Die Inseln des ewigen Sommers - Kapverden

Reisebericht

Die Inseln des ewigen Sommers - Kapverden

Reisebericht: Die Inseln des ewigen Sommers - Kapverden

Auf der Suche nach einem Ziel für unsere jährliche "Fluchtwoche" aus dem bayerischen Winter in die Wärme erinnerten wir uns an einen Zeitungsbericht vom vergangenen Sommer über die Kapverden - und nach kurzer Recherche im Internet war unser Ziel gefunden. Eine komplett selbst geplante und organisierte Rundreise auf mehrere Inseln brachte uns vielfältige Eindrücke und Erlebnisse.

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Mittwoch, 10.01. - Boa Vista

Es heißt sehr früh aufstehen - um 6 Uhr geht unser Flieger nach Boa Vista. Er ist dann zwar nicht ganz pünktlich, aber wir landen trotzdem kurz vor dem geplanten Zeitpunkt - und nachdem es hier noch Vormittag ist, haben wir noch etwas vom Tag.
Der Flug ist angenehm ruhig und auch nach der Ankunft geht alles entspannt und zügig. Wir trinken am Flughafen noch was und nehmen uns dann ein Taxi nach Sal Rei. Unser Zimmer im "Residential Salinas" ist schon fertig und sehr nett.
Nachdem wir uns ein bisschen entspannt haben, gehen wir zum naheliegenden Strand und zu den alten Salinen.
Dort sind einige Vögel zu sehen und ich kann ein paar Fotos machen - was mit dem großen Tele bei dem sehr starken Wind aber zur Schwerstarbeit ausartet...



Oben Europa, unten Afrika



Wir sind pünktlich zurück und warten auf unseren Guide Bobs, um die im Voraus gebuchte Nachmittagstour zu den Highlights der Insel anzutreten. Zuerst kommt der Fahrer, dann sammeln wir ein paar Meter weiter Bobs ein.
Wir fahren zuerst nach Rabil, wo wir zum einen einen tollen Blick über die Insel haben, zum anderen auch schon einen persönlichen Draht zueinander finden. Wir besuchen die Keramikschule und kaufen auch ein paar kleine Souvenirs.
São Roque ist die älteste Kirche der Insel - und das sieht man ihr an. Die Kirche ist klein, aber durchaus beeindruckend!



Blick über die Insel



Danach geht es weiter in die Wüste Deserto de Viana. Bobs empfiehlt uns, die Schuhe auszuziehen - und es ist wirklich ein tolles Erlebnis, den fast schneeweißen, feinen Sand zu spüren! Er ist warm, aber nicht heiß. Wir erklimmen eine der zahlreichen Dünen und genießen den Blick über die Wüste auf die Berge, aber auch die interessanten Details wie die Bewegung der Sandkörner im stetigen Wind sind faszinierend. Ein beeindruckender Ort!



Dünenlandschaft



Nun geht es fast nur abseits der Straßen zum Strand Praia do Sobrado, an dem unübersehbar das Wrack der "Cabo Santa Maria" liegt. Der spanische Frachter war hier 1968 auf Grund gelaufen und die rostigen Überreste des Schiffes liegen praktisch direkt auf dem Strand! Ob es so etwas noch ein zweites Mal irgendwo gibt? Was für ein Motiv!
Auf mehr oder weniger erkennbaren Pisten geht es an der Küste entlang nach Norden und zur kleinen Kapelle Nossa Senhora de Fátima. Die Lage der hübschen Kirche mit Blick auf die Küste und Richtung Sal Rei ist wirklich schön!



Rosthaufen am Strand



Nach einem kurzen Stop am jüdischen Friedhof - auf dem auch die (anglikanische) Tochter eines englischen Konsuls in ihrem Sarkophag ruht - bringt uns der Fahrer noch nach Sal Rei zum Fischmarkt (auf dem zu dieser Zeit aber nur noch aufgeräumt wird).
Jetzt geht es zu Fuß durch die Inselhauptstadt. Bobs zeigt uns schöne Ausblicke über die Bucht und interessante Orte wie den öffentlichen Waschplatz oder den Mercado Municipal. Am Ende besuchen wir noch das Kunst- und Kulturzentrum, wo wir zum Abschluss unserer Tour mit Grogue (Zuckerrohrschnaps), Punch (Grogue + Melasse bzw. + Kokosmilch) und Ziegenkäse verwöhnt werden.
Wir unterhalten uns gut und (nachdem Bobs offenbar halb Sal Rei kennt) fragen nach einem Lokal, wo wir abends Fisch essen können. Und unser Guide führt uns zu einem netten Restaurant, nur ein paar Minuten zu Fuß von unserer Unterkunft entfernt, mit dessen Chef er befreundet ist. Mit dem Koch vereinbart er direkt, was dieser für uns auf den Grill legen soll und reserviert auch gleich einen Tisch für uns.



Jüdische Ruhestätte



Wir gehen zurück, zahlen unsere Tour und machen uns frisch.
Dann gehen wir beide zum Essen - es ist einfach super! Wir essen Filets von der Dorade Royale und von der Großen Bernsteinmakrele (von der wir vorher noch nie etwas gehört geschweige denn gegessen haben) - himmlisch! Und für uns nicht mal teuer, mit Wein, Wasser und großzügigem Trinkgeld zahlen wir umgerechnet nur rund 36 €.
Danach noch der kurze Heimweg, dann sind wir reif fürs Bett! Dieser erste Tag war voller Eindrücke...



Donnerstag, 11.01. - Boa Vista und Santiago

Nachdem wir beschlossen haben, dass die Vogelbeobachtung im Süden der Insel zu zeitaufwendig und umständlich wäre, und wir sie deswegen auf unseren nächsten Aufenthalt verschieben, können wir in Ruhe das sehr gute Frühstück genießen.
Anschließend räumen wir zusammen, packen schon mal alles ein und spazieren dann zum Fischmarkt. Die ein bisschen erwartete Vielfalt sehen wir zwar nicht (vermutlich sind wir zu früh dran, Bobs hat 10 Uhr als besten Zeitpunkt angegeben), aber interessant ist es allemal.
Am Meer gehen wir bis zur Praia da Cruz und von dort aus zurück zu unserer Unterkunft. Marco, der Chef, ruft uns ein Taxi, wir holen unser Gepäck aus dem Zimmer und fahren zum Flughafen.



Rückkehr in den Hafen



Architektonisch interessant

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Am Flughafen checken wir für unseren ersten Inlandsflug ein - wie irgendwie alles hier auf den Inseln total entspannt - und gehen durch die Security. Als wir merken, dass wir vom Inlandsgate aus keinen Zugang zur Snackbar haben, frage ich einen der Polizisten - und der lässt uns einfach hinten herum wieder an der Security vorbei raus...
Wir trinken ein Bier und essen leckere, mit Fisch gefüllte und frittierte Teigtaschen (das Stück für umgerechnet 0,18 €!). In der Snackbar treffen wir dann tatsächlich Joana, die Wirtin von gestern Abend, und ihren Mann Julio, den genialen Fischkoch, wieder, die mit dem gleichen Flieger nach Praia wollen, um Freunde zu besuchen. Wir unterhalten uns sehr nett, sie bieten uns sogar an, eine Unterkunft für uns zu organisieren, aber wir haben ja schon gebucht. Der Flug ist angenehm und kurz.



In Praia geht es mit dem Gepäck sehr schnell, nur zum Taxi ist es wegen einer Baustelle ein weiterer Weg als sonst. Wir lassen uns zum "Vivenda Viviani" bringen, auch hier ist unser Gastgeber ein Italiener (der seit fast 25 Jahren hier lebt). Wir bringen unser Gepäck ins Zimmer, dann machen wir uns auf den Weg Richtung Platô. Unterwegs trinken wir am Meer einen Kaffee - und treffen prompt Joana und Julio wieder...
Oben am Zentrum kann ich zwischen dem Präsidentenpalast und dem Standbild des portugiesischen Seefahrers Diogo Gomes einen Graukopfliest fotografieren, einen hier heimischen Verwandten unseres Eisvogels. Ein hübscher Kerl!



Elegante Residenz



Wir spazieren durch die Fußgängerzone, besuchen den exotischen und bunten Mercado Municipal, eine zweistöckige Markthalle. Die Atmosphäre dort ist eindeutig afrikanisch! Und wir als Touristen fallen dort direkt auf, es ist faszinierend!
Im ganzen Zentrum sind außer uns kaum Touristen unterwegs - die ahnen nicht, was ihnen entgeht, wenn sie den ganzen Urlaub im Hotel verbringen! Wir trinken ein Bier und machen uns dann auf den Rückweg. An der Praça Albuquerque hören wir noch kurz beim Konzert der Militärkapelle zu, das vermutlich (so genau konnte uns das niemand sagen) den bevorstehenden Feiertag einläutet.



Afrikanisches Flair



Dann gehen wir hinunter zum Meer und kommen per Zufall genau zum perfekten Zeitpunkt an, um das abendliche Einfliegen der Kuhreiher in ihre Schlafbäume zu sehen. Mir fällt ein, dass ich das im Zuge der Vorbereitung irgendwo gelesen habe - praktisch alle Kuhreiher, die in Praia und der näheren Umgebung leben, treffen sich jeden Abend auf genau zwei nebeneinander stehenden Akazien am Strand. Und es sind buchstäblich Hunderte! Auf den anderen Akazien, nur ein paar Meter weiter, sitzt kein einziger Vogel - ein besonderes Schauspiel!
Mit einem Abstecher zum Leuchtturm gehen wir zurück zu dem Lokal, wo wir vorher Kaffee getrunken haben. Nachdem Julio dort zufrieden war, spricht das für die Küche... Nach einer sehr guten gemischten Grillplatte geht es zurück in unsere Unterkunft, wo wir den Tag mit einem Glas Rotwein am Pool ausklingen lassen.



Anflug zur Nachtruhe


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Kommentare

  • matulr

    Ihr habt da ganz schön viel erlebt in nur einer Woche. Die Reise war offensichtlich sehr sorgfältig vorbereitet. So lange schon waren die Kapverden ein Traum von mir und jetzt möchte ich noch lieber dort hin! Nicht unbedingt, um gebackene Muräne zu essen... ;-)
    LG ULI

  • SchroedingersKatze

    Doch, gutes Ziel für Zeiten "ohne Wetter" in Europa! Und kulinarisch scheint es auch ganz interessant zu sein. Was hast Du gegen gebackene Muränen, Uli? Und die Mischung Fisch mit Kokosmilch kenne ich aus Südostasien, warum nicht mal die kapverdische Variante probieren?
    LG Ulf

  • Chrissi

    Das war dann ja ein gut gewähltes Reiseziel, wo ihr diesmal eure alljährliche Fluchtwoche verbracht habt. Diesen gut bebilderten Bericht darüber habe ich gern gelesen.
    LG Christel

  • Sternensilber (RP)

    Sehr schöner Bericht und ein wirklich tolles Reiseziel. WIr waren mal 10 Tage zum Wandern auf Santiago. Das war an manchen Tagen ganz schön anstrengend und wir waren immer froh, wenn uns nach der Tour auch ein Aluguer zum Hotel zurück brachte.
    LG Anne

  • Blula

    Liebe Brigitte,
    Deine Tagebuchberichte zu lesen macht mir immer viel Freude und diesmal ganz besonders. Die Kapverden sind für mich nämlich noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Wie sehr es sich lohnt, dort einmal hinzureisen, konnte ich jetzt sehr gut nachlesen. Danke für's Mitnehmen, danke für diesen anschaulichen und interessanten Bericht.
    LG Ursula

  • ursuvo

    ich war ja mal nur ein paar Stunden auf Sal - das war für mich auch schon sehr beeindruckend.
    Aber Dein wieder so gut geschriebener und bebilderter Bericht hat mir gezeigt, was es dort noch für interessante "Stellen" gibt. Ich würde ja auch sehr gern nochmal dorthin.............wie immer - man kann halt nicht alles haben.
    Und mit Euch bin ich auf alle Fälle sehr gern mitgereist!!!
    LG Ursula

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