurnetz mit 750 mm Spurweite – die Prignitzer Kreiskleinbahn.
Es gab Strecken von den Anschlussbahnhöfen an die Normalspur Pritzwalk, Perleberg, Kyritz, Breddin und Glöwen. Der Bahnhof Lindenberg, so ziemlich in der Mitte, war der zentrale Knotenbahnhof, wo sich 4 Strecken trafen.
Nach dem 2. Weltkrieg kam noch die Schmalspurstrecke Glöwen – Havelberg hinzu. Diese ehemals normalspurige Bahnstrecke wurde nach Kriegsende von der sowjetischen Besatzungsmacht demontiert. Kurze Zeit später wurde sie aber als Schmalspurbahn wieder aufgebaut.

Die Prignitzer Kreiskleinbahn diente in erster Linie dem Abtransport von landwirtschaftlichen Produkten.
Es gab über 200 Güterwagen, aber nur 14 Personenwagen. Später wurden die Güter in normalspurigen Güterwagen mit sogenannten Rollböcken und nochmals später mit Rollwagen befördert.

Der Personenverkehr spielte nur eine untergeordnete Rolle.
Neben mit Dampflokomotiven bespannten Güterzügen mit Personenbeförderung (ein gemischter Zug mit Güter- und Personenwagen) gab es noch 2 Triebwagen für die Personenbeförderung.
Dies waren die legendären Wismarer Schienenbusse VT133.

Ab 1967 wurde der Betrieb auf dem Netz der Prignitzer Kreiskleinbahn Schritt für Schritt eingestellt.
Die Strecke Glöwen – Havelberg überlebte bis 1971.
Fast alle Lokomotiven und die beiden Triebwagen wurden verschrottet. Viele Wagen endeten als Gartenlaube, Lagerschuppen oder Hühnerställe auf privaten Grundstücken in der Region.

Einen Neuanfang als Museumseisenbahn gab es ab 1994. Der 1993 gegründete Verein Prignitzer Kleinbahnmuseum Lindenberg e.V. begann mit dem Wiederaufbau der Strecken zwischen Mesendorf und Klenzenhof. Möglich wurde dies durch die Unterstützung des Landkreises und der Kommunen mit Geld und ABM-Kräften.

Am 09.Mai 2002 wurde die 4,5 km lange Teilstrecke zwischen Mesendorf – Brünkendorf mit einer geliehenen Dampflok feierlich eröffnet.
Seit Mai 2007 sind 9 km von Mesendorf bis zum einstigen Knotenpunkt Lindenberg wieder befahrbar.

Die Museumseisenbahn „Pollo“ fährt an ausgewählten Wochenenden mit einer Diesellok. Zusätzlich gibt es noch Sonderfahrten mit ausgeliehenen Dampfloks.

Zum Fahrzeugbestand des Pollo gehören zur Zeit 4 Diesellokomotiven (V 10 101, V 10 102, V 10 103 und Kö 6401), eine Dampflok der Baureihe 99 4644 (zur Zeit nicht betriebsfähig), 5 Personenwagen, 1 offener Aussichtswagen, 2 Gepäckwagen, 13 Schmalspurgüterwagen und 5 Rollwagen. Weitere 3 Wagen befinden sich im Aufbau.


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Kommentare

  • Blula

    Ein wirklich schöner, informativer Bericht mit gutem Bildmaterial. Man spürt, dass Du auch mit Leib und Seele (Alt-)Eisenbahnfan bist.
    LG Ursula

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