Da, wo die Sonne nicht mehr scheint.

Reisebericht

Da, wo die Sonne nicht mehr scheint.

Über Sassnitz



Abreise in Richtung Norden

Da wir nicht in der Nähe von internationalen Flughäfen wohnen, wagten wir uns dieses Mal mit unserem selbst genähten Wasserstoffballon auf die Reise. Ist auch viel umweltfreundlicher. Auf dem Dach von unserem Wohnblock warteten wir auf starken Südwind. Anfang Dezember war es so weit, die Reise begann.



Tromsö



Ankunft in Tromsö

Nach ein paar Tagen Flug mit unserem Gerät, landeten wir wohlbehalten in einer der größten Städte des Nordens. Wir hatten uns auf Kälte eingestellt, aber es gab Tauwetter und Nieselregen. Wir packten unseren Ballon zusammen und checkten im Thon-Hotel ein. In der Stadt begegneten uns abends viele betrunkene junge Leute. Na ja, eine Universitätsstadt eben!
Wir gingen schön essen, Kebab in Alufolie für 14 Euro pro Person. Am nächsten Tag holten wir unseren Mietwagen ab. Von AVIS, nur ein paar Meter vom Hotel entfernt. Ab ging´s nach Kilpisjärvi.



Keine Bildinformationen verfügbar


In Kilpisjärvi

Vom Tromsö nach Kilpisjärvi sind es ca. 165km. Die Wärme des Golfstromes verlor langsam seine Wirkung, die Temperatur fiel rapid. Da die Sonne in der Gegend nicht mehr zu sehen ist, war es ständig etwas halbdunkel. Ließ sich aber aushalten, keine Spur von Depression. Wir übernachteten im Tundra-Resort, zum Abendessen gab es ein 3-Gänge Menü: Lachssuppe, Rentiersteak und spezieller Käse mit Moltebeeren. Ca. 48 Euro p.P. Perfekt!



Nordfinnland



Fahrt nach Enontekiö

Nun waren wir von eisiger Kälte umgeben, die Temperaturen schwankten um -15 bis -28 Grad. Wir zogen uns lange Unterhosen an und dicke Pullover. Darüber kam noch ein winddichter Segleranzug. So konnte man es gut aushalten. Unsere Wanderungen gingen etwa so 3-4 Stunden. In Finnland sind die Preise nicht so sehr hoch wie in Norwegen, so leisteten wir uns auch mal eine Tafel Schokolade um die verbrauchten Energievorräte auszugleichen. In Norwegen kostet so etwas mehr als 6 Euro. In Enontekiö blieben wir zwei Tage um die gebuchten Nordlichter zu beobachten.



Ein wenig Sonne



Verzaubert!

Trotz der eisigen Kälte wurden wir von der Gegend verzaubert! Der Tag dauerte nur ein paar Minuten und seltsames Licht war zu sehen. Man sagte uns, es sei das dunkle Licht. So ein rötlicher Schimmer im Norden, wie Krapplack etwa. Jedenfalls nicht Richtung Sonnenaufgang. Wie im Märchen.



Polarlicht in Enontekiö



Mit Begleitung des Mondes

Nach zwei Tagen, wir konnten ja schon gar nicht mehr schlafen wegen dem Polarlicht-Geflacker, fuhren wir nach Kautokeino. Den ganzen Weg wurden wir vom Mond begleitet, ist bewußtseinsverändernd! Schön! Ca. 80km.



Rentier



Rentiere

Rentiere sind schon ein seltsames Völkchen! Die halten die Kälte aus und finden auch noch genug zum Fressen! Respekt!
Wir Menschen bilden uns immer ein, die Krone der Schöpfung zu sein, tja, irgendwie Quatsch!



Silberschmiede in Kautokeino



Bewußsein

Leider hat dieses Licht auch das Bewußsein meiner lieben Gattin verändert! In einer Silberschmiede in Kautokeino, der nördlichsten Norwegens, wollte sie nun unbedingt ein Armreif wie die Göttin Freja haben. Ich habe mich nicht lumpen lassen, Augen verdreh!
In Skandinavien ist die Kreditkarte das absolut wichtigste Dokument!



Straße nach Alta



Fahrt nach Alta

Die 130 km nach Alta waren die kältesten Kilometer meines Lebens, kälter als im Gefrierfach! Aber schön, im warmen Auto. In Kautokeino ist uns aufgefallen, daß es in den besonders kalten Gegenden total nach Abgasen stinkt, nach verbranntem Holz und Diesel. Kann wohl irgendwie nicht nach oben weg.



Alta



Suche nach dem Hafen

Nach dem Einchecken im Scandic-Hotel, machten wir uns auf den Weg um den Hafen zu finden. Ein paar Anleger und ein Baustelle haben wir gefunden, aber einen richtigen schönen Hafen nicht. Die Temperatur war nun schon fast wie zu Haus, ca. -5 Grad. Der Golfstrom lässt die Gewässer dort nie zufrieren!



Safety im Museum



Sicher ist sicher!

Auf unserem Weg nach Uloya, besuchten wir noch Altas Museum. Leider war die Ausstellung nicht ganz zu sehen, aber trotzdem ganz schön. Die Samen haben unsere größte Hochachtung, so ein Leben in der kargen Welt! Gleichzeitig scheint das Museum aber auch ein Schutzraum gegen Ausserirdische Angriffe zu sein, denn allein unser Rucksack im Safe dürfte die schweren Türen und die Dekontaminations-Duschen nicht rechtfertigen.



Verschneite Straße



Überfahrt vo Alta nach Uloya

Weiter ging unsere Reise von Alta nach Uloya, einer Insel in Fjord. Dort in der Arctic Panorama Lodge, verweilten wir zwei Tage. Wir fühlen uns dort wie auf einem Familienfest, direkt mitten unter Einheimischen im Wohnzimmer. Es gab Super Essen, so richtig norwegisch. Die ganze Palette. Stockfisch und Lutefisch z.B. , hatten wir noch nie verspeist!
Das Wetter war sehr stürmisch, leider hatte ich mein Surfkram nicht dabei. So gingen wir wandern. Der Wind ließ uns aber nicht die Gipfel erreichen.



Auf Uloya



Zurück nach Tromsö

Der Wind hatte sich gelegt, wir verließen Uloya. Um nach Tromsö zu kommen benutzten wir 3 Fähren, so sparten wir viele, viele Kilometer. Alles easy, keine Probleme. Wir sahen immer wieder Segelyachten in den kleinen Häfen, komischer Anblick im Winter. Aber eigentlich auch verständlich, die Wassertemperatur ist im Sommer gar nicht so viel anders.



Polarlicht überTromsö



Vorbereitungen für den Rückflug

In Tromsö verweilten wir noch zwei Tage und warteten auf günstiges Flugwetter. Wir brauchten ja nun Nordwind um wieder nach Sassnitz zu kommen. In der Stadt kommt keine lange Weile auf. Nur, ganz wichtig: die Kredtitkarte. Das Kunstmuseum ist aber kostenlos, obwohl die dort einen echten Munch haben( einen echten Janotta können die sich aber doch nicht leisten). Da kommt man schon auf dumme Gedanken, zumal wir ja nicht mal den Zoll passieren werden!



Fjäll



Abreise

Früh morgens ließen wir uns mit der Seilbahn auf das Hochplateau bringen, packten unseren Ballon aus und starteten. Nach 3 Tagen landeten wir in Sassnitz auf dem Dach unseres Wohnblocks, öffneten die Dachluke und waren zu Haus!


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