Katavi Nationalpark im Südwesten von Tansania

Reisebericht

Katavi Nationalpark im Südwesten von Tansania

Reisebericht: Katavi Nationalpark im Südwesten von Tansania

Einer der abgelegenstenen und besten Nationalparks in Ostafrika, wenn nicht der Beste. Nur 200 Besucher im Jahr und die höchste Wilddichte in Tansania, Afrika so wie es Livingstone gesehen hat.

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2. Tag in Katavi

13. Juni, Katavi. Wir wachen beim Sonnenaufgang auf, es ist sehr kalt, ich zieh mich unter der warmen Decke an und mache Katzenwäsche. Gleich mal nachsehen, wer heute Nacht alles im Camp war. Auf den sandigen Wegen kann man die Spuren gut lesen: Ja, da war der Leopard, den wir heute Nacht hörten, eine Hyäne und einige Schleichkatzen. Sie sind nur ein paar Meter vor unserem Zelt entlanggelaufen, ein Elefant war auch da; er hat einiges hinterlassen ... Nach dem Frühstück fahren wir mit Apollo los, es ist 8 Uhr und noch kühl, es sind noch keine Mücken unterwegs. In der Ebene begrüssen uns die schon vertrauten Bewohner: Zebras, Giraffen, Hippos, Topis, Impala, Elefanten, Büffel, alle sind wieder da. Wir sehen viele Wasservögel : Sattelschnabelstörche, verschiedene Ibisse, Enten, Reiher, ... Im Miombo Wald halten wir Ausschau nach dem Leoparden, dann fahren wir zum Fluss. Die Krokodile sind da, Wasservögel, Flusspferde, da seh ich etwas im Fluss liegen: Es ist eine Giraffe, wir setzen zurück, um über dem Wind zu stehen, es riecht nach totem Fleisch. Sie sieht fast unversehrt aus, der Kopf ist im Wasser. Die Krokodile in der Nähe haben noch kein Interesse an ihr. Auf der Rückfahrt sehen wir Löwenspuren. Zurück im Camp beim Mittagessen erzählt Anton er habe auf der Strasse einen Löwin mit Jungen gesehen, die dann im hohen Gras verschwanden. Wir trösten uns mit den vorzüglichen frischen Artischocken die es heute gibt, ausserdem Kartoffelsalat, Roastbeef und Kuchen zum Nachtisch. Wir duschen und ruhen uns im Camp aus, jetzt ist es warm. Das Camp steht am Rande des Miombo Waldes, hier wachsen Bäume die teilweise grosse und bizarre Samenkapseln tragen mit bunten Samen ( Brachystegia spec.) . Die Borassuspalmen ( Borassus aethiopia) haben riesige Wedel, die im Wind sehr laut rauschen, fast wie am Meer. So ein Nachmittag im Camp ist auch sehr schön, wir fahren heute etwas später los und fragen ob wir das Stoffdach abmachen können, weil da immer die Tsetsefliegen druntersitzen, ausserdem kann man so besser photographieren. Kein Problem: Manie macht das und wir sprühen noch den Fahrzeugboden mit “Hatari” (ein Insektizid, mit dem auch die Zelte ausgesprüht werden) ein, das sollte sie vertreiben. Aufgrund des vielen Wasser gibt es im Augenblick recht vieleTsetse und Moskitos, obwohl es nachts so kalt ist. Da es hier aber nur wenige Menschen gibt, ist die Gefahr sich Malaria oder Leishmaniose zu holen gering : Wenn kein Wirt da ist, können die Fliegen auch nichts übertragen, das bestätigt auch Manie, der schon einige Monate da ist und topfit, ohne Prophylaxe. Auch keiner der 7 Angestellten ist krank oder hat Fieber, das ist sehr beruhigend. Die Ansteckungsgefahr ist in einer Stadt oder in einem grossen Strandhotel viel grösser als im Busch, das weiss ich aus Erfahrung. Aber man sollte trotzdem Stiche vermeiden, abends immer Autan auftragen und lange Hosen. Auf dem abendlichen Gamedrive haben wir Ruhe vor den Tsetse, sie mögen keinen Fahrtwind. Wir sehen die grösste und die kleinste Eule die es hier gibt: Ein Blassuhu ( Bubo lacteus) sitzt in seinem Nest und noch ein anderer im Baum, das Weibchen ist grösser und wird 66 cm gross, sie jagen Perlhühner und sogar junge Impalas. Das kleine Gegenstück dazu, die Pearl- spotted owlet (Glaucidium perlatum) die kleinste Eule hier, wird nur 19 cm gross und ist auch tagaktiv. Am Fluss sind wieder viele Krokodile und wir treffen dort ein anderes Auto vom Chada Camp mit einem Paar Touristen.
Auf der Rückfahrt gucken die Flusspferde am See ausnahmsweise mal nett in die Kamera und in der Ebene sind wieder alle versammelt: Giraffen, Hippos, Büffel, Topi, Kraniche, Störche, Ibisse, die grossen schwarzen Kaffernhornraben ( Bucurvus leadbeateri), ein Schlangenadler.(Circaetus cinereus)..
Zum Abendessen empfängt uns Manie mit einem breiten Grinsen: “No mosquitos today in the messtent.. I hope you like the smell !” Er hat Elefantendung angesteckt, in Tonschalen qualmt der langsam vor sich hin und die Mücken sind weg. Es riecht gar nicht so übel und wir essen in Ruhe am grossen Tisch. Anton erzählt von kämpfenden Flusspferden die er gerade filmt, morgen schauen wir bei ihm vorbei, das wollen wir sehen. Manie erklärt uns, dass die beste Zeit hier in Katavi das Ende der Trockenzeit ist: Wenig Mücken und alle Grosstiere versammeln sich an den letzten beiden Wasserstellen, Hunderte von Flusspferden liegen nebeneinander im Schlamm. Giraffen, Zebras, Impalas und Topis kommen an die Wasserstelle und die Löwen und Leoparden sind dort immer auf der Lauer. Man kann täglich Raubtiere bei der Jagd sehen,... Ein echtes Naturschauspiel bieten auch die riesigen Krokodile die sich dann Höhlen im Flussbett graben, wo bis zu 60 Tiere auf den Regen warten und in eine Art Winterschlaf fallen. Man braucht dann nicht weit zufahren und wartet nur am Wasserloch. Auch Anton, er ist übrigens 73, will im Oktober wieder kommen um weiter zu filmen, der Film wird für Discovery Cannel produziert, wie die meisten seiner Filme. Er erzählt von seinen früheren Aufnahmen in der Serengeti und im Ndutu Gebiet, und ich habe wohl alle seine Filme gesehen. Schön den Mann mal kennen zu lernen. Manie zeigt uns nach dem Essen seine Bilder, auch von den baumkletternden Löwen, die dann dort hinauf vor der Hitze fliehen. Besonders spannend ist sein Bericht von den Löwinnen, die vor dem Camp ein Zebra erlegten und es dann unter die Veranda von Zelt 1 brachten. Das Zelt scheint ihr bevorzugter Ausguck zu sein, hier liegen sie manchmal vor dem Zelt, es hat wirklich den besten Blick in die Ebene. Heute abend sitzen wir noch vor dem Zelt und lauschen den Geräuschen der Nacht: Was da wie ein Vogel pfeift ist ein Buschbock, vielleicht der, der tagsüber unter unserem Zelt liegt...Der Mond ist gross und erleuchtet die überflutete Ebene...


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Kommentare

  • GabiKlein

    Eine wunderbare Beschreibung einer traumhaften Safari!
    liebe Grüße
    Gabi

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