Albsteig (HW1) – Laufen macht glücklich – über die Schwäbische Alb von Donauwörth nach Tuttlingen

Reisebericht

Albsteig (HW1) – Laufen macht glücklich – über die Schwäbische Alb von Donauwörth nach Tuttlingen

Reisebericht: Albsteig (HW1) – Laufen macht glücklich – über die Schwäbische Alb von Donauwörth nach Tuttlingen

Laufen macht glücklich und das Gute findet sich nicht nur in der Ferne sondern auch mal ganz nah: Im Frühjahr sind wir den Albsteig, den HW 1 vom Schwäbischen Albverein, von Donauwörth bis nach Tuttlingen gelaufen. 338 Kilometer in 15 Tagen, Übernachtung in Gasthäusern. Ein Genuss.

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Laufen macht glücklich: Es ist mir halt inzwischen die liebste Fortbewegung im Urlaub geworden. Rucksack druff und los geht’s. Körperlich sind die 20 bis 30 Kilometer am Tag mit Gepäck auch mal fordernd, kaputt machen sie dich aber nicht. Früher hätte ich gedacht, den ganzen Urlaub laufen ist langweilig. Fad ist es mir aber nie – egal ob in Nepal oder auf der Schwäbischen Alb, direkt vor meiner Haustür. Jeden Abend zählen wir die Rehe, Hasen und Wildschweine des Tages. Freuen uns immer wieder über ausgesprochen nette und hilfsbereite Älbler. Trinken am Abend unser Weizenbier – auf immerhin 13 Sorten in 15 Tagen kommen wir da. Irgendwie genau die richtige Mischung aus Erholung, Natur, Menschen und Bewegung. Echt nicht langweilig – einfach probieren!



Die Etappen

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Wir haben 15 Etappen draus gemacht. Die Planung ist nicht allzu trickig, manchmal muss man aber schon tüfteln, um Etappen und Unterkünfte unter einen Hut zu bekommen. Und ein, zwei Tage vorher anrufen ist nicht schlecht, manchmal gibt’s halt auch nur eine Unterkunft am Ort.



Die Landschaft

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Nicht spektakulär aber schön, schön, schön. Kann einem schon das Herz aufgehen bei der Sicht auf die drei Kaiserberge. Wir haben ehrlich gesagt den Albtrauf auch mal parallel liegen lassen, wenn wir mal ein bisschen freien Blick in die Landschaft brauchten – Albtrauf ist halt viel durch den Wald.



Unterkünfte und Essen

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Bei den Unterkünften erlebt mach schon mal eine Überraschung. Viele tolle Gasthöfe, einige Zweckunterkünfte. Aber auch mal der angestaubte Charme der 50er Jahre mit Ornamenttapete, Prilblumen im Bad und Etagenklo – in ein paar Jahren wird es das eine oder andere Haus ganz sicher nicht mehr geben . Eines zum Essen für Vegetarier: Nach zwei Wochen kann ich echt keine Kässpätzle mehr sehen. Deutschland ist da echt eindimensional unterwegs – wenn ich da an den Lykischen Weg in der Türkei denke, bei dem ich mich am Abend in leckerstem Essen und Gemüse suhlen konnte. Ist doch nicht zu viel verlangt: Ein Gemüsegericht auf der Karte muss doch wohl drin sein!



Ausrüstung

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Mein Rucksack hat bei sowas nicht mehr als acht Kilo – das muss reichen und ist einigermaßen locker zu tragen (man muss immer noch dem Wildschwein entkommen können!). Bei Schuhen habe ich einmal den Fehler gemacht und bin in Bergstiefeln los. Große Schmerzen – gute Wanderhalbschuhe genügen vollauf. Außer im Gebirge natürlich.



Die Etappen samt Unterkünften im kurzen Überblick

Etappe 1: Donauwörth – Harburg, 19 km, Gasthof Lamm

Etappe 2: Harburg – Schweindorf, 26 km, Gasthaus Herz ist das einzige am Ort

Etappe 3: Schweindorf – Lauchheim, 24 km, Gasthaus Rother Ochsen

Etappe 4: Lauchheim – Unterkochen, 18 km, Gästehaus Stütz

Etappe 5: Unterkochen – Heubach, 22 km, Gasthaus Deutscher Kaiser

Etappe 6: Heubach – Kuchalb, 26 km, Kuchalber Hof – hier hätte sich wegen der Etappenplanung Gingen angeboten, das einzige Gasthaus war aber belegt

Etappe 7: Kuchalb – Bläsiberg, 30 km, Gasthof Bläsiberg. Ob es den Gasthof mit seinem arg angestaubtem Charme noch lange gibt wage ich mal zu bezweifeln. Die Wirtin ist toll und macht uns Kutteln und Grünkernküchle, wir sind die einzigen Gäste. Aber ich denke es ist in ihrem Ermessen und damit Glückssache, an welchen Tagen Gäste willkommen sind. Alternative dann wohl Wiesensteig.
Ansonsten: Königsetappe – Wasserberg, Kornberg, Fuchseck – jeder (Höhen-)meter lohnt sich!

Etappe 8: Bläsiberg – Beuren, 26 km, Beurener Hof. Richtig: Kleine Improvisation, Beuren ist gar nicht auf dem Albsteig. Aber Burg Teck hat zu und Owen ist ausgebucht.

Etappe 9: Beuren – Bad Urach, 13 km, Stift Bad Urach. Wir haben hier einen Tag pausiert. Therme, Städtle und Stift mit tollem Innenhof und Ambiente – das bietet sich einfach an.

Etappe 10: Bad Urach – Lichtenstein / Honau, 25 km, Gasthof Adler.

Etappe 11: Lichtenstein – Talheim, 20 km. Wir übernachten im Brauhaus in Mössingen, da fährt ein Bus hin. Mein Fehler: Ich hatte ein Zimmer im Talheim in Hessen gebucht, in diesem Talheim gibt es nix zum Schlafen.

Etappe 12: Talheim – Onstmettingen / Zollersteighof, 25 km.

Etappe 13: Onstmettingen – Albstadt / Laufen, 16 km, Hotel Burgschalkstein.

Etappe 14: Albstadt – Gosheim, 26 km, Gasthof Krone (habe heute noch den Geruch von Wurstküche aus dem EG in der Nase)

Etappe 15: Gosheim – Tuttlingen, 25 km. Fini.



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Und weil laufen glücklich macht - noch ein paar Empfehlungen von ganzem Herzen

HW 7 vom Schwäbischen Albverein (von Friedrichshafen nach Schwäbische Gmünd). Landschaftlich echt ne oberschwäbische Bombe!!

Eifelsteig: Wie der Albsteig ebenfalls 15 tolle Etappen. Burgen, Klöster, schöne Orte, schöne Landschaft…

Lykischer Weg in der Türkei

Nepal: um den Annapurna, zum Everest Base Camp und noch 1000 andere Wege im Land der entzückendsten Bewohner


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Kommentare

  • matulr

    Ganz tolle Übersicht über einen Wanderweg, der von Natur bis Kultur im Ländle viel zu bieten hat. Den werde ich mir auch mal auf die Wunschliste setzen!
    LG ULI

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