Strassenhändler in Hanoi

Reisebericht

Strassenhändler in Hanoi

Seite 1 von 2

Strassenhändlerin



Die Stadtregierung von Hanoi will die Straßenhändler vertreiben.

Strassenhändler, Hanoi

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Offiziell hat Hanois Stadtregierung die Straßenverkäufer bereits aus einigen Straßenzügen verbannt, doch diese haben keine andere Wahl, als wie bisher weiterzumachen, mit der Angst vor Polizeikontrollen als stetigem Begleiter. Das neue Gesetz verunsichert und macht Angst. Existentielle Angst. Alternativen sind nicht in Sicht, zumindest für die Mehrheit. Einen Arbeitsmarktservice gibt es nicht. Doch Not macht erfinderisch, und Hanois Straßenverkäufer sind Überlebenskünstler:
Sie verkaufen selbstgemachte Lebensmittel oder Hausrat, bieten kleinere Reparaturarbeiten an oder sammeln Rohstoffe, um diese dann gegen ein geringes Entgelt weiterzuverkaufen.
Fahrräder mit hohen Aufbauten, mit Kleiderständern und Holzreifen, oder Motorräder mit unzähligen Getränkekisten oder runden Plastiktrommeln auf der Seite, vollführen auf den Straßen einen waghalsigen Balanceakt. Die Frage nach der Verkehrssicherheit erübrigt sich. Die Frage, wie diese zierlichen Frauen (denn um solche handelt es sich in der Mehrzahl) mit dieser Belastung zurechtkommen, ebenso. Es muss einfach gehen. Und Asiens Frauen sind zäh.



Doch lassen wir sie selbst zu Wort kommen:

Strassenverkehr, Hanoi

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

„Ich komme aus dem „Feuerwerks-Dorf“ Binh Da. Nachdem die Herstellung von Feuerwerkskörpern verboten wurde, begannen die Leute, Waren auf der Straße zu verkaufen. Ich habe zwei schulpflichtige Kinder. Mein Mann und ich haben ein wenig Farmland, aber es wirft nicht genügend Geld ab, um die Familie zu ernähren. Außerdem will die Regierung dieses Land enteignen, um einen Industriepark zu bauen. Jetzt fahre ich jeden Tag mit meinem Fahrrad nach Hanoi, um verschiedene Dinge zu verkaufen. Neben Zuckerrohr verkaufe ich auch Früchte.“

" Ich heiratete mit 21. Kurze Zeit später bekam ich ein Kind, was mein Leben deutlich erschwerte. Ich musste auf dem Markt verkaufen, da es zu Hause nichts für mich zu tun gab. Nun leben meine Kinder bei den Großeltern, während mein Mann und ich nach Hanoi kommen, um Geld zu verdienen.“


Teilen auf

Kommentare

  • SchroedingersKatze

    Der Sinn dieses Gesetzes besteht vermutlich in erster Linie darin, korrupten Polizisten eine weitere Einnahmequelle zu verschaffen.....
    LG Ulf

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben.

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps