Ecuador "Hoch und tief am nullten Breitengrad"

Reisebericht

Ecuador "Hoch und tief am nullten Breitengrad"

Reisebericht: Ecuador "Hoch und tief am nullten Breitengrad"

Ein kleiner Bilderbericht, mit weniger Text aber dafür mehr Bildern. Das Fernweh nach sattem Grün und scheinbar unendlicher Vegetation, gepaart mit der Sehnsucht nach schweißnassen Hemden und gierigen Blutegeln an den Beinen zog uns dieses Mal an den Äquator. Es sollte der Amazonas Regenwald sein!

Nach langer Zeit mal wieder ein kleiner Bilderbericht. Der Rucksack und das Teleobjektiv zog uns Richtung Ecuador. In freudiger Erwartung an unendliches Grün mussten wir nur noch die Füße mit Wanderschuhen bestücken und los ging es nach Quito.



Quito



Quito

Toyota

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Der erste Tag in Quito war zur Aklimatisation, schließlich handelt es sich um die zweithöchste Hauptstadt der Welt. Tausende von Häusern bilden die 1,5 Millionen-Meteopole im Andental eingebettet von der westlichen- und östlichen Cordillera.
Zwischen den vielen Autos und Häusern findet sich eine wunderschöne koloniale Altstadt.
Doch von der Höhensonne ließen wir uns nur kurz verbrennen, da wir am nächsten Tag zum Rio Napo flogen, um uns einen lang gehegten Traum zu erfüllen. Die Referenz aller Regenwälder, die Lunge der Welt oder das grüßte Regenwaldgebiet auf Erden.... Der Amazonas!



Schwarzwasserkanal im Amazonas



Rio Napo

Im Amazonas-Regenwaldgebiet hatte das Leben die meiste Zeit jegliche besondere und sonderbare Lebensform hervorzubringen. Eiszeiten kamen nie bis hier und durch die angrenzenden Anden konnten auch die Nischen der Höhenlagen mit reichlich Zeit besetzt werden.
Wir wollten in den Yasuni-Nationalpark.



Der Dschungel erwacht...

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Dafür flogen wir nach Coca und führen dann mit einem kleinen Boot 80km den Rio Napo herunter bis zu einer wunderschön im überschwemmten Wald gelegenen Lodge. Etwas zu viel Luxus für uns, aber der beste Weg möglichst viel zu sehen und geführt in den Wald zu kommen. In einer kleinen Gruppen führte uns täglich ein Naturführer und ein Nativguide aus dem Nachbardorf durch den Regenwald. Es gibt unermesslich viel zu entdecken im unendlichen Grün, es wird einem unsere Größe hier sehr schnell bewusst. Leider auch wie etwas so Kleines so großen Schaden anrichten kann, denn Ölkonzerne durchlöchern den Regenwald bis in die entlegensten Gebiete und man fragt sich wie lange die verhältnismäßig kleinen Nationalparks dem Druck noch standhalten können.



Über den Urwaldriesen



Rio Napo

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Kleiner Exkurs: Was die Größe des Flusses betrifft hatte ich völlig falsche Vorstellungen. Ich wusste das es der größte Fluss der Welt ist, welcher das meiste Wasser führt. Aber die hier vorzufindende Breite des Rio Napo hätte ich etwa bei Manaus in Brasilien geschätzt. Durch die natürlich Flussführung und die vielen Sandbänke ist der Fluss jedoch deutlich breiter als man sich vorstellen mag. Als Francisco de Orellana 1541 den Amazonas für die westliche Welt "entdeckte" folgte er ebenfalls dem Rio Napo, bei seiner Ankunft am Amazonas-Hauptstrom freute er sich, den Atlantik erreicht zu haben, da kein anderes Ufer in Sicht war. Die eigentliche Ankunft am Ozean sollte jedoch noch viele Monate dauern.
Bei seiner Reise stoß er übrigens nicht auf das erhoffte Gold, sondern auf einen Stamm mit Kriegerinnen, die "Amazonen". Der Fluss hatte seinen Namen!



Stinky Turkey



Schwarzwasserlagune

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Nachts gab uns der Wald ein Konzert mit dem Schalldruckpegel einer vorbeifahrenden U-Bahn. Manche menschlichen Mitbewohner konnten nicht schlafen, wir fanden das tiefenentspannt.
Nachdem die Speicherkarten der Kamera unglaublich viele Bilddaten und Feuchtigkeit aufgenommen hatte ging es leider wieder zurück nach Quito.



Regenwald-Sunset



Cotopaxi-Nationalpark

Nach 5 Tagen spuckte uns der Dschungel wieder aus und wir fanden uns wieder in den Anden. Um aus unseren Südafrika-Erfahrungen zu lernen nahmen wir uns dieses Mal einen Gelängemietwagen, welchen wir in Quito am Flughafen in Empfang nahmen. Da unsere Spanischkenntnisse den Status "Buenos dias " kaum überschreiten, zeigte sich jegliche Kommunikation als Lotteriespiel. Irgendwann hatten wir alles erraten, glauben wir zumindest, und fuhren los.



Cotopaxi



Wir fuhren mit einem Kia durch den Cotopaxi-Nationalpark, dort übernachteten wir in einer kleinen Hacienda. Klimatisch eine kleine Herausforderung, nach dem schnellen Aufstieg aus dem Regenwald, aber das soll man ja auch nicht tun. Mit rasendem Herzen ging es auf über 3000m schnell ins Bett. Am nächsten Tag nahmen die Wanderschuhe, jedoch nahmen wir keine Rücksicht auf die gescheiterte Höhenanpassung, und wir machten eine kleine Wanderung. Für die 3,5Km Wanderung bräuchten wir 2h. In der Höhe scheinen die Wanderschuhe besonders gute Bodenhaftung zu haben.



Der Weg führte uns immer wieder über kleinere Pässe und Feldwege, sodass wir froh über den Allrad-Antrieb des Kia waren. Auch wenn er ab und zu mit Bodenkontakt rechnen musste. Aber zum Glück blieb alles ganz!



Schotterpiste

Keine Bildinformationen verfügbar


Quilotoa

Es wäre kein richtiger Tropenurlaub, wenn nicht das unausweichliche passierte, dass was immer passieren musste. Montezuma musste sich bei mir rächen.
Und das tat er ausgerechnet in Quilotoa auf fast 4000m Höhe und 10Grad Zimmertemperatur. Das es diesen Tag keinen Strom in dem Ort gab, fand ich garnicht schlimm. Der alte Holzofen schaffte über die Nacht noch die 15Grad, schaffte jedoch nicht die beste Raumluft. Zur Genesung nicht zielführend, also mussten wir zwangsläufig weiter runter. Wir fuhren ohne die geplante Wanderung zu machen in den Nebelwald bei Mindo.



Flugzeit



Nebelwald Mindo

Nebelwald

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Der Nebelwald liegt auf der westlichen Seite der Anden, was auch gleichzeitig eine andere Fauna mit sich bringt. Diese Vegetationszone liegt auf etwa 1200m und besteht aus Hochland-Regenwald in dem sich die Wassertropfen nicht zum fallen entschieden haben, sondern beharrlich in der Luft schweben bleiben. Das Resultat ist ein Überfluss an Vegetation und eine überragende Vogelwelt. Hier ist es schwierig einen Baum ohne Kolibri zu finden, was mich sehr freute, bedeutete höchste Anstrengung für den Sensor meiner Kamera.



Kolibri



Papallacta

Brillenbär

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Für die leider schon letzten Tage wollten wir nochmal höher in die Berge. In Papallacta kann man Wanderungen durch den Nationalpark Cayambe-Coca mit heißen Termalbädern verbinden.
Und so packten wir den Rucksack für eine längere Wanderung. Wir wussten das der Nationalpark ein Durchzugsbegiet für den gefährdeten Brillenbär ist und dass es hier Bergtapire gibt. Also blieb das Fernglas fast pausenlos im Anschlag, denn die Weite und bergige Landschaft mit nur niederer Vegetation ergab beste Sichtungsbedingungen.
Doch trotzdem konnten wir unser Glück kaum glauben, als wir eine Bärin mit einem Jungen beim Bromelien pflücken beobachten konnten. Verbunden mit der absoluten Einsamkeit dort oben, denn wir trafen in dem abgelegenem Gebiet keinen Menschen, ein sehr bewegender Moment!



Der Paramo



Cotopaxi im Tele

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Am letzten Tag genießen wir das Andenpanorama aus dem warmen Wasser der Thermalquellen von Papallacta heraus und versuchten die vielen Eindrücke zu verarbeiten. Die Reise dauerte zwar nur zwei Wochen, aber ich denke das Ecuador einen guten Einblick in die vielfältigen und vor allem reichen Landschaftsformen Südamerikas gegeben hat.


Wir kommen wieder!



Pfad im Hochgebirge


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Kommentare

  • Blula

    Hallo Raik !
    Einen kompakten und ausgezeichneten Reisebericht hast Du hier gebracht, der v.a. auch durch Deine erstklassigen Fotografien glänzt. Du hast hiermit auf jeden Fall mein Fernweh geweckt, wenngleich ich mich nicht unbedingt nach schweissnassen Hemden und Blutegeln sehne ;-)))) Ecuador ist sicher eine Reise wert... mehr als eine.
    Ganz herzlichen Dank für's Miterleben dürfen.
    LG Ursula

  • SchroedingersKatze

    wenn ich diese Bilder sehe, zieht es mich wieder hin: Laguna Cuicocha, Papallacta, Rio Napo, Banos mit Tungurahua, NP Cajas, Whymperhütte am Chimborazo......tolles Land, mehr als eine Reise wert. Und schön dargestellt.
    LG Ulf
    p.s. Am Rio Napo war nicht nur das Hemd nass - 3 Stunden Wanderung im vollen Tropenregen bringt auch gute Outdoorkleidung an die Grenze....Aber auch das muß man mal gemacht haben.

  • u18y9s26

    Ich bin gerne in Erinnerung an Regenwald und Anden mitgereist. Vielen Dank! LG Ursula

  • ursuvo

    ein sehr schön anschaulich geschriebener Bericht - hat mir richtig Spaß gemacht zu lesen - die guten Bilder dazu waren dann das Salz in der Suppe ;-)
    LG Ursula

  • bezi

    Das Erlebnis Regenwald konnte ich aus jeder Zeile entnehmen und aus den Aufnahmen sowieso.
    LG Claudia

  • doubleegg

    Hallo Raik, dieser Bericht hat alles was sich der RC Mitreisende wünscht: kein abgeschriebenes Guidebook sondern klare Infos, persönliche Eindrücke und nur die beste Fotoauswahl kommen hier zusammen. Weniger ist eben doch mehr. Danke fürs Mitnehmen und weiterhin gute Reise! Elke

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