Ein Bummel durchs abendliche Jerewan.

Reisebericht

Ein Bummel durchs abendliche Jerewan.

Ein Blick von der Kaskade nach Ararat



Hallo, Jerewan!

15 Uhr. Jerewan. Über 36 Grad im Schatten. Im Restaurant „Tavern Yerevan“ herrscht angenehme Kühle. Schwere Holztische sind mit Tischtüchern gedeckt, die ein traditionelles armenisches Ornament zeigen. In dickbäuchigen Weingläsern leuchtet rötlich- bernsteinfarbener Granatapfelwein. Der Kellner lässt uns den ersten Schluck nehmen. „Um das Aroma dieses Weines besser genießen zu können, versuchen Sie, langsam in kleinen Schlucken zu trinken“, empfiehlt er. Schon beim ersten Atemzug hüllt uns der Geruch von frischem Granatapfel ein. Dazu reicht der Kellner eine Platte mit armenischen Käsearten: regionaler Wein zu regionalem Käse. Später finden sich auf unserem Tisch noch Fladenbrot, armenische Schaschlik, gefüllte Forelle und ein gemischter Gemüsesalat ein.
So geht unser lang gehegter Traum – eine Reise nach Armenien – nun in Erfüllung.

Am nächsten Morgen starten wir um 9 Uhr mit frischem Gebäck und einer Tasse schwarzen Kaffees gut in den Tag. Da ist es endlich: Armenien! Fast den ganzen Tag über sind wir mit den freundlichen Reiseführerinnen der Firma „Hyur Service“ unterwegs. Es gibt so viel zu sehen. Wenn die Tageshitze etwas nachlässt, kehren wir in Begleitung des Abendrots nach Jerewan zurück. Wir können uns kaum noch auf den Beinen halten und fallen völlig erschöpft ins Bett.
Eine Zweizimmerwohnung mit einem herrlichen Blick auf Ararat ist in den nächsten zwei Wochen unser Hauptaufenthaltsort. Der Berg Ararat ragt über die Stadt mehr als vier Kilometer empor und ist fast von jedem Punkt aus gut sichtbar. Der Ararat ist das Nationalsymbol des Armeniens, das seit 1923 auf türkischem Boden liegt.
Für zehn Millionen ethnischer Armenier – sieben Millionen von ihnen leben weltweit zerstreut – ist der Ararat die verlorene Heimat, und so hat fast jede armenische Familie ein Bild des Berges. Die Armenier sind überzeugt, dass sie den schönsten Blick auf den Berg Ararat haben.



Der zentrale Platz von Jerewan - Platz der Repu...

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Der Platz der Republik

Es ist 18 Uhr. Nach einer kurzen Erholung gehen wir in der Stadt spazieren. Bei einem solchen Bummel lernen wir den gebürtigen Jerewaner Herrn Armen Darbandjan mit seinem kohlschwarzen, dichten Haarschopf kennen. Er ist Lehrer von Beruf, unterrichtet Geschichte in einer der jerewanischen Schulen. Während der Schulferien macht er Stadtführungen. Zwischen uns entwickelt sich sofort eine offene und freundliche Gesprächsatmosphäre, sodass wir uns bald duzen und beim Vornamen nennen.

Wir sitzen auf einer Terrasse im vierten Stock des gemütlichen Cafés „Diamond“ im Zentrum Jerewans. Von hier ist der Platz der Republik – das Herz der Stadt – zu sehen. Die Sonne wirft die letzten Strahlen auf monumentale Gebäude, die ringförmig den Platz umgeben – Regierungsgebäude, Postamt, historisches Museum, das Luxus-Hotel „Armenia Marriot“.
Armen erzählt, dass eine sensationelle Entdeckung während der Modernisierung des Platzes im Jahr 2003 unter der obersten Erdschicht gemacht wurde: Keller und Erdgeschosse von Gebäuden, Reste einer Steinmauer, eine bearbeitete Platte aus schwarzem und rotem Tuffstein, Rohleitungen aus Tuffstein. Nach einer ersten Einschätzung stammte der Fund aus dem 17. Jahrhundert. „Wie viel Gebäude sich unter der Erde befinden, weiß niemand genau. Denn der Fund wurde umgehend wieder vergraben“, sagt Armen und ergänzt ironisch: „Warum? Dafür gibt es keine einigermaßen verständliche Erklärung – vielleicht für die nächsten Generationen.“

Der Platz der Republik ist belebt. Großeltern flanieren mit Enkeln am Springbrunnenbecken vor dem historischen Museum. Kinder essen Eiskreme und kreischen, Teenager fahren auf Rollschuhen oder kühlen ihre Füße im Wasser und halten die Handys an ihre Ohren, während die Erwachsenen genüsslich Bier, Saft oder Wasser trinken. Alle Gäste des Platzes fotografieren einander oder machen Selfies. Nach Einbruch der Dunkelheit bieten die sogenannten singenden Wasserfontänen eine beeindruckende Komposition von Musik, Licht und Wasser.
Die Gebäude am Platz wurden aus dem hier erhältlichen Tuffstein errichtet – wie übrigens die meisten Gebäude in Jerewan. Die Farbskala des Tuffsteins ändert sich von Rosa bis zu Rotbraun. Am frühen Morgen malen die ersten Sonnenstrahlen Jerewan in Rosa, deshalb heißt sie traditionell „die rosa Stadt“. Für uns ist die Hauptstadt jedoch intensiv hellorange. Im Juli glüht Jerewan in den magischen Stunden des Sonnenunterganges rotorange und riecht nach Aprikosen. Diese Frucht war in Armenien bereits in der Antike bekannt, die Römer nannten sie „die Äpfel von Armenien“. „Kauft die Aprikosen aber nicht im Laden, pflückt sie lieber vom Baum. Dann erst werdet ihr den einzigartigen Geschmack der sonnengereiften armenischen Aprikosen kosten und nie vergessen“, rät Armen. Sogar das berühmte armenische Musikinstrument „Duduk“ wird aus dem Holz des Aprikosenbaums hergestellt.
Ein gewisser Stolz schwingt in Armens Worten mit, seine Augen leuchten vor Begeisterung, wenn er über seine Stadt spricht. „Jerewan ist älter als die Ewige Stadt Rom. Im Oktober 2018 feiern wir mit einem großen Fest sein 2800-jähriges Bestehen“, so Armen. Die Geschichte des Jerewans begann im Jahr 782 v. Chr. mit dem Bau der mächtigen Erebuni-Festung auf dem Hügel Arin-Berd im reichen, sonnigen Ararat-Tal. Mit der Zeit besiedelten die Menschen die vulkanische Hochebene, und Jerewan liegt heute auf etwa 950 bis 1300 Meter Seehöhe mit Temperaturschwankungen bis zu sieben Grad. Es kommt häufig vor, dass es unten regnet und oben schneit; unten die Aprikosen voll ausgereift sind, doch oben die Frucht noch fest ist. Den Aprikosen-Hochgenuss für Groß und Klein verlängert die Natur so in der Hauptstadt auf zwei bis drei Wochen.



Zahlreiche Trinkwasserbrunnen mit sauberem Trin...

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Zahlreiche Trinkwasserbrunnen mit sauberem Trinkwasser

Die Hitze bis 43 Grad ist keine Seltenheit im Juli in Jerewan. Um den Durst zu stillen, haben wir in Deutschland immer eine Wasserflasche mit. In Jerewan gibt es keine Notwendigkeit dafür. Über die ganze Stadt sind zahlreiche Trinkwasserbrunnen mit sauberem Trinkwasser verteilt. „Die Qualität des Trinkwassers kontrolliert das Gesundheitsministerium täglich“, sagt Margarita Babayan, die Betriebsleiterin der Staatlichen Hygiene-Inspektion. „Unser Land hat einen großen Süßwasservorrat und wir sind darauf mächtig stolz.“ So können Gäste und Einheimische eisiges Quellwasser auf Straßen ohne Bedenken und darüber hinaus kostenlos trinken.
Das war aber nicht immer so. Einst war die Wasserversorgung der Stadt ein sehr ernsthaftes Problem. Manche Bürger nutzten das Wasser aus dem Hrazdan-Fluss, was nicht ungefährlich war, deshalb kauften andere das Wasser bei Straßenhändlern.
Angeblich ging dem Architekten Alexander Tamanian damals die Idee durch den Kopf, kleine Trinkbrunnen – „blaue Punkte“ – in der ganzen Stadt anzulegen. Die Armenier nennen sie „pulpulak“, da sie Töne gleich plätschernden Quellen hervorbringen. „Eine genaue Zahl der Trinkbrunnen kann niemand genau nennen, aber sie übersteigt zweitausend“, so Armen.



Mesrop-Maschtoz-Institut, kurz Matenadaran (das armenische Wort für die Bibliothek)

Zur Hauptstadt des Armeniens wurde Jerewan im Jahr 1918 ausgerufen. Ab dieser Zeit war der Druck auf die historische Innenstadt gnadenlos. Bulldozer rissen fast alle alten Gebäude nieder, darunter Moscheen und Kirchen. Daraufhin baute der Architekt Alexander Tamanian das Zentrum vollständig neu auf. Die Hauptstadt bekam ein neues Gesicht. Die Hauptstraßen laufen von dem Platz der Republik in alle Richtungen wie Sonnenstrahlen auseinander. Am Ende jeder Straße befindet sich eine der zahlreichen Sehenswürdigkeiten Jerewans.

Wir gehen entlang des breiten Prachtboulevards Mashtots. Er beginnt mit der Brücke Achtanak über die Schlucht des Flusses Hrazdan, die die Weinbrand-Brennerei aus rotem Tuffstein und die gegenüberstehende Weinkellerei „Noj“ verbindet. Die Einheimischen nennen diese Brücke scherzhaft „betrunkene Brücke“.
Mashtots führt vorbei an einer großen Markthalle, wo wir süßes armenisches Gemüse kaufen. Direkt gegenüber dem Markt befindet sich die iranische Blaue Moschee, die die Perser 1765 erbauten. Beim Eingang zum Hof fällt mir die Anweisung „Kleidungsordnung beim Moschee-Besuch der Frauen“ auf. Ich habe aber kein Kopftuch und trage keinen Rock. Allerdings ist es für einen Besuch der Moschee ohnehin zu spät ist. Wir betreten den Hof und geraten in eine stille Grünanlage. Ein kleiner Garten mit blühenden Blumen und Bänkchen lädt zum Entspannen ein. „Heute ist diese einzige anerkannte Moschee in Armenien ein kulturelles Zentrum der iranischen Gemeinde“, so Armen.

Noch ein kurzer Spaziergang und wir stehen vor einem eindrucksvollen grauen Basaltbau – dem Mesrop-Maschtoz-Institut, kurz Matenadaran (das armenische Wort für die Bibliothek). Mesrop Maštoc’ (360–440) – der Schöpfer des armenischen Alphabets und Bibelübersetzer – begrüßt uns. In Stein gehauen sitzt er direkt am Fuß des Hügels Hagthanak. Mit der rechten Hand weist der Nationalheld auf die Steinstelle mit den 36 von ihm erfundenen Buchstaben, die schon seit mehr als 1600 Jahren unverändert sind.
„Matenadaran besitzt circa 17.000 armenisch- und fremdsprachige Handschriften sowie mehr als 100.000 Dokumente vom 14. bis zum 20. Jahrhundert“, berichtet Herr Darbandjan, unser freiwilliger Führer. Hier finden sich auch einzigartige Übersetzungen antiker und mittelalterlicher Autoren, deren Originalfassungen leider nicht mehr vorhanden sind. Oft schrieben sogar ungebildete Menschen in den Skriptorien der großen Klöster kirchliche und weltliche Texte sämtlicher Wissensgebiete ab.
Von alters her verehren Armenier ihre Bücher wie Orthodoxe ihre Ikonen. Die meisten Handschriften wurden über Kriege, Katastrophen und Völkermord hinweg gerettet. Während der Verfolgungen ließen die Menschen ihr Hab und Gut, aber nahmen die Bücher mit. Im Matenadaran hat jedes Buch seine einmalige Geschichte. Seit vielen Jahren geht eine Legende von einem der größten Bücher der Antike von Mund zu Mund. Im Jahr 1204 wurde sein Besitzer getötet, und das Buch erbeutete ein Türke-Seldschuk. Um das Manuskript loszukaufen, mussten Mönche des Musches-Klosters 4000 Silbermünzen sammeln. Sieben Jahrhunderte später, während des Genozides 1915, war „Die Sammlung der ausgewählten Reden und Predigten“, so heißt das Manuskript, wieder von Vernichtung bedroht. Doch zwei flüchtende Frauen aus Musche retteten es. „Bei der Flucht nahmen sie nur dieses Buch mit. Das war nicht nur sehr gefährlich, sondern das Buch war auch sehr schwer. Es wiegt etwa 30 Kilogramm ohne Einbände und umfasst 607 Seiten. Jedes Blatt ist aus dem Leder eines jungen Kalbes“, erzählt Armen. Die Liebe der Armenier zu ihren Büchern ist keine Legende.
Die weltweit größte Sammlung von armenischen Handschriften stellt ein einzigartiges Zeugnis der Kultur des Landes dar. Seit 1997 gehört Matenadaran zum UNESCO-Weltkulturerbe.



Monument „Mutter Armenien“



Ein abendlicher Spaziergang durch Jerewan

Fast jeden Abend erhebt sich der Wind, wird heftig, immer heftiger. Normalerweise bis drei oder vier Uhr morgens. Wir suchen ein ruhiges Plätzchen, um zu essen, zu trinken und zu plaudern. Das ist in Jerewan kein Problem, besonders auf der Abovyan-Straße und rund um das Opernhaus.
In zahlreichen schönen Café-Restaurants kann man abends entspannen, mit Freunden gemütlich sitzen, Musik hören und die nationale Küche genießen. Sie halten für jeden Geschmack und Geldbeutel das passende Angebot bereit. Zu den typisch armenischen Speisen gehören Tolma (gefüllte Weinblätter) und Schaschlik. Dazu bestellt man Gemüse, Käse, Tan (gesalzte Mischung aus Joghurt und Wasser). Für Vegetarier gibt es Tolma mit Bohnen, Linsen und Kichererbsen oder auch einen beliebten Salat mit Bulgur und ein Patty mit würzigen Kräutern.
Wir begeben uns ins Restaurant „Der Gefangene im Kaukasus“, das nach einem russischen Kultfilm benannt wurde. Die Sätze und Sprüche aus diesem Film sind in Russland sehr berühmt. Ich freue mich daher über diesen Namen.
Der lange Spaziergang hat uns müde und hungrig gemacht. Königschatschapuri mit einem Glas weißen „Van Ardi“-Wein schmeckt besonders gut. Wir sollten aber mit dem Essen nicht übertreiben, ein Freizeitpark mit Sonnenuntergang und Kaskade erwartet uns noch.
Er befindet sich auf einem Hügel, auf den wir mit einem Taxi fahren. Im Park ist immer etwas los. Da Armen sehr kontaktfreudig ist, lernt er immer wieder neue Leute kennen und trifft alte Bekannte, mit denen wir uns unterhalten.
Wir genießen den Ausblick auf Jerewan und es heißt, dass man von genau hier den Berg Ararat ganz deutlich sehen kann. Später erfahren wir, dass der Hügel mit dem Monument „Mutter Armenien“ auf dem Sockel des ehemaligen Stalin-Denkmals als einer der schönsten Orte gilt, um den Ararat, den biblischen Mythos, zu fotografieren.



ein kleiner Skulpturengarten am Fuß der Kaskade

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Der kleine Skulpturengarten am Fuß der Kaskade

Die letzten Sonnenstrahlen beleuchten die Bergkuppe des Ararat. Wir befinden uns am höchsten Punkt der Kaskade. Unter unseren Füßen befindet sich das fünfstöckige Museum für zeitgenössische Kunst, das in den Hang eines Hügels eingebettet ist. Eine massive Treppe aus weißem Tuffstein mit Terrassen zur Erholung bildet sein Dach. Wir gehen in einen kleinen Skulpturengarten am Fuß der Kaskade. Dort gibt es viele Denkmäler, Skulpturen und Springbrunnen. „Blue Kiwi“, die Skulptur von Peter Woytuk, fällt uns sofort in die Augen. „Lange Zeit stand diese Skulptur am Broadway auf der Piazza Verdi in New York“, sagt Armen.
Nachbarn der „Blue Kiwi“ sind zwei Skulpturen – ein riesiger schwarzer Kater und eine nackte Frau mit Zigarette in der Hand vom Fernando Botero, einem der bekanntesten Künstler Lateinamerikas der Gegenwart. Als der Kater im Park aufgestellt wurde, waren die Menschen misstrauisch. „Ein schwarzer Kater wird der Stadt Unglück bringen“, jammerten die Alten. Aber bald bemerkten aufmerksame Bürger, dass der Kater je nach Beleuchtung seine Farbe und sein Gesichtsausdruck ändert. Diese erstaunliche Entdeckung beruhigte die Jerewaner. Seither ist der Kater bei Einheimischen und Touristen sehr beliebt.
Seine nackte Nachbarin spaltete im Jahr 2012 die Bevölkerung von Jerewan tief. Einige hielten sie für die Verkörperung von Lust und von schlechter Gewohnheit; andere bringt sie zum Lachen und hebt ihre Stimmung.
Im Laufe der Zeit hat die leidenschaftliche Diskussion nachgelassen, die Jerewaner gewöhnten sich an die Skulptur, die Touristen machen vor ihr Fotos. Meist sind es Männer, die Frauen lassen sich lieber vor einem „Römischen Krieger“ vom selben Künstler fotografieren.
Die meisten Werke im Skulpturengarten gehören zur privaten Kunst-Sammlung Gerard Cafesijans – eines Amerikaners mit armenischen Wurzeln. Zahlreiche lustige Hasen – Boxer, Akrobaten, Tanzende auf dem Elefanten, auf der Glocke – würden die Stimmung sogar bei einem eingefleischten Schwarzseher und Melancholiker heben. Zwei Metallskulpturen steigen Stufen und schaffen einen lebendigen Eindruck des Menschen. Beide wurden von dem Briten Linna Rassella Tschedwika geschaffen.
Bei den Skulpturen im Park gibt es Originale sowie Kopien, deren Originale sich in anderen Ländern befinden. Eine Kopie der Acht-Meter-Statue „des Mannes aus Buchstaben“ befindet sich in Frankreich. Das ist das Symbol der Liebe zum gedruckten Wort und das Streben der Menschen zum Wissen. Die Studenten in Jerewan haben eine Tradition: Vor Prüfungen gehen sie zur Statue und berühren sie. „Damit ist der Erfolg bei den Prüfungen ganz sicher. „Das ist schon häufig überprüft worden“, sagt Armen lachend.



Der Platz der Republik

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Die rosa Stadt Jerewan

Die Nacht bricht an. Im Zentrum Jerewans ist es nachts ungefährlich. Die Leute sind nett und freundlich, Betrunkene trafen wir nicht. Dass große Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe rund um die Uhr geöffnet sind, überrascht uns angenehm. Zum Schluss des heutigen Spaziergangs empfehlt uns Armen, den Nachtklub „Malkhas Jazz Club“ zu besuchen. Hier kann man guten Jazz hören und armenische Gerichte genießen. Viele Jerewaner lieben Jazz, deshalb ist das Gebäude auf der Puschkin-Straße 52/1 sehr populär.
Unsere Reise durch Armenien haben wir mit einem Glas Granatapfelwein und einer Platte heimischen Käse angefangen. Jetzt rät uns Armen Dawidowitsch, den armenischen Weinbrand „Ararat Achtamar“ zu probieren. Mit Pfirsichen, Kaffee ohne Zucker und Schokolade.
Um zwölf Uhr nachts betritt der Klaviervirtuose Levon Malchsian die Bühne. „Für viele Jazzfans ist sein Name das Synonym für armenischen Jazz“, jubelt Armen. Die meisten warten auf den Maestro. Wir bleiben auch bis zum Schluss und sind begeistert.
Wir trinken gekühlten Kaffee, fügen „Ararat Achtamar“ hinzu, und warten darauf, dass der Wind draußen abflaut. Wir gehen nach Hause, als die Sonnenstrahlen die Spitzen der Häuser in Rosa färben. Die Luft ist sauber und frisch, die Cafés sind leer, die Passanten selten. Aus einer Bäckerei dringt Duft von frisch gebackenem Brot. Die rosa Stadt erwacht.


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Kommentare

  • Blula

    Liebe Natalia !
    Von der armenischen Hauptstadt Jerewan, sie liegt ja so fern, hatte ich bisher so gut wie keine Vorstellung. Mit diesem ebenso interessanten wie feinsinnigen Reisebericht von Dir hat sich da einiges geändert. Für Dich ist mit dem Besuch dieser Stadt ein Traum in Erfüllung gegangen, was man nun sehr gut nachvollziehen kann.
    Danke für diesen ausgezeichneten Bericht.
    LG Ursula

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