Zerrissen und Getrennt Palästina im Focus

Reisebericht

Zerrissen und Getrennt Palästina im Focus

Reisebericht: Zerrissen und Getrennt Palästina im Focus

Eigentlich hätte es ein Reisebericht über meine Israel Reise werden sollen, die Eindrücke der Reise veranlassen mich jetzt einmal einen Reisebericht über Bethlehem und Hebron im Einfluss von Israel zu schreiben.

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Einreise in eine neue Welt

Wir sind in Jerusalem und haben unser erstes Problem. Wie kommen wir nach Bethlehem. Rauf und Runter laufen wir in der Bus Central Station in Jerusalem. Die Israelis welche wir nach dem Weg nach Bethlehem fragen weisen uns ab, sie wissen es nicht. Na dann schauen wir halt einmal zur Information. Hinter der Glaswand sitzt ein Junger Israeli freundlich fragen wir ihn nach dem richtigen Bus.... Gut das hätten wir uns sparen können er weis es nämlich auch nicht, angeblich. Wir sind ja hoch motiviert also stellen wir bei der nächsten Reihe an dort sitzt ein etwas älterer Israeli. Da wir ja wissen das ältere Menschen mehr Lebenserfahrung und vermutlich auch mehr Busfahrerfahrung haben versuchen wir es dort auch wieder. Kurze Frage, Kurze Antwort, es gibt keinen.... Irgendwie kommt uns das schon komisch vor also befragen wir Google. Gut es gibt keinen Bus nach Bethlehem aber einen zur Mauer zum Checkpoint 300. Wir Fahren somit in die Altstadt zum Damaskus Tor und steigen dort in den Bus Nr. 234 ein. Angekommen Gehen wir durch die Mauer, das erste mal erahnen wir auf welch bedrückende Reise wir uns da eingelassen haben....



Bethlehem, die Mauer vor der Nase

Eine Nacht im Museum....

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Nachdem wir den Checkpoint 300 passierten erwarteten uns gefühlte 100 Taxifahrer, jeder wirbt um uns um uns in unser Hotel zu Bringen. Wir entscheiden uns aber dafür zu fuss zu gehen. Wir Residieren im "the walled off Hotel" welches durch den Anonymen Street Art Sprayer Banksy ins leben gerufen wurde. Da dieses Hotel ja an der Sperrmauer liegt gehen wir einfach immer der Mauer entlang.



The worst view in the World...



Bethlehem die Stadt

Sehnsucht?

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Nach dem wir unsere Sachen aufs Zimmer gebracht haben wollten wir noch etwas Bethlehem abseits der Mauer erleben. Dies funktioniert aber nicht wirklich da die Mauer in der gesamten Stadt gegenwärtig ist. Es war naiv zu denken der Mauer zu entkommen...
Bethlehem ist eine Lebendige Stadt. Wir fühlten uns niemals unsicher, die Menschen sind freundlich und Hilfsbereit.



Abendlicher Spaziergang...



Refugees, vertriebene im eigenen Land

Auf dem Weg ins Refugee Camp

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The walled off Hotel bietet Führungen in eine Refugee Camp an, das haben wir schon bei der online Buchung 1 Monat vor unserer Reise entdeckt. Unsere Interesse war sofort geweckt und um 30 Doller haben wir sofort gebucht. Um 10:00 wurden wir von Marwan unserem Guide abgeholt. Merwan arbeitet für die Organisation "Peace by Piece Tours" Einer Organisation welche sich zum Ziel setzt das Leben der Palästinenser einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen. Wir waren nur zu zweit so war es möglich auf unsere Bedürfnisse und Wünsche einzugehen. Marwan erzählte das er sein Halbes Leben im Camp verbracht hatte, nach seiner Hochzeit konnte er das Camp dann verlassen.
In diesem Camp leben Palästinenser welche von den Israelis aus ihren Gebieten vertrieben wurden da die gebiete besetzt wurden. Es ist unvorstellbar was es heissen muss wenn man von seiner Heimat vertreiben wird und als Flüchtling umgesiedelt wird. Wir gingen mit Merwan der Mauer entlang bis um Camp. Der Weg wurde immer wieder unterbrochen und wir wurden mit Informationen über das Osloer Abkommen, die Gravity und Besonderheiten der Plätze und der Politischen Situation der Region aufgeklärt.

Der Weg zum Camp führt über den Muslimischen Friedhof. Marwan blieb stehen und schaute auf den Boden, Irgend etwas ändert sich an seinem Gesichtsausdruck. Er Zeigt uns zwei Plastikflaschen die am Boden liegen. Die Flaschen sind mit Urin gefüllt. Merwan erklärt uns das die Soldaten in Flaschen Urinieren und von den Wachtürmen werfen. Solche Provokationen sind Alttäglich...

Der Eingang in das eigentliche Camp führt durch ein Tor auf dem ein Überdimensionierter Schlüssel prangt. Der Schlüssel so erklärt Marwan ist ein Symbol der Refugees welches für Heimat steht.

Im Camp übernimmt Mohamed die Führung. Er ist ein Junger aufgeschlossener Jurist welcher immer noch im Camp lebt. Es ist unmöglich alles niederzuschreiben was wir erfuhren, es ist wahrscheinlich auch nicht wichtig alles wiederzugeben. Da man es sich nicht vorstellen kann wenn man die Lebenssituation nicht ERLEBT hat.
Es gibt aber auch Sachen die müssen erzählt werden und es tut auch gut sich dies von der Seele zu schreiben.

Es rührt einem wenn man an dem Platz steht wo vor ein bar Jahren ein 13 jähriger Junge von Israelischen Scharfschützen erschossen wurde, es erfüllt einem mit Zorn wenn man sieht das auf das Bildnis des Jungen Einschusslöcher zu sehen sind da es scheint als ob dies nochmal eine Provokation zu sein scheint, der Vater muss täglich mehrmals an dem Bild vorbei gehen....

Es ist eine andere Welt wenn man sieht mit was die Bewohner des Camps bei Demonstrationen anggriffen werden. Die IDF (Israel Defense Forces) hat dabei eigene Gummigeschosse entwickelt welche einen Metallkern haben. Tränengaskranaten welche Stichflammen sprühen damit sie nicht entfernt werden können usw.



Marwan unser Guide



Den Kopf freibekommen...

Jericho ein kleiner Markt auch...

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Nach diesen Eindrücken war es gut den Kopf etwas freizubekommen. Daher beschlossen wir Jericho zu Besuchen.
Jericho stellt für sich den Anspruch die Älteste durchgängig bewohnte Stadt der Welt zu sein. Ob das wirklich so ist darüber streiten sich selbst die Historiker....

Gerade angekommen gibt es auch schon den ersten Österreich Bezug Mit der Gondelbahn aus Österreich geht es hoch hinauf auf das Griechisch orthodoxe Kloster welches noch von einem Mönch bewohnt wird...

Im Anschluss ging es noch weiter zum Jordan. Wir besuchen die stelle an dem Jesus angeblich getauft worden sein soll.
Diese Stelle befindet sich auf Israelischen Grund, die Grenze verläuft aber in der Mitte des Jordans, es scheint einfach nicht ohne grenzen und Absperrungen zu gehen.



Blick über Jericho


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Kommentare

  • matulr

    Vielen Dank, dass Du mich auf diese Reise mitgenommen hast! Mir wäre es nicht im Traum eingefallen, jemals in dieses zerrissene Land zu reisen. Israel/Palästina ist nun seit 70 Jahren ein Trauerspiel der Geschichte - und gleichzeitig auch ein Symbol für 70 Jahre erfolgreiche Politik mit einer simplen Botschaft: "Dialog ist nicht erwünscht"...
    LG ULI

  • Blula

    Alex, ich bewundere und achte zugleich Deinen Mut, in dieses Krisengebiet gereist zu sein. Was Du dort erlebt und mit eigenen Augen gesehen hast, ist sicher kaum in Worte zu fassen. Ich denke, es war nun aber auch für Dich und für Dein persönliches Aufarbeiten all der Geschehnisse wichtig, Dir mit diesem Bericht wenigstens so einiges davon von der Seele zu schreiben. Und uns hast Du damit auch die Augen geöffnet für Vieles, was aus den Medien teilweise gar nicht so rüberkommt bzw. erwähnt wird. Danke dafür und natürlich auch für die hervorragende Bilddokumentstion.
    LG Ursula

  • Chrissi

    Meine Hochachtung hast du auch und deinen Bericht kann ich nur jedem empfehlen zu lesen. Du solltest ihn vielleicht sogar einem Zeitungsverlag anbieten.
    LG Christel

  • shootingstar

    Tolle Fotos und der Bericht über die leider alltäglichen Geschehnisse fand, ich auch gut und spannend. Besonders erfreulich auch dein Statement am Ende!
    LG Claudia

  • wildwassercamera

    Ich möchte mich bei euch allen für die vielen netten Worte bedanken! Ja es stimmt das erlebte von der Seele zu schreiben und dabei die Reise nochmal zu durchleben war und ist wahrlich gut für mich....
    Gerade in der Zeit wo viel über den Konflikt im nahen Osten berichtet wird war es mir ein Herzens anliegen jetzt den Reisebericht fertig zu stellen und zu veröffentlichen.
    Auf dieser Reise wurde mir wieder bewusst wie wichtig es ist sich selbst und seine Vorurteile stetig zu reflektieren aber auch die Urteile die man vor Ort fällt immer wieder zu reflektieren aber auch zu Kritisieren und sich klar gegen die Israelische Politik wie sie gerade abläuft zu stellen. Das bin ich meinen neuen Palästinensischen Freunden schuldig die ich kennen lernen durfte und die uns so Herzlich empfangen haben. Aber noch mal ganz klar es sind nicht die Israelis oder die Palästina es ist die Politik die das Osloer Abkommen von 1994 nicht im Stande ist umzusetzen.

    Einen Film möchte ich euch noch ans Herz legen "Five Broken Cameras". Ein Vater kaufte sich eine Video Kamera um seinen Sohn beim heranwachsen zu Filmen. Dabei entstand diese Dokumentation über sein Dorf und das Leben der Palästinenser. Diese Dokumentation wurde sogar für den Oscar nominiert.
    https://www.youtube.com/watch?v=X1VDv3sapY0

    Dank euch und Liebe Grüße
    Alex

  • bezi

    Gut dass du deinen Bericht veröffentlicht hast. Jeder sollte ihn gelesen haben, um sich ein richtiges Bild zu machen. LG Claudia

  • Aussie

    Sehr beeindruckend, es bestätigt, dass die Menschen, die in diesen Ländern leben nie für die Geschehnisse verantwortlich gemacht werden sollten, es ist die Politik die Gewalt in Bewegung setzt. Und mal ehrlich soviel Gastfreundschaft wie von Moslemischen Menschen bekommt man selten. Ich verstehe nicht warum Geo nicht Deinen Bericht veröffentlicht, er gehört da hin und sollte von mehreren gelesen werden.

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  • ursuvo

    "es sind nicht die Israelis oder die Palästina es ist die Politik die das Osloer Abkommen von 1994 nicht im Stande ist umzusetzen" - es ist gut, dass Du das zum Schluss klarstellst - denn wenn man "zugibt", auch mal auf Seiten "der Palästinenser zu sein wird man doch sehr schnell in die antisemitische Ecke gestellt.
    Ich kann Deinem beeindruckenden Bericht nur Beifall zollen - die Situation dort hast Du zusammen mit den Bildern hier sehr gut rübergebracht!!!!!
    LG Ursula

  • Unterwegs2014

    Erst vor wenigen Tagen habe ich das Buch von Heinz G. Konsalik "Liebe auf dem Pulverfass" fertig gelesen. Dein Bericht hat nun nochmals dazu beigetragen das Du mir diese völlig unverständliche Lage der beiden Völker näher gebracht hast. Ausdrucksstarke Bilder und ein Bericht der zu Herzen geht. Es ist doch gut gibt es Reisende wie Dich die sich auch in diese Welten wagen um sie uns näher zu bringen. Vielen Dank dafür und pass auf Dich auf.
    Liebe Grüsse Iris

  • wildwassercamera

    Herzlichen Dank für die lieben kommentare!
    es ist schon schön und macht mich auch Glücklich das dieser bericht euch Gefällt.

    liebe Claudia, danke für deine netten worte. ich kann nicht sagen ob ich das "richtig bild" vermittlen kann ich glaube sogar das es kein richtiges Bild gibt. als fotografierender kann man keine Wirklikeit wiedergeben man beinflusst die Bedrachter durch den eingesetzten Blickwinkel, die Fotoauswahl usw. weiters bringt man gerade in so eine Reise viel von seiner Persöhnlichkeit mit, dass kann die Politische einstellung, ein Menschenbild oder auch die Religon ec. sein dies spiegelt sich zumindest sicher auch im Text wieder...

    lieber Aussie, ich habe versucht Fotos in den Printmedien zu veröffentlichen, meine reisebegleiterin ist journalisten und sie hat verschiedene Artikel verfasst, wir bekamen von keiner Redaktion eine Rückmeldung... nichtmal eine Absage.... eine veröffentlichung im Geo oder Stern wäre ja ein Lotto 6er....

    liebe ursula deine Worte kann ich nur unterschreiben! was soll ich da noch dazu sagen ausser Danke!

    liebe Iris, deine sehr persönlichen Worte freuen mich sehr! es ist wohl eines der schönsten komplimente wenn man rückgemeldet bekommt das man durch etwas geschaffenes ein herz berührt... danke auch für den Buchtip!

    liebe grüsse
    alex

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