THAILAND - Von Bangkok nach Koh Samui

Reisebericht

THAILAND - Von Bangkok nach Koh Samui

Reisebericht: THAILAND  -  Von Bangkok nach Koh Samui

Ich war erst vor fünf Tagen in Bangkok angekommen. Aus dem deutschen Winter, Mitte Januar, aus München eingeflogen.
Vor einigen Jahren war ich schon einmal in Thailands Hauptstadt gewesen, deshalb hatte ich diesmal nur ein paar Tage Aufenthalt eingeplant, hauptsächlich zum Akklimatisieren. Damals war ich dann weiter in den Norden gereist. Dieses Mal sollte es in südlichere Regionen gehen.

Straßenverkauf

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BANGKOK: Ein Zimmer im „Thai Guest House“ in der Khao San Road hatte ich im Voraus gebucht. Es lag im zweiten Stockwerk, leider zur Straßenseite hin und es war ziemlich klein, dafür etwas schmuddelig, aber immerhin mit eigener Dusche. Das Viertel, in dem das Hostel lag, ist, sagen wir mal, sehr lebendig. Lärm und Betrieb rund um die Uhr. Nun, ganz neu waren mir der chaotische Verkehr, die mobilen Garküchen, die unzähligen kleinen Läden und die quirligen Einheimischen aber nicht. Trotzdem war es wieder anstrengend und gewöhnungsbedürftig.



Essen auf Rädern



Floating Market

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In den fünf Tagen unternahm ich ein paar Besichtigungstouren. Ein Tagesausflug führte z.B. zu dem etwa 100 Kilometer westlich von Bangkok gelegenen schwimmenden Markt von Damnoen Saduak. Die fast zweistündige Fahrt dorthin im Kleinbus mit einer indischen Familie war ziemlich anstrengend, nicht nur wegen der schwülen Hitze. Der Floating Market war dann höchst interessant. Dort bieten die Bauern der Umgebung jeden Tag ihre frischen Produkte auf vollbeladenen Booten an. Zur Mittagspause führte uns der Tourguide, eine recht hübsche und sympathische junge Dame, in ein kleines Lokal, von dessen überdachter Holzveranda man einen guten Ausblick auf den Betrieb in den Kanälen hatte.



Melonenverkäuferin



Phra Phatom Chedi

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Auf der Rückfahrt machten wir, etwa auf halbem Weg nach Bangkok, eine längere Pause in Nakhon Phatom. Dort steht der Welt höchstes buddhistisches Monument, ein 114 Meter hoher Tempel, das Phra Pathom Chedi. Während des einstündigen Stopps dort kam ich mit zwei jungen Mönchen ins Gespräch. Sie sprachen recht passabel Englisch. Als sie hörten, daß ich in der Nähe von München wohne, fragten sie mich ganz interessiert über das „Beer Festival“ (Oktoberfest) aus.



Junge Mönche



In der Palastanlage

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In Bangkok schaute ich mir den Grand Palace an, der zusammen mit der Tempelanlage Wat Phra Khaeo eine großartige Kulisse bildet, in der natürlich stets ein riesiger Andrang herrscht. Ein Besuch dort gehört eben zum touristischen Pflichtprogramm.



Königliches Pantheon



Bangkok ist ein Moloch und so war ich froh, als ich nach den fünf Tagen aus meinem Hostel auszog und mich von einem Tuk-Tuk zum Hauptbahnhof bringen ließ. Leider war das Gefährt etwas spät dran und dann war der Verkehr auch so chaotisch, daß ich den Zug um 9:25h, mit dem ich eigentlich hatte fahren wollen, nicht mehr erreichte. Jetzt mußte ich leider drei Stunden auf den nächsten warten. Ich war ziemlich müde, denn in dem Hostel hatte ich nie wirklich gut geschlafen. Zu viel Unruhe auf der Straße, die schwüle Hitze und das Bett war auch nicht gerade bequem gewesen. Nun, so hatte ich zumindest die Muße, von einem Cafe aus, mir den Betrieb im Bahnhof anzuschauen. Um 12:35h (relativ pünktlich) war aber dann endlich Abfahrt nach Hua Hin.
Ich hatte mir ein Ticket für die 1.Klasse geleistet und so hatte ich in meinem Abteil nur zwei weitere Mitreisende, ein älteres Paar aus Neuseeland. So konnte ich es mir bequem machen. Selbst bei geöffneten Fenstern war es immer noch sehr heiß. Vor allem Reisfelder gab es zu sehen, dazwischen kleine Bauerndörfer, kaum größere Ortschaften.



HUA HIN: Das ist ein Badeort am Golf von Siam, etwa 200 Kilometer südlich von Bangkok gelegen mit ca. 40.000 Einwohnern. Für die Strecke brauchte der Zug vier Stunden. Um 16:30h stieg ich in Hua Hin aus. Der Bahnhof dort ist ein bemerkenswertes Gebäude, sauber und gepflegt. Ich hatte keine Unterkunft vorab gebucht, denn ich hatte mich erst in Bangkok dazu entschlossen, hier eventuell ein paar Tage zu verbringen. In meinem Hostel hatte ich mit zwei Australiern gesprochen, die mir von dem tollen Strand und dem angenehmen Ambiente in Hua Hin vorgeschwärmt hatten. Genau das wollte ich nach dem Trubel in Bangkok. Hua Hin ist ja Thailands ältestes Seebad und seit den 1920er Jahren auch Sommerresidenz der Königsfamilie.



Hua Hin - Station



Warten auf Kundschaft

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Die Aussies hatten mir natürlich auch erzählt, wo sie übernachtet hatten und zu diesem kleinen Hotel ließ ich mich gleich nach der Ankunft von einem Rikscha-Fahrer hinbringen. Nach zehn Minuten hatten wir das Haus erreicht. „Must Room“ oder so ähnlich hieß es und es lag offensichtlich in einem Guest House Viertel, denn es waren viele Hinweisschilder für Hostels und Pensionen zu sehen. Ich bezahlte den Fahrer und ging durch einen Vorgarten zum Haus. Drinnen saß an einer Art Rezeption eine ältere Dame, die ein wenig Englisch konnte. Es war ein Montag und so war´s kein Problem, mich für drei Nächte hier einzuquartieren. An Wochenenden ginge da nichts ohne Reservierung, erklärte mir die Hausdame, denn dann kämen immer die Leute aus Bangkok.



Das Zimmer war nett, sauber und hatte Zugang zu einer kleinen Veranda und einem Garten. Ein Badezimmer gab es nur auf dem Flur, aber das war wenigstens nicht schmuddelig. Nun, 1.200 Baht (ca.30 Euro) für drei Übernachtungen, da konnte ich nicht meckern.
Ich machte mich frisch, orientierte mich ein wenig in der näheren Umgebung und spazierte dann gleich mal zum nahen Strand. Es war schön ruhig und eine frische Brise tat gut nach der verpesteten Luft in Bangkok. Mir gefiel es hier auf Anhieb.



Strand von Hua Hin

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Die folgenden drei Tage verbrachte ich hauptsächlich am Beach, mit Bummeln am Abend und viel Schlaf. Der etwa drei Kilometer lange, feinsandige Strand von Hua Hin erstreckt sich zwischen zwei felsigen Landspitzen.



Kein Touri-Strand

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Am nördlichen Ende des Strandes gibt es ein Wohn- und Hafengelände der einheimischen Fischer. Dort gab es immer was zu beobachten oder man hatte Möglichkeiten, sich aktiv mit Wassersport die Zeit zu vertreiben oder sich eine Massage zu gönnen. Ich machte Strandspaziergänge, ließ mich auch einmal durchkneten und lag aber sonst meist auf der faulen Haut.



Bahnhof Hua Hin

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Donnerstagabends checkte ich dann aus, ließ mich von einer Rikscha zum Bahnhof bringen, besorgte mir ein Ticket für den Schlafwagen, genehmigte mir ein Abendessen und wartete dann auf den Zug aus Bangkok. Der kam mit „nur“ halbstündiger Verspätung. Viel Betrieb war nicht mehr. Gegen 23:00h fuhr der Nachtexpress ab.



Ich döste im Schlafabteil dann so vor mich hin. Richtig schlafen konnte ich nicht, denn Zugluft gab´s auch bei geschlossenen Fenstern, der Waggon rumpelte ziemlich und es war generell recht laut. Drei einheimische Fahrgäste schnarchten noch dazu um die Wette. Trotzdem war ich relativ ausgeruht, als der Zug gegen 6:45h in der Früh in der Stadt Surat Thani einfuhr.



KOH SAMUI: Ich beeilte mich, vor dem Bahnhof den Bus zu erreichen, der zum Hafen fuhr, denn ich wollte schnellstmöglich zur Insel Koh Samui übersetzen. Zum Glück gab es da keine Probleme. Am Ticket Office im Hafen war schon reger Betrieb, aber nach einigem Warten konnte ich ein Rückfahrticket für die Express-Fähre kaufen und auch gleich noch an Bord gehen. Das Fährboot war dann voll besetzt mit Travellern, als es um 8:15h ablegte.
Die Insel Koh Samui (233km²) liegt etwa 35 Kilometer vom Festland entfernt im Golf von Thailand und gehört zum Samui Archipel, der aus fast 60 weiteren Inseln besteht.



Auf dem Fährboot

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Gute zwei Stunden dauerte die Überfahrt dann. Es war nicht gerade eine bequeme Tour, aber ich hatte einen Sitzplatz mittschiffs neben dem Führerhaus ergattert und konnte somit den Törn einigermaßen in Ruhe genießen. Das Boot war alt und eng und obwohl das Meer eigentlich ruhig war, schaukelte die Fähre beachtlich und immer wieder spritzte Gischt am Bug über die Bordwände. Für die Passagiere, die weiter vorne saßen, war das natürlich kein Spaß. Auch die Schaukelei vertrugen nicht alle. Eine Japanerin z.B. „fütterte schon bald nach der Abfahrt die Fische“ und sie blieb nicht die Einzige.
So gegen 10:30h legte das Boot dann im Hafen von Nathon, dem Hauptort der Insel, an einem hölzernen Steg an. Etwas Hektik kam beim Ausschiffen auf. Jeder wollte so schnell wie möglich von Bord. Ich hatte es nicht so eilig.



Da ich auch für Koh Samui keine Unterkunft vorab gebucht hatte, hatte ich mich bereits auf dem Boot von einem „Werber“ überreden lassen, bei ihm für 500 Baht pro Nacht einen Bungalow zu mieten. Ein gewisses Risiko war das natürlich, aber nachdem ich von Bord gegangen war, lotste mich der Kerl gleich zu einem bereits wartenden Kleinbus. Außer mir war noch je ein Pärchen aus der Schweiz und aus Schottland dabei. Der Transfer zum OK-Village, am nördlichen Teil der Insel gelegenen Mae Nam Beach, dauerte vielleicht ein halbes Stündchen und man bekam schon einen ersten Eindruck von der Landschaft. Die holprige Straße führte hauptsächlich durch Palmplantagen und grüne Reisfelder.



Strand-Bungalow

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Das OK-Village war eine Ansammlung von etwa einem Dutzend hölzerner Bungalows, die weiträumig unter Kokospalmen verteilt waren. Zum Büro mit Rezeption gehörten auch ein einfaches Restaurant mit Veranda und ein kleiner Garten. Mir wurde dann eine der Hütten am Rande des Areals zugewiesen. Sie stand auf einer Plattform, hatte sogar eine schmale Veranda und einen kleinen Toilettenraum mit Dusche. Ein schönes Plätzchen, sauber und ruhig. Mir gefiel es auf Anhieb.



Strand-Village



Mae Nam Beach

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Zur Mittagszeit konnte ich meine Strandhütte beziehen. Endlich Klamotten wechseln und dann eine Mahlzeit im Restaurant. Danach zog es mich aber an den Strand, der nur etwa 200 Meter entfernt war. Ein richtig tropischer Traumstrand war das. Kilometerlang, sichelförmig, weißer Sand, dahinter sich im Wind wiegende Palmen.



Landgang

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Den restlichen Nachmittag verbrachte ich dort an einem schattigen Plätzchen. Viel Betrieb war nicht gerade. Ein paarmal ging ich ins lauwarme Wasser, las und einmal legte ein kleiner Fischkutter in der Nähe an. Ein paar Männer von der Besatzung schaufelten Sand in Behälter und brachten diese an Bord. Ich schwitzte schon vom Zuschauen. Einem Strandhändler kaufte ich eine frische Kokosnuss ab. Diesen Freitag ließ ich abends im Restaurant bei einem guten Dinner und einigen Bierchen ausklingen.



Fünf Tage Aufenthalt hatte ich für Koh Samui eingeplant und da wollte ich nicht nur am Strand faulenzen, sondern auch etwas von der Insel sehen. Da man im OK-Village auch Mopeds mieten konnte, war es naheliegend, daß ich diese Gelegenheit auch nutzte. Ich hatte zwar keinen Motorradführerschein, aber danach wurde auch nicht gefragt.
So erkundete ich an den folgenden Tagen hauptsächlich die verschiedenen Strände. Es machte richtig Spaß, über Land zu fahren, obwohl die Straßen meist recht holprig waren. Der Verkehr hielt sich in Grenzen und die Entfernungen waren auch nicht gerade groß.



Chaweng Beach

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Der Chaweng Beach an der Ostküste war einfach toll. So hatte ich mir einen Strand in den Tropen immer vorgestellt. Dementsprechender Betrieb herrschte dort allerdings. Kneipen, Bars, Wassersportanbieter, kein Platz für Langeweile.



Lamai Beach

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Auch der Lamai Beach war sehr gut besucht ist, obwohl er auf den ersten Blick einen sehr gemütlichen Eindruck machte, mit vielen beschaulichen Plätzen. Hinter dem fünf Kilometer langen Sandstrand ragten meterhohe Palmen in den Himmel. Wenn ich genug hatte vom Faulenzen, vergnügte ich mich im Wasser. Das Meer eignete sich dort wunderbar zum Schwimmen.



Mae Nam Beach

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Es gibt noch eine Reihe weiterer Topstrände mit entsprechender Kulisse, wie etwa den Tong Yang Beach oder den Bophut Beach. Letztendlich bevorzugte ich aber den Mae Nam Beach, einfach weil er direkt vor meinem Bungalow lag und weil dort bei weitem kein solcher Trubel herrschte.



Büffel im Reisfeld

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Auf meinen Fahrten hatte ich auch einiges von der üppigen Natur der Insel gesehen. Große Reisfelder, auf denen manchmal Wasserbüffel grasten und Kokospalmhaine. In einem dieser Haine wurde gerade Kopra, das getrocknete Kernfleisch der Kokosnüsse, hergestellt. Aus dieser Kopra wird dann das Kokosöl gewonnen.



Kopra-Herstellung



Bye-bye......

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Meine Zeit auf Koh Samui war also ziemlich ausgefüllt und verging deshalb irgendwie zu schnell. Aber die Reise war ja noch nicht zu Ende. So packte ich also frühmorgens an einem Donnerstag meinen Rucksack, beglich mit Kreditkarte meine Rechnung und verabschiedete mich von dem sehr netten und hilfsbereiten Paar, dass das OK-Village managte.



Nathon - am Hafen

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Mit einem Minibus ging es bald darauf zum Hafen von Nathon. Dort hatte ich noch Zeit zum Frühstücken, denn das Rückfahrticket hatte ich ja bereits bei der Anreise besorgt. Danach ging ich auf die Express-Fähre, die mich wieder in die Stadt Surat Thani auf dem Festland brachte. Von dort reiste ich dann weiter zur Pulau Langkawi Inselgruppe an der Nordwest-Küste von Malaysia.

Copyright by: Text und Fotos, Josef Stadler


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