Hommage an die Wellen

Reisebericht

Hommage an die Wellen

Reisebericht: Hommage an die Wellen

Surfer lieben Hawaii, denn Surfer lieben Wellen. Man muss aber kein Surfer sein um sich der Faszination der Wellen und ihrer gewaltigen Kraft hinzugeben.
Lesezeit: 4 min

1. Welle

shoreline

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Scheinbar endlos breitet sich unter uns das tief blaue Reich Neptuns aus. Von hier oben, aus dem kleinen Fenster eines Flugzeuges erscheint die raue, in der Sonne glitzernde Oberfläche fast schon friedlich. Hier draußen auf dem offenen Meer, sind die Containerriesen, die durch die Weltmeere pflügen, kaum auszumachen und Fischerboote verlieren sich wie ein Sandkorn in der Wüste.
Mit seiner ausgedehnten Wasserfläche und den unergründlichen Tiefen ist der Pazifik ein besonderer Platz in Neptuns Reich, in dem er vielleicht sogar am liebsten ist. Nur wenige kleine Inselgruppen erheben sich aus den Wassermassen und nicht alle werden sich über die Jahrtausende gegen die Kräfte des Pazifiks behaupten können.
Seit Menschen gedenken sind die Inseln im Pazifik Lebensgrundlage, Fluchtpunkt und Sehnsuchtsort. An einem weißen Strand, von Palmen gesäumt, auf den sanft die Wellen auflaufen, können Gedanken und Gefühle frei sein. Genau in diesem Moment vergessen wir, dass wir hier nicht in unserem Reich sind und andere Gesetze gelten.
In den Tiefen des Pazifik, wo kein Strahl der Sonne hingelangt, entstehen Wellen wie sie sich kaum ein Mensch vorstellen kann. Stürme peitschen über die Wellen und welch Seefahrer sich auch noch so gut rüstet, wird nicht verhindern können dass Neptun nicht nur seinen Tribut fordert, sondern ihn auch bekommt.



2. Welle

Blowhole

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Die hawaiianische Inselgruppe ist bekannt für seine Wellen und wer beim Anflug auf eine der Inseln aus dem Fenster schaut, wir das weiße Band aus Schaum bemerken, das die Inseln fast ganz umschlingt. Besonders in den Wintermonaten finden die Riesenwellen aus den Tiefen des Pazifik regemäßig ihren Weg nach Hawaii. Ein Haus in Standnähe kann dann in der Nacht zu einem verfluchten Ort werden, wenn das Tosen der Wellen so laut ist, dass man selbst mit Ohrenstöpseln nur schwer Schlaf findet.
Um so faszinierender ist es aber Küstenstraßen zu fahren und zu sehen wie sich das aufgewühlte Meer an der Küste reibt. Hawaiis Küste ist eine einzigartige Landschaft. Aus dem Innern der Erde, tausend Grad heiß, ergoss sich einst Lawa an die Küste und ließ das Meer an seinen Rändern kochen. Aus der Berührung von Feuer und Wasser entstanden bizarre schwarze Klippen an denen die Wellen bis heute mit all ihrer Kraft nur Korn um Korn abtragen. Wo weiches Material eingeschlossen war, haben die Wellen Tunnel gegraben oder Pools unterschiedlicher Größe ausgewaschen.
Seefahrer die in der stürmischen Jahreszeit hier aus Seenot an Land gehen wollten, hatten keine Chance in dem Malstrom zwischen messerscharfen Klippen und meterhohen Wellen ihr Leben zu retten.



Finale Welle

Mich zieht es immer wieder an die Strände Hawaiis. Der Faszination kann ich mich nicht entziehen. Aus sicherer Entfernung kann man nach einer Weile gut einschätzen, welche Wellen sich zu wahren Riesen auftürmen und welche sich in den Unterströmungen der zurückfließenden Wassermassen verlieren werden. Und doch überrascht es wenn es eine der Wellen den Strand hinauf schafft und man an der vermeintlich sicheren Stelle, an der man seit zwanzig Minuten steht, das Wasser plötzlich bis zu den Knien reicht.
Unter ohrenbetäubenden Rauschen rollen wie an einem endlosen Band immer neue Wellen heran. Einige brechen schon lange vor dem Strand und im Wind wehen Schleppen schäumenden Wassers hinter ihnen. Andere sind zunächst unscheinbar und bäumen sich erst kurz vor den hohen Klippen auf, an denen sie dann wütend zerschellen. Doch das Wasser formiert sich neu, um mit einer ebensolchen Kraft zurück in Meer zu strömen. Treffen diese Wassermassen dann auf die erneut heran rollenden Riesen kommt es zu regelrechten Explosionen, welche die Landschaft dahinter in den Nebeln der Gischt verschwinden lassen. Wie in einem Naturkaleidoskop, lässt die Mischung aus Wasser, Klippen und Schaumkronen ständig wechselnde Muster und Farben entstehen. Noch nie zuvor habe ich das ewiges Ringen zwischen Wasser und Land so eindrucksvoll erlebt und das Schauspiel zieht mich in seinen Bann. Ich habe Stunden am Stand zugebracht nur um zuzuschauen. Die Wellen Hawaiis waren für mich das eigentliche Erlebnis dieser Reise und nur die Wellen wären ein Grund wieder zu kommen.

Der ganze Bericht und ein Blog-Beitrag mit aktuellen Infos findet sich wie immer auf:
http://intertourist.de/category/news-travel-blog-roll-fototipps-und-teaser-zu-reiseberichten-und-neuen-fotoprojekten/
oder:
http://intertourist.de/2018/01/24/kalifornien-los-angelas-san-francisco-big-sur-hawaii-kaui-maui-big-island/



Incoming Tide


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Kommentare

  • matulr

    Eine sehr schöne philosophische Studie über Wasser an sich und dem besonderen Wasser um die Inseln der Hawai'i-Kette. Du solltest mehr Berichte dieser Art hier in der GEO-Reisecommunity verfassen!
    LG ULI

  • u18y9s26

    Ich hätte auch Stunde um Stunde am Strand sitzen und auf die gewaltige Kraft der Wellen schauen können. Ins Wasser habe ich mich nur selten gewagt. Es reißt einen von den Füßen. Wie ist das Winterwetter auf Hawaii, wie sind die Temperaturen von Luft und Wasser? LG Ursula, die sich in diesem trostlos dunklen Winter nach Hawaii zurücksehnt.

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Hommage an die Wellen 5.00 2

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