Coulee, Cataldo & Caldera

Reisebericht

Coulee, Cataldo & Caldera

Reisebericht: Coulee, Cataldo & Caldera

"Hä?", werden sich die meisten da fragen. Hinter diesen Begriffen stehen eindrucksvolle Sehenswürdigkeiten auf dem Weg zu einem Supervulkan. Von Portland nach Moose im Grand Teton Nationalpark, sind es 1635 km. Unterwegs begegneten uns technische Meisterleistungen, geschichts-trächtige Orte und am Ende erwanderten wir die Caldera des ältesten Nationalparks der Welt.

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Heisse Quellen und Geysire

Old Faithful

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Am Nachmittag des 18. September 1870 reisten Mitglieder der Washburn-Langford-Doane Expedition den Firehole River hinunter und kamen in dieses Gebiet heisser Quellen. Der erste Geysir, den sie sahen, war der Old Faithful. Nathaniel P. Langford schrieb 1871: "Er spuckte in regelmässigen Intervallen neun Mal, während wir dort waren. Die Säulen kochenden Wassers stiegen jedesmal 30 bis 40 Meter hoch und ein Ausbruch hielt 15 bis 20 Minuten an. Wir gaben ihm den Namen "alter Getreuer"."

In den frühen Jahren des Nationalparks wurde der Old Faithful oft als Waschmaschine benutzt. Während der Ruhephasen wurde Wäsche in den Krater gegeben und bei einem Ausbruch wurde die Wäsche blitzsauber ausgespuckt. Leinen und Baumwolle kamen völlig unverletzt aus dem Krater, während Wolle in Fetzen gerissen wurde.



From A Distance

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Wegen des kalten Wetters und der damit verbundenen Dampfentwicklung etwas enttäuscht von Old Faithful, wanderten wir durch den Wald auf einen Hügel, um uns eine schöne Aussicht und einen guten Überblick über das Gelände zu schaffen. Unterwegs begegnete uns ein Snowshoe Hare, der gemütlich auf dem Pfad vor sich hinhoppelte. Als er uns gewahr wurde, hoppelte er leider schnell ins Dickicht. Von einem Aussichtspunkt aus sahen wir das Old Faithful Inn, den Old Faithful und das Geysirfeld, aber auch die dunklen Wolken, die es sehr bald regnen liessen. Unter einem Baum warteten wir ab, bis es nur noch nieselte. Waren heute Morgen schon sehr wenige Leute um den Old Faithful, gab es hier oben ausser uns niemanden. Wir genossen die Ruhe im Wald, spazierten fröhlich drauf los und plötzlich lichtete sich der Wald vor uns und unvermittelt standen wir vor einem traumhaft schönen kleinen See. Der Solitary Geyser liegt, einem Namen entsprechend, wirklich sehr abgelegen auf einem Hügel und keine fusskranken Amerikaner oder Chinesen plapperten die Idylle tot. Es war ein Traum, dieses Naturwunder in aller Stille, wenn auch im Nieselregen, bewundern zu dürfen. Von allen schönen Farben im Nationalpark waren diese hier am leuchtendsten. Orange und Blau. Ein herrlicher Kontrast.



Solitary Geyser



Punchbowl Spring

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Ursprünglich war der Solitary Geyser nur eine heisse Quelle mit ruhigem Wasser. Nachdem Wasser für einen Swimmingpool aus der Quelle abgelassen wurde, war das empfindliche Gleichgewicht gestört und die heisse Quelle verwandelte sich in einen Geysir. Nachdem der Wasserklau beendet wurde, stabilisierte sich zwar der Wasserspiegel wieder, aber die Eruptionen dauern bis heute an. An diesem Beispiel wird verdeutlicht, wie fragil manchmal die Gleichgewichte in einem System heisser Quellen sein können.



Firehole River



Der Strich durch die Rechnung

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Durch das Thermalfeld des Old Faithful fliesst der Firehole River. Selbst an seinen Ufern befinden sich viele heisse Quellen. Der Fluss fliesst nach Norden und ergiesst sich schliesslich in den Yellowstone River, der wiederum in den Missouri fliesst. Nur wenige Kilometer südlich von hier verläuft die kontinentale Wasserscheide. Durch die dramatischen geologischen Verschiebungen des Yellowstone-Vulkans verläuft die Wasserscheide im Zickzackkurs durch den Park. Südlich von hier fliessen die kleinen Flüsse in den Snake River, der wiederum in den Columbia fliesst.
Heute hatten wir Pech mit dem Wetter. Warteten wir im Wald schon das Ende eines Schauers ab, drohten jetzt noch dunklere Wolken mit dem nächsten Schauer. Wir brachen unseren Spaziergang zwischen den heissen Quellen ab und flüchteten ins nächstgelegene Café, nicht ohne dass wir noch ordentlich nass wurden. Im Café angekommen, stellten wir fest, dass der Regen draussen gerade in Schnee überging. Da schmeckte der Kaffee doppelt gut.



namenlose heisse Quelle



Excelsior Geyser

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Vor dem Midway Geyser Basin versammelte sich plötzlich halb China vor den Parkplätzen. Wir mussten auf der Strasse warten, bis ein Parkplatz für uns frei wurde. Um den Old Faithful herum hatten wir noch Glück, weil wir um 7 Uhr morgens bereits dort waren. Jetzt, am späten Vormittag, fuhren so viele Busse vor dieses Geysirareal, dass man für einen Parkplatz eine Nummer ziehen musste. Ich wollte aber nicht klein beigeben, denn die Grand Prismatic Spring, die ich unbedingt einmal im Leben sehen wollte, war hier in diesem Feld, also Augen zu und durch.



Grand Prismatic Spring



Abfluss

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Ihr könnt Euch meine Enttäuschung nicht vorstellen! Obwohl ich mich an Massen von lauten, unhöflichen und teilweise rüpelhaften chinesischen Touristen entlangdrängte, war weder vom Excelsior Geyser noch von der Grand Prismatic Spring viel zu sehen. Nicht etwa die Chinesen, sondern starke Wasserdampfentwicklung aufgrund der kühlen Witterung verhinderte den Genuss.
Der Excelsior Geyser (wenn man ihn sieht) lässt zwischen 15000 und 17000 Liter 93°C heisses Wasser PRO MINUTE direkt in den Firehole River laufen. Im späten 19. Jahrhundert war der Geysir sehr aktiv, mit Ausbrüchen über 30 Meter Höhe, vereinzelt sogar bis 91 Meter Höhe. Es wird angenommen, dass diese heftigen Ausbrüche das Hohlraumsystem unter dem Geysir angegriffen haben und er deswegen heute einfach nur relativ ruhig überläuft.
Die Grand Prismatic Spring ist DAS riesige, bunte Auge des Yellowstone Nationalparks. Eine exzellente Sicht auf dieses Objekt gibt es natürlich nur aus der Vogelperspektive und natürlich nur bei wärmerem Wetter. Ich sah überwiegend Nebel, obwohl ich nur wenige Meter vom Ufer der Quelle entfernt stand.



touristischer Müll

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Die Grand Prismatic Spring ist die grösste heisse Quelle der U.S.A. und die drittgrösste heisse Quelle weltweit. Die lebendigen Farben der Quelle (wenn man sie sieht) sind das Ergebnis von Bakterien, die am Rand der mineralreichen Quelle leben. Die Bakterien produzieren Farben von Grün bis Rot, die Intensität der Farbe hängt dabei ab vom Verhältnis zwischen Chlorophyll und Carotinoiden, sowie vom Temperaturgradienten im Abfluss der Quelle. Im Sommer sind die Bakterienmatten eher orange und rot, im Winter eher grünlich. Das Zentrum des Pools ist jedoch immer tiefblau und steril wegen der grossen Hitze.



Fountain Paint Pot

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Fountain Paint Pot ist einer der vielen Schlammtöpfe im Park. Die Konsistenz des Schlamms variiert mit den Jahreszeiten. Durch Regen und Schmelzwasser wird er Schlamm im Winter und Frühjahr meist dünn, im Spätsommer dann sehr zäh. Der Schlamm besteht aus Lehm und feinen Silikaten. Der Felsen unter dem Schlammtopf ist Rhyolit, der hauptsächlich aus Quarz und Feldspat besteht. Säurehaltige Dämpfe wandeln den Feldspat um in ein lehmiges Material namens Kaolinit.



Red Spouter

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Am 17. August 1959 erschütterte das in die Geschichte eingegengene Hebgen Lake Erdbeben das Gebiet des Yellowstone Nationalparks. Die Stärke des Bebens wird mit 7,8 auf der Richter-Skala angegeben. Damals starben in dieser dünn besiedelten Gegend mindestens 28 Menschen. Im Yellowstone Nationalparks änderte das Beben die Aktivitäten vieler heisser Quellen und Geysire.
Red Spouter existierte vor dem Hebgen Lake Erdbeben nicht. Je nach Jahreszeit ist Red Spouter mal Fumarole, mal heisse Quelle und mal Schlammtopf. Mit den Jahreszeiten ändert sich die Menge des verfügbaren Wassers und so war die Quelle bei meiner Anwesenheit ein dünnflüssiger Schlammtopf.



Clepsydra Geyser

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Clepsydra Geyser wurde nach dem griechischen Wort für "Wasseruhr" benannt. Vor dem Hebgen Lake Erdbeben im Jahr 1959 brach der Geysir regelmässig alle 3 Minuten aus. Seit dem Beben speit er fast ununterbrochen Wasser und den entstehenden Dampf kann man im ganzen Lower Geyser Basin sehen.
Fountain Geyser sieht wie ein friedlicher blauer See aus, bevor er ohne Vorwarnung ausbricht. Leider sah ich keine Eruption, aber wenn eine stattfindet, schiesst das Wasser bis zu mehr als 20 Minuten lang bis zu 15 Meter in die Höhe. Die Ausbrüche hier finden nur sehr unregelmässig statt.



Fountain Geyser



Lodgepole Pines

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Die Lodgepole Pine (Küstenkiefer, Pinus contorta) besiedelt ein grosses Gebiet im amerikanischen Westen. Sie ist häufig an der Küste und häufig im Gebirge, aber selten in den Regenwäldern des Tieflands. Diese toten Küstenkiefern sind Pioniere, die nicht überlebt haben. Die Bäume können sich normalerweise in dünner neuer Erde halten und reichern zwischen ihren Wurzeln durch Recycling von organischen Materialien mehr Erde an. Mit der Zeit hätte dieser wachsende Humusboden einen ganzen Wald ernähren können, aber die heissen Quellen in der Nähe fingen an zu wandern und ertränkten die Bäume. Werden hier jemals wieder Küstenkiefern wachsen? Vielleicht. Irgendwann.



Gibbon Falls



bunte Lebensgemeinschaften

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Die Gibbon Falls sind ein 26 Meter hoher Wasserfall, der heute direkt an der Strasse liegt. Die Fälle wurden von William Henry Jackson während der zweiten Hayden-Expedition 1872 erstmals beschrieben. Es gibt keine historische Aufzeichnung, wie der Wasserfall zu seinem Namen gekommen ist, aber Mitte der 1880er Jahre war der Name auf allen offiziellen Dokumenten schon geläufig.
1883 beschrieb Henry J. Winser die Gibbon Falls in seinem Buch "The Yellowstone National Park - A Manual for Tourists" folgendermassen: "Die Gibbon-Fälle liegen 4 Meilen vom Eingang des Canyons entfernt und können auf einem rechts der Strasse gelegenen Pfad erreicht werden. Der Abstieg ist zwar steil, aber der robuste Tourist wird die Strapazen seiner Muskeln nicht bereuen, nachdem er diese grossartigen Wasserfälle gesehen hat. Das Wasser fällt wie ein schäumendes Bettlaken über die Kante und gibt ein reizvolles Bild voller Leben und Kraft ab, welches in bemerkenswertem Kontrast zu den trostlosen Felsen und düsteren Kiefern steht."



Orgie in Pastell



Sinfonie in Milchblau

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Der Parkplatz zu den Artists' Paintpots ist für Busse gesperrt - ein dickes Plus für uns. Es bedeutet, nicht von Massen chinesischer Touristen angerempelt zu werden. Da die Artists' Paintpots, ein Areal von heissen Quellen und Schlammtöpfen, über den Abhang eines steilen Hügels verteilt sind, vermuteten wir auch nicht zu viele andere Menschen. Genauso war es dann auch. Auf dem steilen Pfad trafen wir lediglich eine handvoll anderer Touristen, die diese Sehenswürdigkeiten abseits des Mainstreams auch zu schätzen wussten. Immer öfter fielen uns diese Extreme im Park auf. Es gab einige wenige Brennpunkte, wo sich scheinbar ALLE Menschen im Park durchzwängten, andere Gebiete - vor allem die, zu denen man mehr als 100 Meter laufen muss - waren nahezu menschenleer.



Artists' Paintpots

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Der hölzerne Steg zu den Artists' Paintpots überquert zunächst eine kurze Ebene mit Buschwerk und toten Kiefern, Überbleibsel des grossen Feuers von 1988, bevor der Weg ansteigt und ringförmig die Quellen am Abhang des Hügels abgreift. Es gibt kleine, vor sich hinköchelnde milchigblaue Pfützen, die von rötlichen Schwefelablagerungen umringt sind und einige Dampfquellen zwischen jungen Kiefern. Rinnsale von dampfendem Wasser fliessen den Hang hinab und werden sich irgendwo in den Gibbon River ergiessen und die Wasserfälle hinunterstürzen, die wir vor einigen Minuten besucht hatten.



Der Blubb



Blood Geyser

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Auf dem steilen Abschnitt des Wegs nach oben läuft man an einigen heissen Quellen vorbei und oben auf dem Berg gibt es einen grossen, blubbernden Schlammkochtopf, von dessen Rändern man eine gute Aussicht über das ganze Tal bekommt. Die Sicht geht weit über Wälder und nahegelegene Berge. Friedlich lag dieses Tal vor uns, unten auf den Lichtungen waren verschiedenfarbige Pfützen und kleine Seen zu sehen und der Pfad zwischen den abgestorbenen Kiefern konnte auch ein Stück weit verfolgt werden. Der Schlammkochtopf war trotz seiner wenig einladenden grauen Farbe sehr unterhaltend. Immer wieder entstanden unterschiedlich grosse, zähe Blasen, die mit einem mehr oder weniger lauten "blubb" zerplatzten. Manchmal spritzte der Schlamm meterhoch. Ich musste einige Zeit darüber nachdenken, warum mich die Situation an SPINAT erinnerte...



Auf dem absteigenden Abschnitt des Pfades liegen wieder einige kleinere Quellen und der beeindruckende Blood Geyser, der seinem Namen alle Ehre macht. Der Abfluss dieses knallroten Geysirs sieht aus wie das blutgefüllte Rinnsal nach einem Schwerverbrechen. Es gibt auch an der Strasse einen grösseren Blood Geyser, aber wir besuchten ihn nicht, da er sehr überlaufen schien.



Hellroaring Creek Trail

Balsamroot

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Es war ein kalter Morgen. Das Wasser in den Pfützen um unsere Hütte herum war gefroren. Das Wetter schien trocken, daher freuten wir uns auf unsere längste Wanderung im Yellowstone-Gebiet. Ich drehte mich im Bett, um schwungvoll aufzustehen. Da passierte es. Ein scharfer Schmerz schoss in meinen unteren Rücken. Meine letzte Zwischenwirbelscheibe zwischen Wirbelsäule und Kreuzbein hatte sich seit langer Zeit mal wieder auf Wanderschaft gemacht. Ausgerechnet heute!



Wandervergnügen



Naturidyll

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Während des Frühstücks machte ich einen Schlachtplan. Ich teilte meinem Reisegefährten mit, dass ich unbedingt diese Wanderung machen wollte, aber womöglich nur langsam laufen konnte. Zum Kaffee nahm ich eine kriminell hohe Dosis Schmerzmittel und plante das zu tun, was die meisten Orthopäden empfehlen: bewegen, bewegen und nochmals bewegen, aber ja keine Stauchungen der Wirbelsäule riskieren. Unter diesen bösen Vorzeichen fing mein letzter Tag in Yellowstone an.



Stay or go ?



Bluebells

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Wir fuhren zum Wanderparkplatz des Hellroaring Creek Trail und mein erster Eindruck war: es geht erst mal steil bergab. Na toll, dachte ich, soviel zum Thema "keine Stauchungen der Wirbelsäule". Aber wir wanderten los, wenn auch erst mal sehr vorsichtig. Steil wand sich der Pfad eine Blumenwiese hinab. Es war, als ob sich alle Frühlingsblumen des Parks hier versammelt hätten. Arrowleaf Balsamroot mit ihren schönen gelben Blüten dominierte die Wiese, aber man sah auch Bell Flower, Shooting Stars, Penstemon und Phlox. Unten in der Schlucht führte eine Hängebrücke über den Yellowstone River. Die Schlucht wird hier "Black Canyon des Yellowstone" genannt.



Weideglück



I'm an American Coot !

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Auf der anderen Seite der Brücke ging es langsam, aber beständig bergauf. Ein kleines Wäldchen und eine kleine pittoreske Schlucht waren zu durchqueren, dann erreichten wir eine Graslandschaft, die sich geradeaus bis zum nächsten kleinen Seitenfluss, dem Hellroaring Creek, hinzog. Links dehnte sich das Grasland aus bis an die Schlucht des Yellowstone und rechts fand diese Wiese kein Ende: viele Kilometer zog sich das Gras bergauf bis an den Waldrand; diese Gegend wird auch Buffalo Plateau genannt, weil hier Bisons besonders gerne grasen.



Berghüttensänger

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Auf der Wiese teilt sich der Pfad. Ein Ast führt an den Hellroaring Creek (und zurück), der andere führt hinauf aufs Buffalo Plateau, scheinbar ohne Ende. Wir nahmen zunächst den kurzen Stich zum Hellroaring Creek und zurück, etwa 4km, dann wanderten wir stundenlang in Richtung Buffalo Plateau, bis wir beschlossen es sei genug. Mein Rücken hielt sich zu meiner Überraschung erstaunlich gut und so konnten wir die Landschaft geniessen, fanden unterwegs abgestossene Hirschgeweihe und sahen, wenn auch aus grosser Ferne, zwei Kojoten über das Plateau streifen. In der Ferne standen die schneebedeckten Berge und immer wieder zogen dunkel drohende Schneeschauer über das Land. Zu unserem grossen Glück verfehlten die Schauer uns, ab und zu kam sogar die Sonne heraus und wärmte uns ein wenig. Weiter oben am Berghang grasten einige Bisons, zu denen wir einen Sicherheitsabstand hielten.



Hellroaring Creek and Buffalo Plateau Trail



Grand Teton Nationalpark

Abreisetag aus Yellowstone

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Die Nacht war lausig kalt und am frühen Morgen kam der Schock: selbst die niedrigeren Berge um uns herum waren zugeschneit! Wir verliessen unsere Hütte kurz nach 6 Uhr und fuhren Richtung Süden. Zunächst mussten wir über einen niedrigen Pass und schon beim Anstieg zur Passhöhe lag Schnee auf der Strasse. Nach dem Pass erlebten wir eine Überraschung: es lag kein Schnee auf der Strasse, sondern ein dicker Eispanzer! Eine Stunde fuhren wir teilweise im Schritttempo, bis die Strasse allmählich besser wurde. Es wehte ein eisiger Wind und zwischen Graupelschauern kam immer wieder die Sonne heraus. Am Südausgang des Yellowstone Nationalparks war dann sogar die Strasse trocken.



Grand Tetons in the mist



Ruffed grouse

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Erster Halt nach Yellowstone war Signal Hill, den wir auf einer 6 Meilen langen Wanderung erklommen. Auf den oberen Abschnitten des Weges lichtete sich der Wald ab und zu und gab phänomenale Aussichten auf die Kette der Grand Tetons frei. Im lichten Gelände stolperten wir auch fast über ein Kragenhuhn (Ruffed Grouse). Wir schafften es ohne weiteres bis auf den Gipfel und machten dort im Aprilwetter ein ausgiebiges Picknick. Wir genossen wärmende Sonne, froren im Wind und hofften in einem Graupelschauer auf Besserung.



Rocky Mountains at their best

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Die Nordwestecke von Wyoming, das Greater Yellowstone Ecosystem, liessen wir hinter uns und nachdem wir im südlichen Teil des Yellowstone Nationalparks die kontinentale Wasserscheide überquerten, fuhren wir nun entlang des Snake Rivers zunächst nach Süden und dann nach Westen. Das südliche Idaho war unser Ziel, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.



64km-Panorama


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Kommentare

  • Blula

    Lieber ULI !
    Auch ich gehöre, und da schäme ich mich gar nicht, zu jenen, die zu den Begriffen Coulee und Cataldo nichts, aber auch gar nichts zu sagen wüssten. In meinem Speicher gibt es nur die Caldera. Aber nun kommst Du mit diesem Bericht über eine dermaßen interessante Tour durch den Nordwesten der USA, die so wahrscheinlich auch noch niemand unternommen hat. Ich bin nicht nur begeistert von all den Highlights jeglicher Art, sondern auch von Weise, wie Du sie uns hier näherbringst... mit allen nur möglichen Hintergründen, geschichtlichen sowie geologischen Fakten und natürlich auch den ganz persönlichen Eindrücken.
    ULI, Du bist auf dieser Grand Tour auch technischen Meisterleistungen begegnet und ich behaupte, Dein Bericht hier ist ebenfalls eine Meisterleistung. Die Mühe, die ja bereits mit der ausgezeichneten Beschreibung aller Deiner Fotografien begann, hat sich wahrhaftig gelohnt. Ich kann nur DANKE sagen.
    LG Ursula

  • u18y9s26

    Lieber Uli,
    großartige Bilder zu brodelnder Erde stellst du deinem Bericht zur Seite, den ich mir auf den Merkzettel zum Lesen gesetzt habe für eine ruhige Stunde. Vielleicht hast du den Reiseführer für unsere nächste Reise geschrieben. Dieser Teil der Erde ist von uns noch unentdeckt und auf der Wunschliste für die Zukunft.
    LG Ursula

  • Ginkgo

    Es sind sehr schöne Bilder dabei, weshalb ich auch Lust habe den Nationalpark zu besuchen. Danke für den Bericht.
    LG Ginkgo

  • astrid

    Das Warten hat sich gelohnt! Was für ein umfangreicher informativer Bericht gespickt mit Sehnsuchtsfotos, einfach schön! LG Astrid

  • bezi

    Ich habe hier selten einen so lehrreichen Reisebericht gelesen. Obwohl ich wahrscheinlich niemals dorthin kommen werde, hat mich diese Route total interessiert. Du hast hier eine Menge Arbeit reingesteckt und eigentlich verdienst du hier noch viel mehr als fünf Punkte. Außerdem hattest du ja auch schon deine Fotos alle schon so gut erklärt. So ein Bericht sollte unbedingt auch von der Redaktion empfohlen werden. Vielen Dank!
    LG Claudia

  • Chrissi

    Ich habe deinen Bericht richtig studiert und bin ebenfalls total beeindruckt von all dem, was du hier für uns an Sehens- und Wissenswertem während dieser Reise zusammengetragen hast. Vielen Dank auch für die vielen guten Fotografien dazu.
    LG Christel

  • Anamcara

    Hi Uli,
    endlich hab ich mir die Zeit genommen, Deinen Bericht, der ja fast ein Taschenbuch ist, zu lesen!
    Kein Wunder, dass Du dafür sehr lange gebraucht hast, er hat ja schon ein wenig das Zeug zur Doktorarbeit!
    Sehr informativ und einladend bebildert, das muss eine tolle Reise gewesen sein.
    Bis demnächst in Tübingen,

    ganz liebe Grüße

    Marianne

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  • matulr

    Hallo liebe Leute,
    ich danke Euch allen für die vielen, vielen guten Bewertungen und wohlwollenden bis begeisterten Kommentare!
    Ja, es ist tatsächlich eine Höllenarbeit, einen solchen Reisebericht zu erstellen, aber ich kann durch diese Arbeit eine unvergessliche Reise nochmal durchleben und sie durch zusätzliche Recherchen sozusagen abrunden. Dieser Bericht ist der zweite in einer Reihe von 3 Berichten (der erste war über Hawai'i). Ich teilte diesen Urlaub in 3 Teile, weil sonst überhaupt niemand mehr einen einzigen Text gelesen hätte wegen der erschlagenden Fülle an Informationen. Ich sehe auch, dass dieser Bericht hart an der Schmerzgrenze für einige Leser gewesen sein muss.
    Der nächste und letzte Bericht dieser Reihe trägt den Arbeitstitel "Moon, Malheur & Minidoka". Er wird wohl kaum kürzer werden als dieser Bericht hier und ich hoffe inständig, dass ich es schaffe, ihn vor meinem nächsten Urlaub (Ende Juni 2018) fertigzustellen. Neugierig geworden? Dann veröffentliche ich gleich schon mal ein Bild vorab... ;-)
    An Claudia: danke Dir für den Tipp an die Redaktion! Der Bericht erscheint am Freitag 26. Januar 2018 auf der Startleiste! :-)))
    Herzliche Grüsse,
    ULI

  • ursuvo

    Jetzt habe ich mir endlich auch die Zeit für Deinen wieder so interessanten und s e h r gut geschriebenen Bericht genommen - es hat sich gelohnt.
    Deine "Schreibe", die Infos und die Bilder - das war einfach Spitze!!!!!
    Der "technische Teil" ist besonders für meinen Mann interessant - der Rest des Berichts aber auch - ich werde ihn gleich "weitergeben" und bin sicher, dass er ihn genau so gut findet wie Deine bisherigen Leser!
    Ich freu' mich jedenfalls schon auf Deinen nächsten Bericht:-)))))
    Und wenn man hier mehr "Kameras" verteilen könnte - ich wäre dabei.
    Herzliche Grüße - Ursula

  • tumtrah

    Lieber Uli,.
    was für ein faszinierender Bericht ist dir da wieder - ich denke an Galápagos - gelungen! Nicht nur weil ich zeitlich auch anderweitig eingespannt war, habe ich den Bericht - was nötig ist - voll konzentriert in zwei Schüben gelesen. Dabei habe ich mich immer wieder gefragt, ist der Uli nun am Anatomischen Institut in Tübingen oder dem Geologischen beschäftigt? Wie du die geologischen Zusammenhänge und Erscheinungen beschreibst, kann nicht nur gegoogelt und/oder angelesen sein, man merkt, wie du mit der Materie "freihändig spielst". Manchmal wünschte ich mir beim Lesen, dass es dir auch einmal vergönnt sein möge, das Dallol Thermalfeld in der Danakilwüste besuchen zu können. Das wäre was für dich!!
    Ich selbst war 2003 im Yellowstone NP auf einer Selbstfahrerreise durch die Nationalparks des Westens. Erst jetzt habe ich erfahren, was mir alles verborgen geblieben und dadurch entgangen ist. Meine Erinnerungen an den Yellowstone sind leider eher davon geprägt, dass ich stundenlang durch verbrannte Wälder fuhr. Die in den Himmel ragenden schwarzen Baumruinen - quadratkilometerweise! - legten sich schwer auf mein Gemüt. Dein Bericht hat mich darin bestärkt, den Park unbedingt noch einmal aufzusuchen. Vielen Dank dafür!
    LG Hartmut

  • Wilfried_S.

    Hallo Uli,
    da ich ja immer wieder einmal eines Deiner großartigen Bilder, die dann in diesem Bericht verwendet wurden, gesehen hatte, habe ich heute eine mehrstündige Reise mit dem Zug genutzt, um auch diesen herausragenden Bericht zu lesen.
    Zunächst hatte der Bericht wegen des Yellowstone NP, den wir vor Jahren auch - aber wohl leider VIEL zu kurz - besucht hatten, mein Interesse geweckt. Ich wurde dann aber sofort gefangen genommen von Deiner eindrucksvollen Schilderung des Grand Coulee Dams und konnte den Bericht nicht mehr beiseite legen ohne ihn bis zum Ende geradezu zu verschlingen.
    Über die Qualität Deiner Bilder lässt sich ja kaum streiten, fasziniert hat mich vor allem aber auch Deine Beschreibung mit unzähligen Hintergrundinformationen. Und ganz nebenbei ist dieser Bericht auch so gut (und fehlerlos) geschrieben, dass es einfach ein Vergnügen ist, ihn zu lesen.
    Danke + LG Wilfried
    PS: Noch etwas zum Wetter. Schneefall im NP kann man als Pech oder auch als Glück betrachten. Wr hatten das große Glück, Ende Mai 2010 den Bryce Canyon mit seinen prächtig gefärbten Felsformationen mit Neuschnee zu erleben. Es gibt bei der RC auch "ein paar" Bilder davon :-))

  • widix

    Lieber Uli,
    danke für diesen informativen und tollen Bericht. Geologie hat mich ja schon immer interessiert und so war es für mich sehr fesselnd, die vielen Details über Deine Reise und die spannenden Hintergründe zu erfahren. Das gilt natürlich auch für alle anderen Beschreibungen. Im Yellowstone NP war ich vor sehr vielen Jahren, damals noch als Jugendliche mit meinen Eltern und durch Deine wunderschönen Bilder sind viele herrliche Erinnerungen wiedergekommen. Danke dafür! Die Unvernunft einiger Touristen, die Du beschrieben hast, habe ich auch schon öfters erlebt. Bei uns haben Japaner in Kanada sich einem Grizzly für ein Selfie genähert.....Schade, dass Du mit dem Wetter etwas Pech gehabt hast, trotzdem sind viele fanastische Bilder dabei herausgekommen. Ich freue mich auf Deinen nächsten Reisebericht :-).
    Liebe Grüße
    Sabine

  • u18y9s26

    Es war ein Genuss, den Bericht in Ruhe zuende zu lesen. Eine Erkenntnis hat sich bei mir beim Lesen breit gemacht. Yellowstone-Teton bietet genug für einen Urlaub. Lieber intensiv wie du, als wie die Chinesen, die wir in China auch sehr liebenswert kennengelernt haben. Nur etwa 3 Millionen der riesigen chinesischen Bevölkerung bereisen das außerchinesische Ausland und andere Kontinente. 50% aller Reisenden bleiben als Touristen im Inland und drängeln sich wegen der Massen dort vor den Sehenswürdigkeiten. LG Ursula

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  • matulr

    Nochmals danke an alle Kommentatoren! Das spornt mich an, den nächsten Bericht in Angriff zu nehmen. Der Einstieg ist oftmals der schwierigste Teil. Wenn es mal läuft, dann läuft es. Der letzte Teil dieser "Trilogie" wird von der Rückreise von Yellowstone an die Küste handeln. Eine Reise kreuz und quer durch die abgelegensten Winkel von Idaho und Oregon. Geologie wird dabei, lieber Hartmut, wieder eine wichtige Rolle spielen, aber es wird auch Einblicke in die amerikanische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts geben. Ein bedrückendes Highlight wird der Besuch eines amerikanischen Konzentrationslagers aus dem 2. Weltkrieg. Es gab im Krieg 11 Konzentrationslager auf dem Boden der U.S.A., aber nur ein einziges Aufnahmelager für Kriegsflüchtlinge aus Europa.
    Kurzer Nachtrag zu Yellowstone: ich wünschte, ich hätte viel mehr Zeit dort verbringen können! Es gibt mehrere hundert Kilometer herrlichste Wanderwege von 1,6 bis 34km Länge...
    LG ULI

  • Krosby01

    Ich denke, ich bin der Letzte, der den zweiten Teil des Vulkanologie-von-Amerika Berichts fertig las: Hawaii-Yellowstone-Paulina. Wartete ich zu lange? Nein, denn meine Erfahrung bewies das alte Sprichwort: Was lange währt, wird endlich gut.

  • Zeitreisende

    Lieber Uli,
    vielen Dank für Deinen Bericht: sehr informativ, sehr kurzweilig und sehr schön geschrieben. Ich habe viel gelernt und bin auch von den Fotos sehr begeistert. Der Yellowstone NP ist in meinen Augen etwas ganz Besonderes und ich habe schon viel darüber gelesen- aber von einigen Details, die Du sehr anschaulich und spannend beschrieben hast, hatte ich noch nie gehört. Ich fürchte, nun hat mich das Fernweh nach meinem Lieblingspark gepackt. Liebe Grüße aus Köln, Dani

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Coulee, Cataldo & Caldera 5.00 16

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