Les Cirques de La Réunion

Reisebericht

Les Cirques de La Réunion

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Cirque de Mafate bei Roche Plate



Cirque de Mafate - Wildnis, abgelegene Dörfer, spektakuläres Wandergebiet

Dieser Talkessel liegt nordwestlich des Piton de Neiges. Der Name geht auf einen entflohenen Sklaven zurück, der 1751 dort wieder gefangen wurde. 1785 wurden dort erste Siedlungen gegründet.
Bis heute gibt es nur wenige hochgelegene Dörfer, sogenannte "Ilets", also Inseln der Besiedlung. Die bekanntesten sind Roche Plate auf ca 1100 m und Marla auf ca 1600 m. Die Täler sind für Besiedlung oder Erschließung ungeeignet, da sehr eng und regelmäßig überschwemmt. Zugänglich ist der Cirque de Mafate nur über wenige Pässe zu Fuß, allenfalls mit Lasttieren. Der niedrigste ist der "Col de Boeufs" vom Cirque de Salazie aus (Passhöhe 1956m). Somit sind die Bewohner überwiegend Selbstversorger. Einziger moderner Kontakt zur Außenwelt sind Helikopterflüge.
Der erste Eindruck, am Tag vor Beginn des dreitägigen Trekkings, sollte ein Blick vom Piton de Maido (2152m, Zufahrt zum Gipfel möglich) nach Roche Plate, das unmittelbar unterhalb der Steilwand ca 1000 m tiefer liegt, werden. Leider waren wir eine halbe Stunde zu spät oben, passatbedingt war schon Nebel aufgezogen.



ohne Nebel



über den "Sentier de Sans-Souci", vorbei an Îlet des Orangers nach Roche Plate

die ersten Schritte

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Nach einem kurzen Anstieg öffnet sich der Blick in den Talkessel. Der Weg, mehr oder weniger schmal, führt nun nahezu eben, vorbei an Wasserfällen und Wänden aus vulkanischen Ascheschichten, entlang des Kraterrandes in Richtung Îlet des Orangers. Nicht besonders anspruchsvoll, aber Schwindelfreiheit ist von Vorteil. Besonders, wenn man an der Abbruchkante steht und ins Tal fotographiert....Regelmäßig sieht man auch kleinere Vögel, wie den Tek-Tek, ab und zu auch größere lärmende Luftraumnutzer (Helikopter) - Bemerkung unseres Guides zu letzteren: ....endemic species. It's a male.....
Nach etwa zwei Stunden Weg beginnt der lange Abstieg, noch mäßig steil, zu einer Bachquerung. Dann ist die Eingewöhnungsphase vorbei. Noch eine Rast am Bach (Mittagsimbiß), dann geht es auf einem schmalen Steig, meist über in den Fels gehauene Treppen, aufwärts nach Roche Plate, wo wir am späten Nachmittag unser Quarter erreichen. Kaffee oder Tee wäre jetzt nett gewesen, war aber nicht möglich, da über der Feuerstelle schon der Kessel mit dem Carri für das Abendessen hängt (man fühlt sich leicht an Miraculix und das gallische Dorf erinnert). Strom gibt es nur zeitweilig , Photovoltaik und Dieselgenerator. Das Essen war dann kein Highlight, aber mit Pusch und Rhum arrangé dann doch noch erträglich. Quartier Massenlager, normaler Berghüttenstandard....



Unterm Wasserfall



Etappe 2 - von Roche Plate nach Marla

Früher Morgen

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Gleich am Morgen kann man die Wand des Maido bewundern, diesmal von unten und ohne Nebel. Nach dem Frühstück im Obst- und Gemüsegarten, Tamarillos waren gerade reif, führt der Weg zunächst, über Naturtreppen (wie auch sonst ?) ca 200 Höhenmeter aufwärts. Dort hat man einen schönen Blick zurück über Roche Plate in den Talkessel, aber auch zum Ziel für den späten Vormittag 2 Tage später: den Col du Taibit. Der Name ist kreolisch und bedeutet etwa "Paß der Ziegenhinterlassenschaften"......



Die Wand des Maido



vulkanische Bombe

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Der Pfad führt unten an der Steilwand entlang, bis am Mittag der Talgrund des "Rivière des Galets" erreicht wird. Dort liegen, neben Geschiebe aus den häufigen Überschwemmungen, auch einige mächtige vulkanische Bomben. Nach der Rast dann ein paar Stündchen das Tal entlang. Nachmittags treibt der Passat die ersten Wolken über den Kraterrand, Zeit den steilen Aufstieg nach Marla (auf 1630 m Höhe gelegen), unserem Etappenziel, unter die Stiefel zu nehmen. Das Quartier überrascht positiv: kleine Appartements, schlicht, aber frisch renoviert. Das obligatorische Carri, diesmal mit Schwinebauch, ist aber noch weniger genießbar als am Vorabend. Zum Glück wird ein höllisch scharfer Dip aus Chili und saurer Ananas dazu gereicht, damit kann man den Eigengeschmack überdecken. Und Rum gibts, wie immer, auch reichlich....



Hochtal bei Marla



Etappe 3: von Marla über den Col de Taibit (2081m ü. NN) in den Cirque de Cilaos

Nachdem man nun mit den Wegen etwas vertrauter ist, kann man die längste Tagesetappe beginnen.Zunächst wiedermal aufwärts, vom Plateau von Marla zunächst sehr steil, dann mäßig steil zur Paßhöhe. Von dort hat man zum Abschied vom Mafate nochmal einen grandiosen Blick zurück nach Marla.



Marla


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Kommentare

  • matulr

    Eine umwerfend schöne Landschaft, die auch noch auf meiner Wunschliste steht...
    LG ULI

  • Blula

    Kommt auch auf meine Wunschliste. Unbedingt. Ich war ja bereits von Deinem vorherigen Bericht über La Réunion so angetan. Danke für's Mitnehmen auf diese wunderschöne Insel.
    LG Ursula

  • Sternensilber (RP)

    Hallo Ulf,
    mal wieder ein sehr schöner Bericht, der Erinnerungen weckt. Der Cirque de Mafate fehlt uns noch. Aber die nächste Reise nach La Réunion ist schon wieder fest in unseren Plänen.
    LG Anne

  • globetrotter

    Sehr schöne Fotos:) Wir waren gerade auch auf Mauritius und Reunion, sind allerdings nicht auf den Piton des Neiges gestiegen:)
    LG Ute

  • ursuvo

    das war ein sehr lesenswerter Bericht mit anschaulichen Bildern!
    Und - wer noch "gut zu Fuß" ist sollte sich diese tolle Insel nicht entgehen lassen(ich bin ja nur mal einen Tag mit dem Bus durchgefahren - schon das war absolut lohnend!!!!)
    LG Ursula

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